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Freddys Kirchen-Blog

Freddy bloggt in den Ferien.Freddy 1

Freddy ist eine Kirchenmaus so wie unsere Spitzenstupsi. Weil diese in den Sommerferien in Urlaub sein wird, wird Freddy sie vertreten. Jede Woche wird er in einem „Blog“ erzählen, was er erlebt, und zeigen, wo er wohnt.

Hallo, ich heiße Freddy. Ich bin eineinhalb Jahre alt. Ich weiß, das klingt recht jung – stimmt aber nicht. In Mäusejahren gerechnet bin ich schon fast erwachsen!
Weil meine Cousine Spitzenstupsi den ganzen Sommer in Urlaub ist – sie wird wieder unsere Verwandten in Holland besuchen und dort Käse verkos­ten –, hat sie mich gebeten, sie zu vertreten. Das mache ich natürlich gern! Ich bin ja auch eine Kirchenmaus!

In meiner Familie nennen sie mich „Plaudertasche“. Pfff. Auf jeden Fall werde ich euch jede Woche erzählen, was ich so erlebe, und eine Art „Blog“ schreiben. Außerdem möchte ich euch zeigen, wo ich wohne. Das ist nämlich ein ganz besonderes Haus: die Kirche, in der ich lebe.
Unlängst habe ich vor der Kirche zwei Kinder kennen gelernt, einen Buben und ein Mädchen. Sie haben sich beklagt, dass sie nach der Messe gar keine Kinder getroffen haben, mit denen sie spielen hätten können. „Dann ist es langweilig, in die Kirche zu gehen“, hat der Bub gemeint.
Na ja, da könnt ihr euch denken, dass ich das nicht so stehen lassen konnte. Ich hab mich vor dem Burschen aufgebaut, ihm fest in die Augen geschaut und gesagt: „Die Kirche ist überhaupt nicht langweilig!“ Wow, der hat einen Schreck gekriegt – frage nicht. Er hat mich angestarrt, als wäre ich ein großes Ungeheuer und nicht eine kleine Maus. Da hab ich lachen müssen: „Schreckst du dich vor einer kleinen Maus?“, hab ich ihn gefragt.
„A – A – Aber, du kannst ja sprechen!?“, hat er sich gewundert. „Ja, ich bin hier die Kirchenmaus“, hab ich ihm und dem Mädchen erklärt, nachdem sie sich einigermaßen beruhigt hatten. Weil sie mich aber immer noch mit offenem Mund angestarrt haben, habe ich einfach weitergeredet: Dass ich in der Kirche geboren wurde (in der
Sakristei), dass ich sehr gerne hier wohne, und dass mein Haus ein ganz besonderes ist: Schließlich wohnen hier nur Gott und ich.
Wir haben uns dann richtig angefreundet: Der Bub heißt Lukas, das Mädchen ist seine Schwester und sie heißt Leonie. Ich finde die beiden eigentlich ziemlich nett. Ich habe sie eingeladen, mich demnächst zu besuchen, damit ich ihnen die Kirche zeigen kann. Bin gespannt, ob sie wirklich kommen …

 

Sommer-Gewinnspiel (Freddys Kirchen-Blog)

Die Kirchenmaus Freddy wird in seinem „Blog“ Woche für Woche erklären, welche Bedeutung einzelne Teile eines Kirchengebäudes haben. Wenn du uns bis zum Ende der Ferien, genauer gesagt bis zum 29. August 2019, ein Foto von einem der vorgestellten Teile aus einer Kirche schickst, kannst du bei unserem Sommer-Gewinnspiel mitmachen und mit etwas Glück einen von sechs tollen Preisen gewinnen! Vielleicht kannst du auch etwas über den Gegenstand herausfinden, den du fotografiert hast. Das Foto samt Text schickst du an: .

Diese sechs Preise gibt es zu gewinnen:

Kompass, Spielesammlung, „Die drei ???“-Tür-Alarm, Lego Technic „Dozer Compactor“, Tasse mit Kirchenmaus, Buch „Faszination Wald verstehen und erleben“

 

 

Lukas und Leonie sind tatsächlich gekommen und haben mich besucht. Freddy 2

Ich bin gerade auf dem Kerzenständer gesessen, als ich sie zur Kirchentüre hereinkommen sah. Ich war gerade auf der Suche nach Essbarem – wie meistens eigentlich. 

Zuerst haben mich die beiden nicht gesehen, dann habe ich aber ganz heftig gewunken. Vielleicht ein wenig zu heftig, weil ich fast vom Kerzenständer heruntergefallen wäre. 

Gott sei Dank ist mir nichts passiert. Als ich die Augen wieder aufgemacht habe, was sehe ich da: Die Kinder untersuchen gerade den großen Tisch der Kirche, auch Altar genannt. Leonie hat mit ihren schmutzigen Händen das schöne weiße Tischtuch angegriffen. Iiiih! Und Lukas hat mich gefragt, was das eigentlich für ein Bild auf dem Altar sein soll. Die haben echt keine Ahnung, die beiden! 

Auf dem Altar werden die Gaben von Brot und Wein dargebracht – als Hostie und im Kelch – und in Leib und Blut Christi gewandelt. Also ist das ein ganz besonderer Tisch, um den sich die Pfarrgemeinde versammelt. Jetzt wissen die zwei Bescheid!

 

 

Lukas und Leonie waren wieder zu Besuch. Freddy 3

Lesen ist ja nicht so mein Ding. Für die Schule muss ich immer wieder Bücher lesen: John Steinbecks „Von Mäusen und Menschen“ steht zum Beispiel auf dem Lehrplan. Pfff! 

Da ist mir das alte Buch „Basil, der Mäusedetektiv“ schon viel lieber. Spannend! Mickey Maus mag ich auch sehr gern.

Unlängst waren wieder Lukas und Leonie zu Besuch. Die beiden kommen jetzt oft bei mir vorbei. Sie sind schon richtige Freunde geworden. Manchmal nehmen sie mir Kekse oder einen Kuchen mit.

Leonie hatte ein Smartphone mit dabei und wollte ein Foto von mir machen. Aber wo am besten? Hm, hm. Damit ich nicht nur cool, sondern auch klug rüberkomme, dachte ich, sie soll mich mit einem Buch fotografieren. Zufällig ist am Rednerpult der Kirche eines gelegen. Aus dem wird immer am Sonntag vorgelesen. Es heißt Lektionar und ist eine Art Tageszeitung für die Kirche. Für jeden Tag stehen darin Bibelstellen: So lesen die Leute das Jahr über fast die ganze Bibel einmal durch. Heute war der Mittwoch aufgeschlagen und dabei stand eine Stelle aus dem Brief des Paulus an die Korinther. 

Das Rednerpult, auf dem das große Buch liegt, hat übrigens auch einen besonderen Namen, hab ich den beiden Kindern erklärt. Es heißt Ambo. Die beiden haben ja wirklich keine Ahnung von einer Kirche. Ts, ts. 

 

 

Heute war ich total schlecht gelaunt: Ich hatte zu überhaupt nichts Lust.Freddy 4

Dabei war das Wetter draußen so schön – aber ich war am liebsten in meiner Wohnung. Auch wegen der Hitze – in der Kirche ist es schließlich angenehm kühl.

Wenn ich „down“ bin und mich nichts freut, dann hilft mir meistens, wenn ich singe. Ich kenne da ein besonderes Lied, das von einer Maus namens Frederick handelt. Diese Maus sammelt nicht Nüsse und andere Köstlichkeiten für den Winter, sondern Farben. Die erste Strophe geht so: „Ich sammle Farben für den Winter und mal sie auf ein Blatt Papier. Und wird die Welt eines Tages grau und leer, dann schenk ich meine Farben her.“ 

Gerade als ich das gesungen habe, sind Leonie und Lukas in die Kirche gekommen, um mich zu besuchen. Wie peinlich! Sie haben gelacht, aber auch gesagt, dass ihnen der Text des Liedes gefällt. Außerdem haben sie gesagt, dass ich gerade selbst sehr farbig aussehe!

Wirklich! Das Licht, das durch die Kirchenfenster fällt, hat aus mir eine bunte Maus gemacht. Das hat richtig schön ausgesehen. Den Kindern ist das auch aufgefallen, wie schön das Licht durch die Kirchenfenster fällt. Ich habe den beiden erklärt, dass diese Fenster auch deswegen ganz besonders sind, weil sie Geschichten erzählen: von Jesus und von Heiligen. Als die Menschen und Mäuse früher noch nicht lesen konnten, erinnerten sie diese Bilder an die ermutigenden Geschichten aus der Bibel und aus dem Leben heiliger Menschen.

Viele Kirchenfenster sind Jahrhunderte alt! Aber es gibt auch heute noch Leute, die Kirchenfenster machen können. Ich wünschte, ich könnte auch etwas so Wunderbares erschaffen.

 

 

Lukas und Leonie können sich nicht richtig benehmen, finde ich. Freddy 4

Wenn die Menschen eine Kirche betreten, dann werden sie meistens still – nicht so die beiden Kinder. Heute habe ich mich richtig über sie geärgert.

Ich bin ja wirklich nicht kleinlich. Ein paar Brotkrümel hie und da stören mich überhaupt nicht, und auch wenn es mal ein biss­chen lauter wird in meiner Wohnung – wenn ein Bohrer brummt oder die Orgel mächtig aufspielt –, das macht mir alles nichts aus.

Lukas und Leonie waren gestern wieder bei mir. Da ist mir aufgefallen, dass sie sich in meiner Wohnung anders verhalten als die meisten anderen Menschen. An den Bildern kann man es auch erkennen. Leonie hat zum Beispiel ihre Füße auf die Kirchenbank gestellt. Ts, ts.

Da hat es mir dann gereicht. Ich bin auf die Kanzel hinaufgeklettert und habe ihnen erklärt, dass sie hier im Haus Gottes sind und sich anständig benehmen sollen. Wenn man wo zu Gast ist, stellt man ja auch nicht seine Füße auf die Bank – umso weniger macht man das in der Kirche. Früher hat ja der Herr Pfarrer von der Kanzel aus den Menschen gepredigt und ihnen manchmal die Leviten gelesen. Meine Stimme kann man von hier oben wirklich gut hören. Meine „Predigt“ sollte also wirken …

Da oben gefällt es mir übrigens sehr gut. Die Kanzel wird heute nicht mehr verwendet und so werde ich nicht gestört, wenn ich einmal meine Ruhe haben will.

 

 

Ich habe Leonie und Lukas zur Kirchenorgel mitgenommen.Freddy 6

Da haben die beiden Augen – und Ohren – gemacht, frage nicht. Damit konnte ich sie so richtig beeindrucken.

Die Orgel ist ein gigantisches Musikinstrument. Wenn man da nur eine einzige Taste drückt, erschallt der ganze Kirchenraum – und ich gleich mit. Meine Ohren haben sogar gewackelt, als ich der Orgel ein paar Töne entlockt habe. Weil das Instrument so einmalig und riesig ist, habe ich euch ein paar interessante Besonderheiten und Superlative zusammengestellt.

  • Der Bau einer Orgel dauert über ein Jahr.
  • Das Gehäuse war oft teurer als das Instrument.
  • Als lauteste Orgel gilt eine Orgel in Südkorea.
  • In England war die Orgel im Gottesdienst verboten. 
  • Die größte Orgel der Welt hat 33.114 Pfeifen.
  • Die erste Orgelart wurde 246 v. Chr. gebaut.
  • Es gibt kaum zwei gleiche Orgeln.

 

 

Bei ihrem gestrigen Besuch habe ich meinen Freunden Leonie und Lukas eine Statue gezeigt, die ich besonders gern habe.Freddy 7

Es ist Maria, die ihren Sohn Jesus auf dem Arm hält. Besonders schön finde ich, dass immer wieder Menschen eine Kerze vor dieser Statue anzünden – ein sichtbares Zeichen für ihr Gebet. Ich bitte die Gottesmutter auch manchmal um ihre Fürbitte bei Gott: zum Beispiel wenn die Pfarrhofkatze auf der Lauer liegt. Maria ist ja die Mutter der Kirche und hat immer ein offenes Ohr für Sorgen und Probleme.

Lukas und Leonie können sich leider immer noch nicht richtig in der Kirche benehmen: Leonie hat die Statue richtig umarmt – wie peinlich! Zum Glück ist Maria heil geblieben.

 

 

Ich bin ja eigentlich kein besonders ängstlicher Typ. Freddy 8

Aber wenn es in der Kirche dunkel wird, und die Schatten länger werden, dann bekomme ich schon hie und da ein wenig Angst. Im Sommer bleibt es in der Nacht wenigstens warm in der Kirche, aber im Winter wird es ganz schön dunkel und kalt. 

Da bin ich dann froh, dass in der Kirche immer ein Licht brennt – Tag und Nacht. Wenn ich Angst bekomme, dann laufe ich schnell zu dieser Lampe und setze mich davor. Dieses rote Licht – die Menschen sagen dazu auch Ewiges Licht – zeigt an, dass Jesus da ist, in der Gestalt der gewandelten Hostie. Das finde ich ungemein beruhigend.

Vorgestern habe ich meinen Freunden Lukas und Leonie dieses Licht und den Tabernakel – den Kasten, wo die Hostien aufbewahrt werden – gezeigt. Stellt euch vor, die beiden haben nichts davon gewusst! 

Das ist wohl auch der Grund, wa­rum sie sich so seltsam benehmen. Leonie hat ihre Füße auf die Sitzbank gestellt, und Lukas hat seine Kappe nicht abgenommen. Ich kenne keinen Kirchenbesucher, der so etwas macht. Die Menschen freuen sich, dass Jesus da ist und dass sie ihm ganz nah sein können. Denen geht es so wie mir. Viele Menschen setzen sich vor den Tabernakel hin und beten – auch untertags. Auch die Kinder sollten sich respektvoll verhalten, finde ich.