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Wenn Neues entsteht: KJ-Gründung

Richard Frasl, 29, aus Ardagger hat sich „drübergetraut“ – er gründete eine neue Katholische Jugend (KJ) in seiner Marktgemeinde, die aus den vier Pfarren Stephanshart, Kollmitzberg, Ardagger Markt und Ardagger Stift besteht. „Kirche bunt“ hat mit ihm gesprochen.

Du hast in der Pfarre Ardagger Markt eine neue Katholische Jungschar ins Leben gerufen und für die vier Pfarren deiner Gemeinde Ardagger eine Katholische Jugend. Wie kam es dazu?

Richard Frasl: Ich habe gemerkt, dass in meiner Pfarre Ardagger Markt die Jungschar praktisch brach liegt und es in Ardagger noch nie eine KJ gegeben hat. Nach der Firmung sind Jugendliche für die Kirche vorerst weg und kaum erreichbar. Für mich persönlich gilt: Ich war früher Sportjournalist, das war für mich zu wenig erfüllend. Jetzt studiere ich Deutsch und Religion in Salzburg und engagiere mich in der Katholischen Hochschuljugend, bei der ich die Möglichkeit habe, einiges auszuprobieren. 

Was sind eure ersten Aktivitäten?

Richard Frasl: Die Jungschar läuft schon sehr gut, es gibt ein jährliches Lager und alle zwei Wochen trifft sich die Jungschar nach der heiligen Messe am Sonntag für rund eineinhalb Stunden. Wir wollten nicht nur etwas für Kleinkinder tun. Über die Jungschar können auch neue Ministranten gewonnen werden. Wir wollen bei der KJ und bei der Jungschar theologische Inhalte einbauen, eine Religionsstunde soll es aber nicht werden. Das Bedürfnis nach einem tieferen Inhalt solcher KJ-Zusammenkünfte sehe ich schon.

Was kann der Einzelne bewirken?

Richard Frasl: Grundsätzlich braucht es Willen und Elan. Und man benötigt ein buntes ­­Team, das engagiert mithilft, sonst geht bald der Sprit aus. Generell übernehme ich gerne die Führung, aber ich will verschiedenste Talente einbinden.

Sind die kirchlichen Strukturen hilfreich oder hindern diese, initiativ zu werden?

Richard Frasl: Es wurden uns keine Steine in den Weg gelegt. Entscheidend sind die Eltern, aber bei diesen nimmt der kirchliche Bezug ab. Es ist nicht leicht, längerfristig zu arbeiten, dafür braucht es Durchhaltevermögen.

Wie laufen die KJ-Veranstaltungen ab?

Richard Frasl: Einmal monatlich haben wir eine „Primetime“, Jugendvespern oder „Werwolfabende“. Dazu gibt es unkonventionelle Sportveranstaltungen wie modernes Völkerballspielen oder das Mitmarschieren der KJ bei der Pfarrwallfahrt nach Mariazell. Was wir machen, dafür brennen wir: Ein Beispiel waren die KJ-Olympics – unsere „Feuertaufe“ –, bei der wir für acht Katholische Jugend-Gruppen der Diözese St. Pölten einen Spiele- und Actiontag veranstalteten. Das war viel Arbeit und alle aus meiner KJ haben voll mitgezogen. Das Wohlfühlen in der Gemeinschaft ist ein wichtiger Aspekt, auch wenn es nicht einfach ist, da 20 Jugendliche zwischen 13 und 29 Jahren naturgemäß verschiedene Ineressen haben.

Wie sind die Hilfestellungen seitens der diözesanen Katholischen Jugend?

Richard Frasl: Die Katholische Jugend St. Pölten ist sehr hilfreich und bemüht. Ich besuche etwa die Versammlungen und Plenums sehr gerne, da bekommt man viele Impulse. Weiters sind die KJ-Materialsammlungen sehr gut. Die Diözesanstelle ist kundenorientiert und fragt auch immer wieder nach den Bedürfnissen.

Welche Tipps hast du für „Nachahmer“?

Richard Frasl: Es ist wichtig, sich nicht gleich entmutigen zu lassen, weil anfangs vielleicht nicht genug Jugendliche  kommen oder Zeit fehlt. Und man sollte nichts machen, mit dem man sich nicht wohl fühlt. Auch sollte man mit neuen Formen der Kommunikation wie Whatsapp arbeiten, das bringt Vernetzung und schont Zeitressourcen. Ich möchte auch sagen: sich nicht wegen der Schattenseiten, Skandale und dem Stillstand von der Kirche abwenden, die Kinder und Jugendlichen können nichts dafür! 

Es ist auch hilfreich, bei Vorhaben auf die innere Stimme zu hören. Wir dürfen auch darauf vertrauen, dass Jesus uns zur Seite steht.