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Was mich trägt - Theresia Slawitscheck

„Ich bin gern unter die Leut’“: Es war einer der ersten heißen Sommertage in Rottenhof, einem kleinen Ort der Pfarre Gottsdorf in der Gemeinde Hofamt-Priel. Theresia Slawitscheck hört gerade das „Glaubensforum“ von Radio Maria. Es ist ihr bevorzugter Sender, sagt sie. Die tägliche Übertragung der Messfeier versäumt sie kaum. Darüber hinaus ist sie mit 93 Jahren noch aktiv in der Pfarre unterwegs. Etwa bei der Caritas-Haussammlung oder der diözesanen Fastenaktion. In den 90er-Jahren wurde sie vom damaligen Pfarrer angesprochen, bei der Haussammlung mitzuhelfen. Da habe sie gleich zugesagt, erinnert sie sich.

„Ich hatte es nicht leicht im Leben“, blickt Frau Slawitscheck zurück. Die einstige Landwirtschaft, der Tischlereibetrieb sowie fünf Kinder hatten ihr nie viel Freizeit gelassen. Ihr Mann hat den Betrieb dann weiter ausgebaut. Heute führen ihre Kinder und Enkel die Tischlerei mit einem Dutzend Mitarbeiter weiter.

„Ich plaudere gern mit Leuten“, sagt Theresia Slawitscheck. Fast täglich ist sie auf den Beinen. Sei es, um mit ihren Walkingstöcken spazieren zu gehen oder ältere Frauen im Ort zu besuchen. „Das mach’ ich jeden Mittwoch“, verrät sie. Viele kommen nicht mehr so recht außer Haus – „da komm ich unter die Leut’ und die Frauen freuen sich, wenn sie Ansprach’ haben“. Und „ich hab’ jetzt auch Zeit“, betont sie. Auch der wöchentliche Rosenkranz mit einer Frauengruppe hält sie aufrecht.

Der Sonntag sei ihr stets heilig gewesen, auch wenn’s ein langer Weg hinunter nach Gottsdorf ist: „Es ist für mich kein Sonntag, wenn ich nicht in der Kirche war.“ Begeistert erzählt Theresia, dass sie oft auauf Wallfahrten war: „Dreimal in Lourdes, viermal in Medjugorje, zweimal in Tschenstochau und dreimal in Rom.“ Und natürlich ungezählte Male in Maria Taferl, das ja gleichsam „vor der Haustür“ liegt.

Theresia Slawitscheck kann immer noch gut stri­cken. Sie hilft ihrer Schwiegertochter, Deckerl für den Weihnachtsbasar zu machen und ebenso Socken und Fäustlinge für Waisenkinder in Rumänien. Eine Aktion, die ebenfalls ihre Schwiegertochter organisiert.

Eines freut Frau Slawitscheck aber besonders: Ein ehemaliger Lehrling der Tischlerei – Christoph Hofstätter – wurde heuer zum Priester geweiht. Stolz zeigt sie ihre Einladung dazu. „Auf seinem einstigen Arbeitsplatz hängt noch immer ein Bild vom heiligen Josef – und dort wird es bleiben“, versichert sie. - von Hans Pflügl

 

Theresia Slawitscheck, 93 Jahre, Witwe, 5 Kinder, 9 Enkelkinder, 9 Urenkel