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Was mich trägt - Petra Schreiber-König

Der Trauer Worte geben. Es war ein Schock. Verzweiflung und Trauer machten sich breit. Ihre Tochter rührte sich im Mutterleib nicht mehr. Die Nabelschnur hatte sich um den Hals gewickelt. Die Ärzte konnten nur noch den Tod feststellen. Dennoch entschloss sich Petra Schreiber-König, ihr zweites Kind Teresa auf normalem Weg zur Welt zu bringen. „Das war auch gut so“, sagt sie heute.

Das neugeborene Kind, das nicht schreit, nicht atmet, war ein weiterer Schock. Die Mutter nahm es in den Arm. Voll Trauer. Ihr Gatte machte noch ein Foto. „Das einzige, das wir heute noch haben.“ Doch dieses war für die Bewältigung der Trauer so wichtig.

Schmerzlich erlebte die junge Mutter jene Zeit. „Ich fühlte mich in meinem Schmerz und meiner Trauer alleingelassen und suchte jemanden, mit dem ich reden konnte.“ Zu Weihnachten gab es für Teresa dann ein Geschenk: ein kleiner Engel auf das Grab, eine Kerze für das Bild Teresas unter dem Christbaum. „So war sie in der Familie präsent.“

Petra Schreiber-König überlegte, wie sie aufgrund ihrer Erfahrung anderen helfen könnte, das Leid zu bewältigen. Bei einem Treffen auf Einladung der Einrichtung „Rat und Hilfe“ für Eltern, denen ein Kind gestorben ist, kam sie mit anderen Müttern in Kontakt. Ihr Pfarrer bestärkte sie noch, eine Selbsthilfegruppe zu initiieren.

Im Jahr 2000: die Selbsthilfegruppe „Windrad“ war geboren. Seitdem treffen sich Monat für Monat Mütter, die ihr Baby verloren haben. Darüber zu reden verändert die Trauer und richtet den Blick wieder nach vorne. „Das Kind bleibt aber im Herzen“, betont die Leiterin. Auch für Mütter, die kaum religiös sind, ist es ein Trost: „Unser Kind ist im Himmel“, sagen sie. Trauer und Verzweiflung werden durch das Reden leichter.

Auch Petra Schreiber-König sieht heute anders zu­rück: „Ich habe viele schöne und positive Erinnerungen an Teresa“, sagt sie. Sie gehört zur Familie, wenn auch in anderer Weise. Es ist ihr gelungen, aus Schmerz und Trauer auszubrechen und ihre Erfahrung weiterzugeben: „Es erfüllt mich, wenn ich Menschen in ihrem Leid begleiten kann.“ Sie will nicht belehren, sondern Drehscheibe sein, damit Betroffene miteinander ins Gespräch kommen. Es ist eine Aufgabe, die sie gern macht. Und sie hofft, dass diese Initiative einmal jüngere Mütter übernehmen.

 

Die Treffen der Selbsthilfegruppe Windrad finden jeden ersten Montag im Monat um 19.30 Uhr im Pfarrheim St. Pölten-Spratzern statt.