Was mich trägt - Maria Rieger

Fasziniert von Franziskus und seinem Sonnengesang. Für sie ist es Berufung, den Menschen „Liebe, Freude und Licht“ zu vermitteln. In ihrer Bildungsarbeit wie in ihren künstlerischen Werken versucht Maria Rieger dies umzusetzen. Als Kind von Südmährer-Flüchtlingen hatte sie einst schwierige Zeiten erlebt. „Genügsamkeit, Sparsamkeit, Durchhalten, aber auch Dankbarkeit und Zufriedenheit“ waren die Devise. Dies hat sie als Kind immer wieder schmerzlich erfahren.

Trotz allem ermöglichten es ihr ihre Eltern, die Schule Sacré Coeur in Pressbaum zu besuchen. „Dies hat mich religiös sehr geprägt“, blickt Maria Rieger zurück. Die Erzählungen über Heilige haben sie interessiert. Ganz besonders ist ihr Franz von Assisi ans Herz gewachsen. Sie war fasziniert von seiner Haltung gegenüber Mensch und Schöpfung.

Nach dem Wunsch ihrer Eltern wurde Maria Kindergärtnerin und war 20 Jahre Leiterin. Dann entschloss sie sich, ihrer eigentlichen Berufung zu folgen und Reli­gionslehrerin zu werden. „Ich wollte meinen Glauben, mein Vertrauen, mit den Kindern teilen und sie ein Stück des Weges begleiten.“ Sie sieht sich als „Herzensbildnerin“, Kindern die Frohe Botschaft nahe zu bringen.

Es blieb nicht nur bei Worten. Nach einem Aufenthalt in Tansania hat sie ein Hilfs- und Schulprojekt in Kilema am Fuß des Kilimandscharo initiiert. Mit Hilfe engagierter Freunde und vieler Veranstaltungen konnte sie dort eine Schule für hunderte Schüler errichten.

Kürzlich hat Maria Rieger ihre Masterarbeit über „Religion und Frieden“ am Zentrum für Friedensforschung und Friedenspädagogik in Klagenfurt abgeschlossen. Darin geht es um Friedensvorstellungen bedeutender Persönlichkeiten, von Mahatma Ghandi bis zu Papst Franziskus. Diese Menschen seien „ein Licht für unsere Zeit“, unterstreicht sie.

Und genauso drückt sie es in ihrem Kunstschaffen aus: Angeregt durch Franz von Assisi lassen ihre Bilder immer wieder Licht und Sonne aufleuchten – manchmal mit Schwung und Elan, manchmal aus der Stille. Die dunklen Farben treten gleichsam in den Hintergrund und sind nur am Rande wahrnehmbar – „ein Ausdruck meiner Erfahrung im Leben“, sagt sie.

Maria Rieger ist heute in der Erwachsenenbildung des Kath. Bildungswerks tätig, wo sie die Themen Vergebung, Verzeihung und Sinnfindung in den Mittelpunkt stellt. Was ihr noch vorschwebt? – „Ein Zyklus über den Psalm 23 – der Herr ist mein Hirt“, verrät sie. - Hans Pflügl

 

Maria Rieger MA, 65 Jahre, 3 erwachsene Kinder, 2 Enkelkinder. Pädagogin, Erwachsenenbildnerin, Künstlerin