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Was mich trägt – Dr. Charlotte Ennser

Durch Bildung wirken: Seit drei Jahren leitet sie nun das Bildungswerk Langenlois mit viel Engagement und großem Erfolg. Die engagierte Pädagogin Charlotte Ennser begann in der Pension wieder neue Aufgaben in ihrer Pfarre zu übernehmen.

In monatlichen Vorträgen, Exkursionen oder Bildungsfahrten will sie Menschen in Lebensfragen helfen und zur Persönlichkeitsbildung beitragen. So setzt sie bei Bildungsangeboten auf spirituelle und lebens­praktische, aber auch gesellschaftspolitische und lokalgeschichtliche Themen, die großen Anklang finden.

Charlotte Ennser ist eine „Tatchristin“, wie sie sich selbst bezeichnet. Nichts stört sie mehr als nur zu reden, ohne dass etwas geschieht. So ist sie auch in der neuen Pfarrgemeinschaft mit fünf Pfarren aktiv. „Künftig geht es nur gemeinsam“, zeigt sie sich überzeugt. Ihr lokales Engagement begann Ennser in der Flüchtlingshilfe. „Teilweise betreuten wir über 100 Flüchtlinge“, erinnert sie sich. Sie leitete vor allem Sprachkurse. Auch heute organisiert sie noch Deutschkurse und bereitet Migranten auf die Integ­rationsprüfung vor.

Beruflich war Charlotte Ennser 24 Jahre lang an der Pädagogischen Akademie in Krems tätig, ehe sie 2007 zur Schulleiterin am Mary-Ward-Gymnasium und Oberstufenrealgymnasium in St. Pölten bestellt wurde. Dort habe sie die Spiritualität der Ordensschulen erfahren, was bei Tagungen und in den gemeinsamen Gottesdiensten immer wieder spürbar wurde, erzählt sie. Dies habe ihr viel Rückhalt gegeben.

Schon als Kind waren ihr Kirche und Pfarre zur zweiten Heimat geworden. Zuerst in der Jungschar und dann in der Kath. Jugend, die sie oft in das Bildungshaus St. Hippolyt führte. „Diese Zeit war absolut wichtig. Ich habe dort viel erfahren und gelernt“, sagt sie. Besondere Impulse bekam sie später über den „Arbeitskreis Rollenwandel“ der Kath. Frauenbewegung. Anfang der 90er-Jahre wurde sie Vorsitzende des Akademikerverbandes der Diözese St. Pölten und später auch Vizepräsidentin der Kath. Aktion der Diözese.

Viel Rückhalt hat Ennser die Auseinandersetzung mit dem jüdischen Kulturkreis und der Bibel gegeben: die Auserwählung des Volkes durch Gott und die sich daraus aufdrängende Frage: Wer ist dieser Gott eigentlich für mich?

Heute sieht Charlotte Ennser ihre Aufgabe in der Pfarre, vor allem in den Gruppen. Auch da gilt für sie: „Ich freue mich, wenn ich etwas bewirken kann.“

 

Zur Person:

Dr. Charlotte Ennser, Pädagogin, 64 Jahre, verheiratet, vier erwachsene Kinder, sechs Enkelkinder.