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Was mich trägt - Alfred Katzenbeißer

70 Jahre Orgeldienst zur Ehre Gottes. „Schau es dir einmal an, ich brauch einen neuen Organisten“, mit diesen Worten sprach Pfarrer Franz Muhr aus Seyfrieds an einem Sonntag im Jahr 1949 den damals 16-jährigen Alfred Katzenbeißer an. Der Pfarrer wusste, dass der junge Alfred eine Ausbildung zum Organisten in der Kirchenmusikschule in St. Pölten absolvierte.

„Ich hatte ja sonst nichts zu tun, es gab keine Arbeit, es gab nichts, die Not war groß“, erinnert sich Herr Katzenbeißer 70 Jahre später im Gespräch mit „Kirche bunt“. Aus dem Ja damals erwuchs ein jahrzehntelanges Engagement für die Kirche. Vier Jahre spielte er die Orgel in Seyfrieds und leitete den Chor samt Orchester. Auch wenn damals alles sehr aufwendiger war, denn Kopierer gab es noch keinen, alle Noten mussten mit der Hand abgeschrieben werden. 

Aus beruflichen Gründen, Alfred Katzenbeißer absolvierte ein Ausbildung zum Buchhalter und wurde in Heidenreichstein tätig, musste er sein Ehrenamt in Seyfrieds aufgeben. Doch in seiner Heimatpfarre Pfaffenschlag wurden aus Aushilfen an der Orgel bald eine Regelmäßigkeit – auch als er Anfang der 1970er-Jahre aus gesundheitlichen Gründen den Beruf wechselte und dann nach Waidhofen/Thaya übersiedelte. „Wegen dem vielen Sitzen habe ich Probleme mit der Wirbelsäule bekommen, da hat sich die Möglichkeit ergeben, dass ich eine Ausbildung zum Religionslehrer machen konnte.“

Alfred Katzenbeißer wurde einer der ersten Religionslehrer in der Diözese St. Pölten und unterrichtete in Waidhofen/Thaya in der Hauptschule und im Polytechnikum. Dass er ganz nebenbei auch in der Stadtpfarre Waidhofen zum Orgelspielen begann, war für ihn fast schon eine Selbstverständlichkeit – bis 2020 spielt er dort noch weiter, wenn er seine 40 Jahre voll hat. In Pfaffenschlag beendete Alfred Katzenbeißer seinen Dienst an der Orgel am 26. Mai. Im Pfarrbrief schrieb er: „Viele freudige Ereignisse konnte ich erleben, manche traurige und deprimierende. Ich habe sie nicht gezählt, wie viele ich mit meinem Spiel hinaus begleitet habe auf den Friedhof. Es waren viele! 70 Jahre sind ein Grund zur Freude und Dankbarkeit, sie sind aber auch Mahnung loszulassen, wenn die Finger langsamer werden, Gewohntes mühsam und Liebgewordenes beschwerlich wird. Ich danke heute Gott für die Zeit, die ich zur Ehre Gottes und im Dienst an den Mitmenschen erleben durfte.“ Sonja Planitzer