Unsere Pfarren feiern die Liebenden

Foto: Ferdinand Bertl

Am 14. Februar ist Valentinstag. Auch wenn es durch die Werbung fast untergeht, so lässt sich doch sagen: Der Tag hat christliche Wurzeln. In der Kirche haben das Sakrament der Ehe, die Liebe und die Segnung von Liebenden eine lange Tradition. „Kirche bunt“ hat sich umge­sehen, wie das in den Pfarrgemeinden unserer Diözese gefeiert wird.

Im Jahr 2017 haben sich in der Diözese St. Pölten 1740 Paare getraut und wagten den „Sprung in die Ehe“ – mit kirchlichem Segen. Im Sakrament der Ehe wird gefeiert, dass Gottes Treue in der Liebe zweier Menschen sichtbar wird. 

„Der Wert der Liebe und der Treue ist jungen Menschen weiterhin sehr wichtig“, berichtet der erfahrene Pfarrer von Groß-Siegharts, Josef Pichler. Er wirbt darum, dass Familie und auch Pfarrgemeinden Eheleute unterstützen und einbinden – etwa bei Pfarrfesten oder im Chor. Pichler hat schon viele Trauungsgottesdienste zelebriert, auch als Missionar in Ghana. Bei der Frage der Liebe könne man sich an Jesus orientieren, der sagte: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe!“

Der St. Valentiner Diakon Manuel Sattelberger war im Vorjahr bei 22 Trauungen dabei. Er betont: „Bei Hochzeiten assistieren Diakone oder Priester dem Brautpaar. Spender sind die Brautleute selbst!“ Obgleich es die Ehepartner sind, die sich das Ehesakrament gegenseitig spenden, hat die Kirche zur Gültigkeit festgelegt, dass es eines Priesters oder Diakons bedarf, der die Ehe schließt, da eine Sakramentenspendung grundsätzlich immer ein Handeln der gesamten Kirche ist und nie etwas rein Privates darstellt.

Auffällig ist für Sattelberger: Heiraten sei durchaus „in“, meis­tens würden schon die eigenen kleinen Kinder zur Hochzeit ihrer Eltern mitgehen. Weiters würden viele „Ältere“ erst ab 45 Jahren kirchlich heiraten, weil sie es damals „versäumt“ haben. Heiraten im Kleinen oder ganz groß: diese Bandbreite nehmen Seelsorger wahr. Wichtig ist Sattelberger eine persönliche, individuelle Gestaltung. Immerhin gehe es um die Feier ihrer Liebe und ihres Lebens. Jede Trauung sei aus seiner Sicht eine Werbung für eine weitere. Übrigens ist der Patron von St. Valentin nicht der „Patron der Liebenden“, sondern Valentin von Rätien.

Ausgangspunkt des heutigen Valentinsbrauchtums ist die Verehrung von Valentin, dessen Fest nach dem katholischen Heiligenkalender am 14. Februar gefeiert wird. Der Brauch, einem geliebten Menschen an diesem Tag etwas zu schenken, leitet sich aus der Lebensgeschichte des heiligen Valentin her (siehe Kasten). In den letzten Jahren hat die Kirche den Heiligen „wiederentdeckt“.

Segensfeiern für Liebende

Von Segensfeiern für Liebende über Gottesdienste für Jubelpaare und Seel­sorge für Brautleute bis hin zu Feiern für Schwangere: den Pfarren sind die Liebe und die Liebenden wichtig und dazu gibt es vielfältige Begleitung. In mehreren Pfarren werden Segensfeiern für Liebende gefeiert, etwa in Purgstall. Am 14. Februar gibt es um 19 Uhr einen Gottesdienst, anschließend wird zum romantischen „Candle Light Dinner“ in den Mostlandhof geladen (Infos Thomas Heigl: 0676/8266 15 394). 

Der Pfarrer von Mautern, Dechant P. Clemens Reischl, lädt am 14. Feb­ruar (18 Uhr) zur Segensfeier in die Pfarrkirche: „Bei der Feier sollen die Teilnehmenden spüren können, dass ihre Beziehung, ihre Liebe ganz tiefe Wurzeln hat und Gott im Spiel ist als Quelle der Liebe.“ Pater Clemens wünscht sich, „dass die Menschen erleben, dass Kirche ein Ur-Ort der Liebe ist“. Das Leben sei ein Geschenk, das würden ganz besonders werdende Mütter und Väter erfahren. Darum lud er am 3. Februar zur bereits 30. Schwangerensegnung. 

Eine ganz besondere Veranstaltung ist am 17. Februar (9.30 Uhr) im Bildungshaus St. Benedikt in Seitenstetten geplant. „Eingeladen sind alle Paare, junge und alte, ganz gleich, wie lange sie schon zusammen sind, die Freude und Dankbarkeit über ihre Partnerschaft verspüren und die das Geschenk der Liebe feiern möchten“, erklärt Bildungshaus-Leiterin Lucia Deinhofer. Seit zehn Jahren gibt es dieses Fest, an dem jeweils rund 60 Paare teilnehmen. Dem Got­tesdienst in der Kapelle steht Abt Petrus Pilsinger vor, anschließend gibt es ein gemeinsames Essen. Anmeldungen unter Tel. 07477/428850.

Die allermeisten Pfarren begleiten ihre Vermählten weiter. Fixpunkte sind „Gottesdienste mit den Jubelpaaren“. Es ist ein Fest, an dem man auf verschieden lange Ehejahre zu­rückblickt, auf gute und schlechte Zeiten, auf freudige Ereignisse und auf Stunden der Trauer. - Wolfgang Zarl

 

Blumen zum Valentinstag

Blumen gehören zu seinem Festtag wie das Amen zum Gebet. Gemeint ist der heilige Valentin, dessen Gedenktag am 14. Februar als Tag der Liebenden gefeiert wird. Während es bei uns um diese Zeit oft noch recht winterlich ist, herrscht eine knappe Autostunde nördlich von Rom in der Stadt Terni, in der der heilige Valentin einst Bischof gewesen sein soll, schon frühlinghafte Witterung. Tatsächlich sind über den frühchristlichen Märtyrer Valentin nur Legenden überliefert, die zumindest teilweise einen wahren Kern beinhalten. Was also hat gerade der heilige Valentin mit Blumen zu tun?

Bischof Valentin soll im 3. Jahrhundert junge Paare mit bunten Blumensträußen aus seinem Garten beschenkt haben. Zu seiner Zeit regierte im Römischen Reich Kaiser Claudius II. Er führte zahlreiche Feldzüge, hatte jedoch Mühe, die dafür notwendigen Truppen zu rekrutieren. Claudius veranlasste deshalb die Auflösung sämtlicher Ehen und Hochzeitsgelöbnisse in Rom, um genügend ungebundene junge Männer einziehen zu können.

Valentin traute jedoch auch weiterhin gegen den Befehl des Kaisers heimlich Liebespaare. Und Valentin hielt auch eine Predigt, in der er die Männer dazu aufforderte, nicht am Feldzug teilzunehmen, sondern bei ihren Frauen und Kindern zu bleiben. Claudius ließ ihn für diesen staatsfeindlichen Akt einkerkern. Schließlich soll Valentin um das Jahr 275 hingerichtet worden sein, nachdem er das vom Kaiser verlangte Götteropfer verweigert hatte.

Ein Patron der Liebenden

Bereits im 4. Jahrhundert ließ Papst Julius I. in Rom eine Valentinsbasilika errichten, die aber wohl nicht auf Valentin von Terni zurückging. Doch auch in Terni wurde Valentin bald als Heiliger verehrt. Heute ist Valentin ein Patron der Jugend und der Liebenden, er wird um gute Verlobung und Heirat sowie bei möglichen Leiden im Zusammenhang mit der Geburt angerufen. Ausgehend von der Legende sollte man ihn nicht nur als Patron der Liebenden sehen, sondern auch als einen Befürworter der ehelichen Treue und des Sakraments der Ehe. Und das steckt ja auch in jedem ernst gemeinten Liebesbekenntnis. Es sagt ja wohl kaum jemand: Ich liebe dich für heute und für morgen und dann vielleicht noch für ein halbes oder ganzes Jahr, sondern meint im tiefsten Grunde des Herzens: für immer.
Valentin von Terni darf nicht mit einem anderen Valentin (Gedenktag am 7. Jänner) verwechselt werden: Valentin von Rätien wirkte im 5. Jahrhundert als Abt und Bischof in Passau und im Alpenraum.