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Time stands still

Foto: Wolfgang Zarl

Konzertkritik von Mag. Dorothea Lusser zu „From Silent Night“ im Rahmen des Festivals „Musica Sacra“: Es war äußerst feinsinnige und sensible Musik, die am 14. September in der Stiftskirche von Herzogenburg beim zweiten Konzert des Festivals Musica Sacra erklang.

Der feine, schwebende Klang des Viola-da-Gamba-Consorts Private Musicke unter der Leitung von Pierre Pitzl nahm die Zuhörer mit in die Welt der meditativen Klanglandschaften der englischen Consortmusik um 1600. Entstanden als Gegenpol einer Wirklichkeit, die von politischen Wirren und religiösen Machtkämpfen geprägt war. Mit feinen dynamischen Schattierungen und einem einfühlsam abgestimmten Zusammenspiel machte das Ensemble die Tiefe und Schönheit der Kompositionen von Anthony Holborne oder Alfonso Ferrabosco spür- und erlebbar, sei es in Fantasien, in den kunstvollen „In-nomine“ Kompositionen oder in eleganten Pavanen.
Eine zusätzliche leidenschaftliche Ebene wurde in den Consort Songs von William Byrd durch die Sopranistin Martina Daxböck und die Mezzosopranistin Anna Kargl hörbar. Von der „Schönheit der Einzelstimme“, wie Byrd selbst sagte, konnte man sich bei beiden Sängerinnen überzeugen. Anna Kargl vermittelte mit ihrem warmen Timbre gekonnt die Stimmungen der Consortlieder und fügte sich wie ihre Kollegin einfühlsam in den Klang des Gambenconsorts. Ein eindrucksvoller Höhepunkt der Meditation gelang Martina Daxböck mit John Dowlands’ Liebeslied „Time stands still“, in dem sie das Publikum mit ruhiger, klarer Stimme ins Zeitlose führte.