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Tausende Fledermäuse kehren in Pfarrkirche Obermeisling zurück

Frühjahrsputz in der Pfarre Obermeisling: Bevor eine der größten Fledermauskolonien Österreichs im Kirchendach ihre Jungen aufzieht, bedarf es der Reinigung...

Es ist ein wunderbares Naturschauspiel, das sich in den nächsten Wochen in der Pfarrkirche von Obermeisling (Gemeinde Gföhl) wieder abspielen wird: Tausende Fledermäuse kehren aus ihrem Winterquartier in der Wachau zurück, um in der romanischen Kirche ihre Jungen aufzuziehen. Genau gesagt ist es die Große Mausohr- Fledermaus, die sich hier ansiedelt.

Doch zuvor reinigten Freiwillige der Pfarre das Dachgestühl, denn naturgemäß hinterließen die Tiere viel Kot. Leopold Ettenauer, Pfarrgemeinderats- Obmann-Stv.: „25 Säcke des begehrten Fledermausguanos wurden im Kirchdachboden eingeschaufelt und erfreuen nun Haushalte in der Pfarre als hochwertiger organischer Blumendünger.

Der Pfarrer von Obermeisling, P. Joachim Zitko OSB, sagt: „Die Tiere sind uns herzlich willkommen, sie sind Geschöpfe Gottes!“

Das Mausohrvorkommen in Obermeisling ist schon lange bekannt. In den 1980er-Jahren wurden 200 Weibchen und Jungtiere gezählt. Vor einigen Jahren wurde ein Zwischenboden eingezogen, um die Reinigung des Dachbodens vom Fledermauskot zu erleichtern.

Fühlen sich offensichtlich wohl

2010 zählte man 4200 Tiere, also 20 mal so viel wie in den 80er-Jahren. Somit gilt die Fledermauskolonie als die größte in Niederösterreich und als eine der größten Österreichs. Ende Mai gebären die Fledermäuse ein Junges, untertags hängen sie an den Dachlatten. Als Aus- und Einflugsöffnung benutzen die Tiere zwei im Osten gelegene Dachbodenfenster. Es ist interessant zu beobachten, wie die Tiere zur Dämmerungszeit ausfliegen, um Nahrung zu suchen.

Um Allerheiligen, wenn Frost den Dachboden durchdringt, wird es wieder ruhig im Kirchendach, dann ziehen sie sich zurück in die Höhlen des Kremstales zur Winterruhe. - W. Zarl