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 „Spiritual Care“: Spiritualität als Hilfe bei Genesungsprozess

Mit dem Thema „Seelsorge und ,Spiritual Care’ konkret“ beschäftigten sich 30 diözesane Seelsorger/innen aus Krankenhäusern und Pflege- und Betreuungszentren bei ihrer Klausur im St. Pöltner Lilienhof (siehe Bild). Referentin Doris Wierzbicki, Klinik-Seelsorgerin und Fachfrau für „Spiritual Care“, beschreibt es folgendermaßen: „Im Sinne einer bestmöglichen Genesung achten wir auf das seelische und emotionale Wohlergehen unserer Patienten. Das Seelsorgeteam hat immer ein offenes Ohr für sie und nimmt sich gerne Zeit.“ Denn oft bringe allein schon menschliche Zuwendung und das Aussprechen der Sorgen und Ängste Erleichterung. Andere würden Trost und Zuversicht in religiösen Ritualen erfahren. Dieses Eingehen auf die unterschiedlichsten spirituellen Bedürfnisse nenne man „Spiritual Care“.

Atmosphäre der Wertschätzung

Spiritualität orientiere sich am Leben und gebe Orientierung im Leben. Seel­sorgerin Wierzbicki weiter: „Unabhängig vom religiösen Bekenntnis wollen wir die Patienten unterstützen, ihre eigene Spiritualität als Ressource für sich und ihren Genesungsprozess zu nutzen.“ Man wolle eine Atmosphäre von Wertschätzung und Toleranz schaffen. „Wir hören zu und geben dem Raum, was Menschen sorgt und ängstigt, was zu beklagen ist und was erhofft wird. Einfach weil uns das Heilwerden am Herzen liegt“, erläutert die Fachfrau. 

Christine Winklmayr, diözesane Referentin für Krankenpastoral: „Doris Wierzbicki gab uns Einblick in die Umsetzung dieses Konzeptes mit vielen konkreten Beispielen. Wir wurden ermutigt, vertrauensvoll und kreativ unsere Arbeit in unseren Gesundheits- und Krankeneinrichtungen fortzusetzen.“

Teilnehmer der Schulung gaben ein umfangreiches Feedback: Man nehme die eigenen Kraftquellen wahr und denke über das eigene Gottesbild nach. Weiters habe man wertvolles Wissen in den Bereichen Besuchsdienst, Krankenhausseelsorge, Demenz- und Palliativmedizin vermittelt bekommen, so die Seelsorger. Der Lehrgang habe auch bestärkt, alten und kranken Menschen Zeit zu schenken und sie ein Stück ihres Lebensweges zu begleiten. Auch das wichtige Handwerkzeug für den Besuchsdienst habe man vermittelt bekommen.

Lehrgang für Besuchsdienste

Im September beginnt ein ökumenischer Lehrgang für ehrenamtliche Besuchsdienste, der bis Jänner 2021 dauert. Zielgruppe sind Personen, die ehrenamtlich in der Seelsorge im Krankenhaus oder Pflegezentrum mit­arbeiten. Kursort ist das St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt, es konnten erfahrene und renommierte Referenten gewonnen werden. Organisiert wird der Lehrgang vom Referat für Krankenseelsorge der Diözese St. Pölten, der Evangelischen Kirche NÖ und dem Hiphaus.

Inhalte sind u. a. die Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebens- und Glaubensweg; die Vermittlung von Grundlagen der Gesprächsführung mit dementen oder sterbenden Menschen in Theorie und Praxis; Einführung in die theologischen Grundlagen von Religiosität und Spiritualität in Krankheit und Alter sowie in das Sakramentenverständnis; Auseinandersetzung mit der Rolle als ehrenamtlicher Mitarbeiter im Krankenhaus oder Pflegeheim.

Infos und Anmeldung bis 13. September: E-Mail: , Tel.: 0676/826615375.