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Seelsorge für Studenten in Krems

Foto: zVg

Seit 2014 gibt es an der Fachhochschule in Krems eine Studentenseelsorge – „Campus Ministry“ genannt –, deren Leitung von Beginn an der Göttweiger Pater Patrick Schöder OSB inne hat. Im Interview mit „Kirche bunt“ erzählt er von der Sehnsucht der Studierenden nach Spiritualität, aber auch über die Angebote und Ziele der Studentenseelsorge.

­Wie kam es zustande, dass in Krems die Studentenseelsorge gegründet wurde?
Pater Patrick Schöder: 2014 wurde die Studentenseelsorge durch Bischof Klaus Küng ins Leben gerufen. Damals kam von Seiten der Diözese die Anfrage an das Stift Göttweig, ob man jemanden für diesen Dienst zur Verfügung stellen könnte. Nachdem ich damals gerade mit dem Studium fertig geworden bin, meinte Abt Columban Luser, dass das für mich eine schöne Aufgabe wäre. Somit durfte ich diese schon länger existierende Idee einer Studentenseelsorge in Krems – die wir „Campus Ministry“ nennen – in die Tat umsetzen.

Was wird den Studierenden über das „Campus Ministry“ angeboten?
Pater Patrick: Natürlich gibt es regelmäßig gemeinsame Gottesdienste in der Piaristen- und Studentenkirche. Wir haben einmal die Woche eine Anbetung und natürlich auch Beichtgelegenheiten. Interessanterweise sind es vor allem die Studenten aus dem katholischen Ausland, die diese Angebote annehmen. Wir wollen grundsätzlich eine Möglichkeit zum Andocken bieten. Gemeinsam mit der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) planen wir Angebote – z. B. bieten wir für Studenten, die über die Feiertage wie Weihnachten nicht nach Hause fahren können, eine gemeinsame Weihnachtsfeier an. Wir haben mittlerweile auch einen Studentenchor auf die Beine gestellt, der mehrmals im Jahr die Festgottesdienste mitgestaltet oder bei der Langen Nacht der Kirchen auftritt. Sogar eine eigene CD haben wir aufgenommen.

Welche Studenten suchen Kontakt zur Hochschulseelsorge in Krems?
Pater Patrick: Grundsätzlich ist es so, dass es über unser „Campus Ministry“ Berührungspunkte mit allen Studenten gibt – auch mit jenen, die der Kirche fernstehen. Für viele ist es auch ein Aha-Erlebnis, da sie über „Campus Ministry“ oftmals das erste Mal Kontakt zum Glauben und zu einem Priester haben. So haben wir z. B. mit der Zahnuniversität zweimal jährlich gemeinsame Feiern, wo es nach dem akademischen Teil auch eine Andacht gibt. Ein sehr enger und freundschaftlicher Kontakt wird auch mit der IMC-FH Krems gepflegt, die im selben Haus untergebracht ist.

Wie weit wird im „Campus Ministry“ Ökumene gelebt?
Pater Patrick: Grundsätzlich stehen wir als „Campus Ministry“ jedem offen – gleich welchen Bekenntnisses. Oft finden Studenten ohne oder mit anderen Bekenntnissen dann über persönliche Kontakte oder Beziehungen zu uns.

Was sind die nächsten Ziele für die nahe Zukunft?
Pater Patrick: Seit 2016 hat das „Campus Minis­try“ im Piaristenkloster ihren Sitz. Die Entwicklung, die wir seitdem gemacht haben, hätte ich vor ein paar Jahren so auch nicht voraussagen können. Wir sind innerhalb der letzten Jahre schnell gewachsen. An einen Ausbau des „Campus Ministry“ wird mittlerweile auch schon gedacht und es laufen zur Zeit diesbezüglich Gespräche. Die Zusammenarbeit mit dem Piaristenorden ist mir auch sehr wichtig. Meine Vision für Krems wäre es, eine Katholische Hochschulgemeinde (KHG) zu gründen, allerdings ist dies natürlich Zukunftsmusik, die vermutlich nicht mehr unter meiner Führung stattfinden wird. Was man dabei aber nicht vergessen darf, ist, dass jede KHG einen Stamm, ein katholisches Studentenheim, hat. Das haben wir nicht. Das ist natürlich eine Herausforderung, da wir in diesem Sinne keine Stammstudenten haben.

Ein eigenes Studentenheim wäre also ein Wunsch?
Pater Patrick: Das wäre natürlich meine Vision. Wenn dies finanzierbar wäre und natürlich auch von Seiten der Diözese gewünscht wäre.