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Sängerknaben: kleine große Stimmen

39 Kinder und Jugendliche umfassen die Altenburger Sängerknaben. „Kirche bunt“ war zu Besuch im Waldviertler Benediktinersitft, wo ihnen eine hochwertige musikalische Ausbildung geboten wird. Die fröhliche Schar lernt sowohl Gregorianischen Choral als auch „Star Wars“-Lieder. Überdies können sie das Internat sowie eine Nachmittagsbetreuung in Anspruch nehmen. Interessierte sind im Chor willkommen.

Die Buben haben bereits für österreichische Überlebende des Holocaust in Israel gesungen, für arme Menschen in den brasilianischen Favelas und für über 5000 Teilnehmer einer Wallfahrt in der Savanne von Uganda.“ Ernst Kugler, Internatsleiter der Sängerknaben von Stift Altenburg, zeigt, dass den 39 Buben viel geboten wird. Im Sommer geht die Reise nach Rom, Auftritte wird es in der Anima und sogar im Petersdom geben. 

Dazwischen liegt viel Übung. Alle zwei Wochen singen die Jugendlichen bei den Konventmessen, die müssen gut vorbereitet werden. Geprobt wird vier Mal in der Woche, „Kirche bunt“ überzeugte sich bei einem Besuch vor Ort vom wunderbaren Gesang. Zuvor sind sie aus den Schulen der Region hergeströmt, relaxen zunächst und gehen um 14 Uhr zum gemeinsamen Mittagessen.

Neben der musikalischen Ausbildung wird auch Nachmittagsbetreuung geboten, dafür sind drei pädagogische Mitarbeiter da. Sie lernen mit den Sängerknaben und haben ein offenes Ohr für ihre Anliegen. Dazu gibt es ein Halb- und Vollinternat, sie können also wählen, ob sie nur ein Mal in der Woche übernachten oder die ganze Woche. Die meisten kommen aus dem Bezirk Horn sowie aus den an Horn angrenzenden Bezirken Zwettl, Krems 

und Waid­hofen/ Thaya. Im Stifts­areal gibt es viele Räumlichkeiten für die Sänger­knaben, wo sie sporteln, Billiard oder Tischtennis spielen und natürlich Hausaufgaben machen können. 

„Zu uns kommen Kinder ab der 1. Klasse Gymnasium oder Neue Mittelschule – manche sind mehr talentiert, manche weniger. Aber allen, wirklich allen kann man das Singen beibringen“, betont Martin Wadsack, der Chorleiter. Sie werden so hingeführt, dass sie nach dem Eintritt im Herbst bei den Adventkonzerten im Chor mitsingen können. Gesungen wird auf Deutsch, Englisch und Latein. Latein gilt als Gesangssprache – das mag überraschen – als recht beliebt. 

„Singen soll Freude machen, das ist uns ganz wichtig“, so der Chorleiter. Wadsack weiter: „Wir bieten einen breiten Horizont an Liedgut, sie mögen Mozart, aber auch Modernes wie die ,Star Wars‘-Lieder.“ Die Sängerknaben hätten ein gutes musikalisches Gespür dafür, was über die Jahrhundete gut gewesen sei und welche Komponisten wirklich bedeutuend gewesen sind. 

„Mir taugt es hier“

„Natürlich singen wir gerne – aber nicht jeden Tag“, lachen einige Knaben. „Mir taugt es hier“, erzählt Ale­xander Rieger, 12, aus Zissersdorf bei Geras. Es sei eine super Ausbildung, auch die Gemeinschaft hebt er hervor. Ebenfalls aus Zis­sersdorf kommt Lorenz Schöchtner, dem das Lernen im Internat sehr gefällt. Johannes Brandstetter, 12, aus Harmannsdorf verrät: „Die Konzertreisen sind klasse, nervös bin ich dabei nie.“

Fast 450 Absolventen gingen als Altenburger Sängerknaben seit der Gründung im Jahr 1961 hervor. Nicht alle – wie Landesrat Ludwig Schleritzko – werden Sänger oder Musiker, aber manche haben ihre Ausbildung zur Profession gemacht: Etwa Josef Döller, Domkapellmeister von Graz, oder Norbert Matsch, Stiftskapellmeister von Wilten. Auch ein Songcontest-Teilnehmer, mehrere Opernsänger oder ein Leiter der Chöre des Zentralfriedhofs sind unter den Absolventen. 

Der „Verein der Sängerknaben von Stift Altenburg“ sowie das Land Niederösterreich unterstützen die Sängerknaben. Vor allem dem Benediktinerstift sind sie wichtig, was schon die Bereitstellung der Ressourcen zeigt.

„Meist sind die Altenburger Sängerknaben um die 40 an der Zahl. Gerne freuen wir uns über Interessierte, die gerne singen, eine gute Nachmittagsbetreuung wollen und eine tolle Gemeinschaft erleben möchten“, so Internatsleiter Kugler. - Wolfgang Zarl