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Mit Kindern Sonntagsmesse feiern

In jeder Pfarre gibt es ein Miteinander von Jung und Alt – eine Gemeinschaft, die sich am Sonntag zur Eucharistie versammelt. Damit Kinder an der Feier aktiv teilnehmen können und gerne in die Sonntagsmesse kommen, haben sich viele Pfarren kindgerechte Elemente einfallen lassen.

Eine Stunde lang ruhig zu sitzen, das fällt vielen Kindern, vor allem den ganz Kleinen, schwer. Sie wollen sich bewegen und aktiv sein. Dazu kommt, dass die liturgische Sprache für kleine Kinder über weite Strecken unverständlich ist – sie brauchen eine einfache Sprache und Symbole.

In vielen Pfarren gibt es Be­mü­hungen, auf die Bedürfnisse und die Möglichkeiten von Kindern im Gottesdienst einzugehen. Die Eucharistiefeier soll ja ein gemeinsames Feiern aller Altersgruppen sein: der Kinder, der Jugendlichen, der Erwachsenen und der Senioren. Viele Pfarren setzen daher Zeichen, um Familien mit Kindern in der Kirche willkommen zu heißen.

Auch wenn Kinder manchmal laut sind und die Andacht stören: Jesus selbst hat die Kinder zu sich gerufen und sie sogar zum Vorbild für seine Nachfolge gemacht: „Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen.“ (Mt 18,2)

Kinder als Mitfeiernde

Dass auch Kinder Mitfeiernde der heiligen Messe sein können und sind, ist der Leiterin des diözesanen Kindergartenservice (KIREF), Sr. Ulrike Schaussberger, wichtig. „Können wir Erwachsenen die Kinder als Mitfeiernde sehen, ohne sie schon als die kommende Generation von Minis oder pfarrliche Jugendgruppe zu integ­rieren zu versuchen?“, fragt die erfahrende Kinderwortgottesdienst-Leiterin der Dompfarre St. Pölten. Um eine Atmosphäre des Miteinanders entstehen zu lassen, sei es vielleicht ausreichend, wenn bei einem Gottesdienst ein Kind eine Fürbitte lesen darf.

In der Dompfarre hat man vor zirka 20 Jahren klein begonnen, wie Sr. Ulrike erzählt: Den Kindern wurden biblische Ausmalbilder zur Verfügung gestellt. Dadurch konnten die Familien entlastet werden: Wäh­rend die Kinder Bilder anmalten, konnten die Erwachsenen aufmerksamer an der Eucharistiefeier teilnehmen. „Ein kleiner und wichtiger Beginn war es auch, dass die Kinder zur Gabenbereitung vom Priester eingeladen wurden, kleine Lichter vor den Altar zu stellen“, schildert Sr. Ulrike. Auch der Vaterunser-Kreis – der Zelebrant, die Ministranten, mitfeiernde Kinder und ihre Begleiter bilden zum Vaterunser einen Kreis rund um den Altar – sei eine schöne Geste von Gemeinschaft. Heute gibt es in der Dompfarre zusätzlich einen monatlichen Kinderwortgot­tesdienst und regelmäßig Familienmessen.

Das Miteinander-Feiern von Jung und Alt im Got­tesdienst ist immer wieder eine Herausforderung – und doch möglich und oft sogar ein Gewinn: So mancher Kinderwortgottesdienst spricht auch Erwachsene an, und umgekehrt werden manchmal aus quengeligen Kindern eifrige Ministranten.     ph

 

Wort Gottes für Kinder

In der Pfarre Hadersdorf am Kamp (ED Wien) haben sich engagierte Gläubige darüber Gedanken gemacht, wie man Kinder stärker in den Sonntagsgottesdienst einbeziehen kann. Es gab bereits einen Korb mit Bilderbüchern und die Kinder wurden eingeladen, zum „Vaterunser“ einen Kreis um den Altar zu bilden. Doch was kann man noch tun?
Die Theologen Franz Tragner und Johannes Bauer sowie Religionslehrer Peter Holik riefen daraufhin die Kinderwortgottesdienste ins Leben, die nun fünf bis sechs Mal im Jahr gefeiert werden. Am Beginn der Messe lädt der Zelebrant die Kinder ein, alleine oder mit einer Begleitperson zu der Kinderwortgottesfeier in die Kreuzkapelle zu kommen.

Ein gemeinsames Werkstück

Oft kommt ein „Kamishibai“ zum Einsatz, ein Holzkasten, der wie ein Theater aussieht und eine Bildergeschichte zeigt. Im Anschluss an die Bilder werden die Inhalte der Geschichte vertieft, und die Kinder dürfen ein gemeinsames Werkstück erarbeiten.

Zur Gabenbereitung kehren die Kinder zur Gemeinde zurück, sie berichten und zeigen, was sie gemacht haben. Oft bleiben Bilder und Basteleien noch wochenlang in der Kirche stehen und werden bewundert, wie etwa der große Regenbogen (Arche Noah) oder das Kreuz zu Ostern. Beim Kinderwortgottesdienst gibt es feste Rituale wie Namensschilder und das Anzünden einer Kerze. 

 

Benediktinerstift Melk

Den Kindern einen Platz in der Kirche geben, das möchten auch die Mönche des Stiftes Melk (im Bild Vater Unser-Kreis). Familien mit (Klein-)Kindern sind jeden Sonntag willkommen. Die Kinder haben einen eigenen Bereich beim Kolomanialtar, direkt neben dem Volksaltar. Dort finden sie den „Kinderteppich“ mit Ausmalbildern zum jeweiligen Sonntagsevangelium und religiöse Kinderbücher. Der Zugang mit Kinderwagen ist möglich und die „Bewegungsfreiheit“ während des Gottesdienstes gegeben. Einmal im Monat wird ein eigener Kinderwortgottesdienst in der Sakristei gefeiert, nachdem die Kinder zur Gabenbereitung wieder in die Kirche zurückkehren.

 

Pfarre Arbesbach

Mit biblischen Figuren werden die Geschichten des Evangeliums oder der Lesung in der Pfarre Arbesbach den Kindern oft beim Kinderwortgottesdienst näher gebracht (Foto). Auch so mancher Erwachsener ist angetan von der Art, wie das jeweilige Thema des Sonntags aufbereitet wird. Der Kinderwortgottesdienst findet im Pfarrheim statt und beginnt eine Viertelstunde vor der Messe, zur Gabenbereitung kommen die Kinder mit ihren Begleitpersonen in die Kirche. Viele junge Familien nehmen das Angebot gerne an – eingeladen werden sie, ganz modern, mittels WhatsApp. Seit elf Jahren gibt es die Kinderwortgottesdienste in der Pfarre Arbesbach.

 

Pfarre Eichgraben

Kindgerechte Elemente kommen vor allem bei den seit einem Jahr gestalteten Familiengottesdiensten in der Pfarre Eichgraben zum Einsatz: moderne Lieder, Symbole, Einladen der Kinder nach vorne (z. B. zum Vaterunser-Kreis), von Kindern gesprochene Fürbitten, etwas zum Mitnehmen wie etwa kleine Fahnen mit einem Spruch. Bei jedem Sonntagsgottesdienst gibt es eine eigene Kinderecke mit Stühlen, Teppich, Stiften und Ausmalbildern – gedacht vor allem für Kinder bis zur Erstkommunion.