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Mit der KA im Gespräch - Edith Mühlberghuber von der FPÖ

Foto: Parlamentsklub - PHOTO SIMONIS

Mit der Reihe „Mit der KA im Gespräch“ sollen unsere Leserinnen und Leser vor der Nationalratswahl über die Positionen der Parteien zu Themen wie Glaube, Religion, Familie oder Kreuz im öffentlichen Raum informiert werden. In der letzten Folge interviewt Mag. Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten, Edith Mühlberghuber von der FPÖ.

Die FPÖ beschließt die Gespräche der Parteien mit der Katholischen Aktion. Aus gutem Grund: Seit fast 2 Monaten versuchen wir, irgendjemanden in der FPÖ dazu zu bringen, uns für diese Gesprächsreihe Rede und Antwort zu stehen. Wir wurden jede Woche vertröstet (umso glücklicher sind wir aber, dass Sie sich nun die Zeit dafür nehmen). Auch in den letzten Jahren hat etwa Walter Rosenkranz dieselbe Strategie angewandt, als wir mit ihm unverbindlich ins Gespräch kommen wollten. Da ich nicht annehme, dass so eine Vorgangsweise bei anderen Institutionen oder Medien auch vorkommt, stelle ich mir die Frage: Was hat die FPÖ gegen die Kirche oder gegen die Katholische Aktion?

Edith Mühlberghuber: Kein Kommentar.

 

Die FPÖ spricht sich wie die verschiedenen Kirchen für den Arbeitsfreien Sonntag aus. Was sind die Motive der FPÖ dazu?

Edith Mühlberghuber: Sonntag ist Tag der Familie, Familien sollen diesen Tag gemeinsam genießen. Die FPÖ als Familienpartei sieht das so. Sonntag soll auch in Zukunft arbeitsfrei bleiben, abgesehen von den bestehenden Ausnahmen (Tourismus, Pflegebereich, Polizei etc.).

 

Nach Jahrzehnten der Stagnation ist beim Religions- und Ethikunterricht endlich etwas weitergegangen. Warum hat man sich für die (von den Kirchen bevorzugte) Variante entschieden, den Ethikunterricht für jene einzuführen, die sich vom konfessionellen Religionsunterricht abmelden?

Keine Angabe.

 

Doch gesetzlich geregelt ist er noch nicht. Im Parlament gab es zuletzt zahlreiche Beschlüsse, die viel Geld kosten, aber hier wurde nichts gemacht. Warum eigentlich nicht?

Kein Kommentar.

 

Sie und Norbert Hofer haben sich bewusst für die Unterstützung der Aktion „#Fairändern“ ausgesprochen und damit für eine breite Maßnahmenpalette beim Thema Abtreibung. Etwa eine offizielle Statistik und anonyme Motivforschung oder eine mindestens dreitägige Bedenkzeit zwischen Anmeldung und Durchführung eines Schwangerschaftsabbruches. Was haben wir von solchen Maßnahmen?

Edith Mühlberghuber: Es gibt in Österreich nur Schätzungen über die Anzahl an Abtreibungen (ca. 70-100.000/Jahr). Eine anonyme Motivforschung soll die Gründe für eine Abtreibung eruieren: liegt es an Alter, Jugend, Partnerschaft oder fehlender Verhütung? Erst wenn man diese Gründe kennt, kann man dahingehend Unterstützung anbieten.

 

Ist das Ihre Privatmeinung oder steht da die Partei dahinter?

Edith Mühlberghuber: Das Wertvollste für unsere Gesellschaft sind unsere Kinder. Sie geben Freude, Sinn und sie bedeuten vor allem Zukunft. Familien, besonders Frauen, stehen oft vor großen Herausforderungen, wenn es zu ungewollten, ungeplanten und schwierigen Schwangerschaften kommt. Deshalb brauchen Frauen schon während der Schwangerschaft Unterstützung. Noch immer gibt es in Österreich keine Statistik und Motivforschung zu Schwangerschaftsabbrüchen, was in dieser Petition gefordert wird und auch eine langjährige Forderung er FPÖ darstellt. Auch eine Infokampagne über Adoptiv- und Pflegeeltern als Alternative zum Schwangerschaftsabbruch braucht unser Land.

 

Die FPÖ strebt eine Überarbeitung des Fortpflanzungsmedizingesetzes vor. Was schwebt Ihnen da vor?

Edith Mühlberghuber: Es braucht eine dreitägige Bedenkzeit vor einer Abtreibung, um intensiver in sich zu gehen und eine eventuell vorschnell gefällte Entscheidung nochmals zu überdenken. Es braucht die Möglichkeit, sich mit Freunden, Familie oder anderer Vertrauensperson damit auseinanderzusetzen. Entscheidungen werden oft vorschnell getroffen.

 

Die Katholische Aktion forderte eine Überdenkung der eugenischen Indikation (die Möglichkeit einer Abtreibung bis knapp vor der Geburt bei Behinderungen). Wie steht die FPÖ dazu?

Edith Mühlberghuber: Behinderte Kinder können in Österreich bis zur Geburt abgetrieben werden. Dies ist nicht nur eine Diskriminierung von Menschen mit Behinderung, sondern vor allem ein unwürdiges Werturteil über ihr Lebensrecht!

 

Eines der großen Zukunftsthemen wird die aktive und passive Sterbehilfe sein. Wie ist die Position der FPÖ hierbei?

Kein Kommentar.

 

Was kann man dann für Maßnahmen treffen um einem Missbrauch vorzubeugen?

Keine Angabe.

 

Was heißt dieser berühmte Slogan „Religion ist Privatsache“ für Sie?

Edith Mühlberghuber: Religion IST Privatsache, solange sie sich nicht radikalisiert und für Politzwecke instrumentalisiert wird.

 

Ist eine radikale Trennung von Kirche und Staat überhaupt realistisch?

Keine Angabe.

 

Von ihren Wurzeln her ist die FPÖ nicht nur antiklerikal sondern auch antikatholisch. Vor allem mit Ewald Stadler kam das „wehrhafte Christentum“ in die Partei. Vor wem muss man Ihrer Meinung nach das Christentum verteidigen? Aber vor allem: Wie genau soll diese Verteidigung von statten gehen?

Edith Mühlberghuber:  Heimattreue heißt für uns Bewahrung der Heimat, Tradition, Kultur und Religion.

 

Auch die FPÖ spricht sich immer wieder für das Kreuz in öffentlichen Räumen und in den Schulklassen aus. Warum ist das der FPÖ so wichtig?

Edith Mühlberghuber: Zur eben erwähnten Heimattreue zählt im überwiegend christlichen Österreich eben auch das Kreuz.

 

Für nicht Wenige war die Verwendung des Kreuzes von HC Strache bei seiner Rede bei der Anti-Moschee-Demo ein Missbrauch eines religiösen Symbols. Würde Sie auch das Kreuz so verwenden?

Kein Kommentar.

 

Die FPÖ will die Ehe zwischen Mann und Frau trotz des VfGH-Beschlusses privilegieren. Warum? Und wie?

Edith Mühlberghuber: Der Grundbegriff „Familie“ ist für mich traditionell von Mutter – Vater – Kind geprägt. Es ist ja biologisch so vorgesehen, dass Kinder nur durch eine Beziehung von Mann und Frau entstehen können, deshalb sollte auch die Ehe ein Alleinstellungsmerkmal haben und nicht mit einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft auf eine Stufe gestellt werden.

 

Sollen homosexuelle Paare Ihrer Meinung nach adoptieren dürfen?

Edith Mühlberghuber:  Jeder soll sein Privat- bzw. Sexualleben so gestalten wie und mit wem er will. Ich bin aber nicht von einer Adoption durch homosexuelle Paare überzeugt, weil ein Kind für seine Entwicklung meiner Ansicht nach sowohl Mutter als auch Vater braucht.

 

Eine der unbekanntesten Tragödien der Gegenwart ist die Christenverfolgung. Je nach Schätzung werden zwischen 100 und 200 Millionen Christen weltweit diskriminiert, unterdrückt oder verfolgt. Die FPÖ weist dezent manchmal darauf hin, allerdings stets mit einem Verweis auf den Islamismus. Die Christenverfolgung selbst – so mein Eindruck – genießt keine allzu hohe Priorität.

Kein Kommentar.

 

Die Katholische Aktion tritt für eine Ökosoziale Steuerreform mit Ökobonus für alle Haushalte ein. Unterstützen sie diesen Vorschlag, oder was sind ihre Pläne zur Erreichung der Klimaziele?

Edith Mühlberghuber: Ich bin absolut gegen diverse Ökosteuern oder –abgaben. Mein persönlicher Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz ist folgender: Ich nutze so oft wie möglich Öffentliche Verkehrsmittel, meine Wien-Reisen mache ich größtenteils mit dem Zug, der U- oder Straßenbahn. Lebensmittel kaufe ich vorwiegend aus der Region und achte darauf, Produkte aus Österreich zu konsumieren.

 

Das kann jeder Einzelne tun. Wo sehen Sie hier die Aufgabe der Politik?

Edith Mühlberghuber: Sie muss dafür sorgen, Energiequellen vor Ort sowie erneuerbare Energie zu forcieren und auszubauen.

 

Zahlreiche Wahlkampfslogans der FPÖ vereinnahmen oder entstellen christliche Begriffe:

  • „Abendland in Christenhand“
  • „Pummerin statt Muezzin“
  • „Liebe deine Nächsten – für mich sind das unsere Österreicher“

Hier nimmt man aus Kalkül den Aufschrei der Kirchen in Kauf, obwohl man angeblich für ebendiese Werte kämpft. Das ist ja paradox.

Kein Kommentar.

 

Als Verfechterin des christlichen Abendlandes sollte ja die FPÖ eigentlich auch christlich geprägt sein. Wo liegt das das Christliche in Ihrer Partei?

Kein Kommentar.

 

Es gibt doch einige Katholiken, die sich unwohl fühlen, wenn sich die FPÖ zur Bewahrerin des Christentums aufschwingt. Können Sie das verstehen?

Kein Kommentar.

 

Sind nicht die Sozial- und Migrationspolitik, die immer wieder kehrenden bräunlichen Einzelfälle oder eine Ausgrenzungsrhetorik eher als unchristlich zu bezeichnen?

Kein Kommentar.

 

Gerade durch den Slogan „Religion ist Privatsache“ mutet die nächste Frage etwas seltsam an, aber warum soll man nicht über den persönlichen Glauben sprechen: Also, wie leben Sie ihren Glauben? Was bedeutet Ihnen Religion, Kirche?

Edith Mühlberghuber: Ich bin römisch-katholisch aufgewachsen und erzogen worden und lebe den christlichen Glauben mit und in meiner Familie.

 

 

Wordrap

Sonntag ist... Familientag

Leben ist... Zukunft

Glaube ist... Einstellung

Religion ist... Glaube

Kirche ist... Gemeinschaft

Jesus ist… der Weg

Der Teufel ist… vielseitig

Gebet ist... Hoffnung schöpfen

Gott ist... überall