Kirche bunt ABO

Banner Kirche Bunt

 
 

Mein Hobby – Sr. Reinhilde

Mit 94 Jahren voll Tatendrang: Viehdorf. Als die „Kirche bunt“ Sr. Reinhilde Settele besuchte, hatte sie gerade eine wunderschöne Weihnachtskrippe „für den Kaiser Franz Josef fertiggestellt“. Für wen? „Na, für unseren Altpfarrer Franz Josef Kaiser“, der auch im „Betreuten Wohnen“ der Franziskanerinnen in Hainstetten bei Viehdorf lebt. Neben unzähligen Malerein, Scherenschnitte und Stickerein bastelte die 94-Jährige rund hundert Krippen. Sr. Reinhilde macht das viel Freude und es hält sie offensichtlich fit. „Unsere Sr. Reinhilde ist unermüdlich, man muss sie oft bremsen“, erzählt ihre Oberin Sr. Judith Dangl. Sie sei trotz ihres Alters immer noch voll Tatendrang. Mit ihr spazieren zu gehen sei mitunter eine Herausforderung gewesen, denn wenn sie etwas Interessantes in Schaufenstern sah, betrachtete sie es näher und basteltete es nach.

Während es für Sr. Reinhilde eine „Gnade“ ist, diese Tätigkeiten zu verrichten, macht sie vielen Menschen damit auch eine Freude: Angestellte des „Betreuten Wohnens“ bekommen an Geburtstagen z. B. liebevoll gestickte Schürzen oder andere selbstgemachte Geschenke. Gerne gestaltet sie auch Kerzen für Professjubiläen oder für die Hauskapelle. Hans Redl, unermüdlicher Mitarbeiter in Hainstetten und Pfarrgemeinderatsobmann-Stv., erinnert daran, dass Sr. Reinhilde auch beim großen Fensteradventkalender in Viehdorf mitarbeitet. 

Ihr Talent nutzte sie nach ihrem Ordenseintritt beruflich: Über viele Jahre war sie in einer Berufsschule tätig. Sie ist in der Batschka geboren, während des Zweiten Weltkrieges kam ihre Familie in Ungarn und in Jugoslawien in die Wirren der Zeit hinein. 1946 wurden sie dann als Deutsche vertrieben und zogen ins Waldviertel. Sr. Reinhilde spricht noch slawische Sprachen und Ungarisch. Ihre Heimat hat sie nie vergessen, deshalb zeigt sie in ihren Fotoalben auch auf die Trachten, die sie geschaffen hat. 1947 trat sie in Amstetten bei den Schulschwestern ein, nach dem Noviziat kam die Ordensfrau als Erzieherin nach Holla­brunn, wo sie junge Frauen bei der Ausbildung unterstützte. Schon dort erfreute sie viele mit kleinen Geschenken. Besonders wichtig war es ihr, mit ihren Werken zu helfen: etwa armen Bergbauernkindern oder durch gebastelte Teddybären zugunsten einer abgebrannten Kirche.  

„Mein Hobby“

ist eine neue Reihe von Kirche bunt, in der außergewöhnliche Talente und interessante Hobbys von kirchlichen Persönlichkeiten vorgestellt werden.