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Mein Hobby – Sr. Margarita: „Alle meine gemalten Ikonen lächeln“

Maria Jeutendorf. „Das Endprodukt ist immer ein Geschenk Gottes“, sagt die Subpriorin (Stellvertreterin der Oberin) des Karmels von Maria Jeutendorf, Sr. Margarita Koutny, über ihre Ikonenbilder. Sie malt jeden Mittwoch mit fünf ihrer Mitschwestern. Vor 51 Jahren ist sie bei den Karmelitinnen in Graz eingetreten, wo einmal monatlich eine orthodoxe Liturgie gefeiert wurde. Aus dieser Zeit stammt ihre Faszination für Ikonen. Anfangs habe sie diese im Geist gemalt, dann wurde sie ermutigt, wirklich zu malen. Sr. Margarita machte Kurse und spürte auch die tiefgehende Spiritualität zu den Ikonen. Oft war aufgrund der vielen Arbeit zu wenig Zeit da für ihr Hobby, gerade als Priorin hatte sie kaum Zeit dafür. Aber sie sagte vor einigen Jahren: „Erst wenn demnächst drei Frauen in die Gemeinschaft eintreten, dann werden wir regelmäßig malen.“ So geschah es. Mittlerweile gibt es für den ganzen Jahreskreis Heiligenikonen.

Man trete in eine besondere Beziehung mit jenen Heiligen, die man malt, so Sr. Margarita. Durch die Ikonen würde etwas durchstrahlen, eine Botschaft. Sie habe gemerkt, dass alle ihre Ikonen lächeln würden. Das Malen führe zu Gott, man spüre eine lebendige Freundschaft zu ihm und zu Jesus. Grundsätzlich würde sich die eigene Stimmung auch auf die Ikone übertragen. Ist man gestresst, wirkt sich das auf das Bild aus, kommt man erfreut vom Gebet ebenso. Ikonen werden immer abgemalt und nicht erfunden, aber man gibt oft die erwähnte Stimmung im Ergebnis mit. Es brauche viel Konzentration für das Malen, gleichzeitig sei es auch entspannend.

Eine Ikone zu fertigen ist langwierig. Pro Jahr schafft Sr. Margarita acht oder neun. Die Ikonen können bestellt und gekauft werden: Infos gibt es im Internet unter http://jeutendorf.karmel.at. Anlässe für Bestellungen sind etwa Hochzeiten, Priesterjubiläen oder Primizen. Sie freue sich jedes Mal, vor einer fertigen Ikone zu beten, so Sr. Margarita. Weiters sagt sie, die Ikonenverehrung nehme im katholischen Bereich zu, das sehe sie als Chance für einen neuen Zugang zum Gebet.

 

„Mein Hobby“

ist eine neue Reihe von Kirche bunt, in der außergewöhnliche Talente und interessante Hobbys von kirchlichen Persönlichkeiten vorgestellt werden.