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Langenlois: 700 Jahre Pfarrkirche

In der Pfarre Langenlois freut man sich auf ein besonderes Jubiläum: Vor 700 Jahren wurde die Pfarrkirche, die dem heiligen Laurentius geweiht ist, erstmals erwähnt. Tatsächlich ist die Kirche aber noch älter und wurde zwischen 1200 und 1250 errichtet. Am Samstag, 10. August (10 Uhr), wird Pfarrpatron Laurentius mit einem Festakt gefeiert und am 11. August ist das Pfarrfest mit einem Hochamt (9.30 Uhr). Damit startet auch die Innenrenovierung mit neuer Innenraumschale, Elektrik, Beleuchtung, Ausmalen und Bestuhlung. Die Kirche soll dabei liturgisch neu gestaltet werden. Bei Renovierungsarbeiten wurde eine hölzerne Flachdecke freigelegt, sie stammt zum größten Teil aus dem Mittelalter und ist ein Unikat in Nieder­österreich, ebenso erwähnenswert ist der Flügelaltar aus Pöggstall, der sich aus Stücken aus der Gotik und des Fantastischen Realismus zusammensetzt. 

Der Kirchturm, der der Gemeinde gehört, wurde in den Jahren 1754 bis 1756 auf 56 Meter erhöht, bis vor dem Zweiten Weltkrieg lebte dort eine Türmerfamilie. Im Turm ist seit 1952 ein Glockenspiel installiert, es ertönt täglich um 12.15 Uhr und 18.40 Uhr, wöchentlich wechseln die Melodien.

In der Pfarre  rechnet man diesmal nicht mit größeren Überraschungen. Denn bei der Außenrenovierung im Jahr 1982 wurden 40.000 Skelette unter dem Presbyterium entdeckt, die dann aufwändig geschlichtet wurden. Unter Kaiser Joseph II. kam der Friedhof aus hygienischen Gründen an den Stadtrand, die Skelette unter dem Altarraum gerieten in Vergessenheit. 

Kooperation von fünf Pfarren

Aber die Pfarre ist keineswegs morbid, ganz im Gegenteil. Davon berichten die Langenloiser auch aktiv, was mit mehreren Preisen beim diözesanen Pfarrmedienwettbewerb ausgezeichnet wurde. Mit der Aktion GLAUBE 3.0 will das Öffentlichkeitsarbeitsteam der Pfarrgemeinschaft Langenlois Impulse setzen, um dem Glauben im Alltag wieder mehr Bedeutung zu geben. 

Pfarrvertreter berichten von der gu­ten Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde sowie mit den Schulen und Kind­ergärten. Froh ist man auch über die Einbindung der   Schulschwes­tern. Und es gibt eine lebendige Verbindung zwischen Moderne und Tradition, was sich etwa bei der Fronleichnamsfeier zeigt. Weiters betonen Pfarrer Jacek Zelek und Pastoralassistent Johannes Leitner die „hervorragende Kooperation“ zwischen den Pfarren: Gobelsburg, Schiltern, Mittelberg, Zöbing und eben Langenlois. Die „Gemeinschaft Langenloiser Pfarren“ stimmt sich in vielen Belangen ab: bei Kirchenwanderungen, bei der Vorbereitung der Erstkommunion und der Firmkandidaten, beim Katholischen Bildungswerk oder bei der „Langen Nacht der Kirchen“. Und es gibt eine gemeinsame Pfarrkanzlei. Dennoch sind alle eigenständig, es sei der Wunsch, dass Seel­sorge nahe bei den Menschen bleibt. Das Motto lautet: Zusammenarbeiten wo es möglich ist und Sinn macht, und die „Kirche im Dorf lassen“. Die Pfarre will für alle da sein: ob katholisch oder nicht.

Bei der kommenden Renovierung soll der heilige Laurentius in den Mittelpunkt gerückt werden, etwa mit einem Malwettbewerb. Die Pfarre sieht die kommenden Arbeiten als Chance, mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Diakon Laurentius habe sich für die Armen eingesetzt und sei somit ein Vorbild für heute. Passend für die größte Weinstadt Österreichs ist  Laurentius auch Patron der Winzer. – W. Zarl