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Krems-Lerchenfeld – eine soziale Pfarre, die von Frauen getragen wird

Man muss die Menschen abholen, wo sie stehen“, verweist Pastoralassistentin Elisabeth Fiedelsberger auf eine Weisheit, die besonders auch für ihre Pfarre Krems-Lerchenfeld zutrifft. Die Menschen wollen etwa bei Taufen oder bei Hochzeiten – die nicht selten gemischt-konfessionell sind – viel mehr mitgestalten als früher.  

Die Pfarre, in der derzeit mehrere Hochhäuser in den Himmel wachsen, steht dazu, dass die regelmäßige Got­tesdienstgemeinde eher klein ist. Weiters gebe es wenige katholische Kinder, und dennoch: In der Pfarre ist das Engagement beeindruckend, gerade im ökumenischen und sozialen Bereich. Markant ist, dass die Frauen in Lerchenfeld viele Aufgaben übernommen haben, der Pfarrgemeinderat überhaupt rein weiblich ist.

Am Sonntag, 30. Juni, 10 Uhr, hat die Pfarre Grund zum Feiern, denn vor 60 Jahren wurde die Pfarrkirche fertiggestellt, die „Maria, Königin des Weltalls“ geweiht ist. Die Kirche gilt bei den Kremsern als beliebt, gerne wird sie während der Woche zum Gebet aufgesucht. Geplant wurde die Jubiläumskirche von Architekt Julius Bergmann, Baubeginn war 1954. 

Die Diözese St. Pölten erkannte damals, dass es zwischen Krems-St. Veit und Rohrendorf einer weiteren Pfarre bedarf, im Jahr 1951 wurde sie errichtet. Fiedelsberger erinnert an die Persönlichkeiten Propst Josef Edelhauser und Pfarrer Alois Schnabl, die Krems-Lerchenfeld aufbauten. Prägend seien auch die vielen Steirer geworden, die aufgrund der Arbeit nach Krems kamen, manchmal hört man das Wort „Steirerpfarre“. Pfarrer ist derzeit Anton Hofmarcher, der bald von Chris­toph Weiss abgelöst wird. 

Gelebte Ökumene 

Im Zuge der Multikulturalität des Stadtteils ist die Ökumene zu einem wichtigen Faktor geworden, regelmäßig gibt es Begegnungen mit den baptistischen Christen, mit Rumänisch-Orthodoxen, Freikirchen oder mit den Evangelischen. Konkret feiert man z. B. die Weltgebetswoche für die Einheit der Chris­ten gemeinsam oder am 1. November die Friedhofsandacht.

Selbstverständlich gebe es in der Pfarre viel, was auch anderswo üblich sei, so Fiedelsberger. Sie versuche, immer wieder mit neuen Ideen die Menschen zu begeistern. Das intensive Pfarrleben mit den 1368 Katholiken spiegelt sich etwa im Sozialen wider: Seit 25 Jahren fertigt man Weihnachtspackerl für die Insassen der Justizanstalt Stein, die Caritas-Elisabethsammlung läuft gut und den  Firmkandidaten gibt man ein „Rüstzeug der Nächstenliebe“ mit. 

Fiedelsberger sagt, man müsse Mut haben, Neues auszuprobieren und sich gesellschaftlichen Veränderungen stellen, etwa bei den Gottesdienstzeiten, um Schichtarbeiter oder Pendler anzusprechen. Ganz wichtig ist der Pfarre, die Eigenständigkeit zu bewahren, denn die Menschen wollten eine „Kirche vor Ort“. Gleichzeitig setzt man auf das Gemeinsame: etwa bei der pfarrübergreifenden Firmvorbereitung oder eben bei der Ökumene. W. Zarl