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„Know-how“ für unsere Mesner

Foto: Wolfgang Zarl

In der Diözese St. Pölten gibt es 772 Mesnerinnen und Mesner. 30 von ihnen absolvierten in der Mesnerschule in St. Pölten eine Weiterbildung.

Die Mesner-Gemeinschaft der Diözese St. Pölten zählt 772 Mesnerinnen und Mesner, damit gibt es einen erfreulichen Höchststand“, berichtet Richard Wöginger, Diözesanleiter der Arbeitsgemeinschaft und selbst hauptberuflich Mesner in der Wallfahrtsbasilika Maria Taferl. Um den Dienst der vielen ehrenamtlich Engagierten zu optimieren, fand bereits zum dritten Mal der mehrtägige Kurs der Interdiözesanen Mesnerschule im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten statt, eine dreitägige Fortsetzung folgt im April. 30 Teilnehmer – darunter einige auch aus anderen Bundesländern – bekamen umfangreiches Hintergrundwissen vermittelt. 

Manche sind Quereinsteiger, andere arbeiten seit vielen Jahren mit. Knapp 300 der in der Diözese gemeldeten Mesner sind weiblich, das Alter reicht von 16 bis 95 Jahren. Erfreulich: „Nachwuchssorgen haben wir nicht oder kaum“, so Wöginger. Der Mesnerdienst wird oft von älteren Ministranten übernommen. Zuletzt war weiters ein Trend, dass so mancher sagte: „Jetzt in der Pension habe ich Zeit dafür.“

Vielen in den Pfarren ist der Erhalt der Paramente und der liturgischen Geräte ein großes Anliegen, das kam bei der Schulung zum Ausdruck. Das Bewusstsein um die richtige Lagerung von Messgewändern ist gewachsen. Mesner fühlen sich für das Kirchengebäude verantwortlich und kümmern sich entsprechend engagiert darum.

Geleitet wurde der Mesnerkurs, der auch in anderen Bundesländern angeboten wird, von „Mesner-Profi“ Martin Salzmann. Er gab den Kursteilnehmern viele praktische Tipps, da tauchen schon mal Fragen auf wie: „Dürfen Hunde in die Kirche?“ Der Kurs bietet auch theologische Grundlagen sowie Einführungen ins Kirchenjahr oder ins Direktorium. Natürlich habe sich der Dienst verändert, so Salzmann. War es früher notwendig, Kohlen zu schaufeln, um die Kirche zu beheizen, so müssten Mesner heute ein Grundwissen um die Elektronik haben. Neben dem liturgischen Dienst und dem technischen „Know-how“ würden sich so manch weitere Aufgaben ergeben, etwa die Schulung von Ministranten oder als Kommunionhelfer. Generell seien Mesner ganz „wichtige Rädchen“ im großen Netzwerk der pfarrlichen Mitarbeiter.

Der Mesnerdienst werde zunehmend wichtiger, betont auch Peter Haslwanter, Leiter des „Bereichs Pfarre“ in den Pastoralen Diensten der Diözese St. Pölten. Da die „Maschen der Zusammenarbeit in den Pfarren neu geknüpft“ werden, brauche es das ganze Kirchenjahr über verlässliche und kompetente Bezugspersonen vor Ort. Die Anforderungen an den Mesnerdienst seien enorm gewachsen. Haslwanter nennt einige Punkte: die Vielfalt von liturgischen Formen und Diensten, Sachverständnis für die Pflege der Gebäude, zunehmender Einsatz von Technik. Mesnerdienste würden daher immer öfter von Teams gemacht: „Man unterstützt sich gegenseitig und es ergänzen sich die Kompetenzen.“

In Gedenken an den Patron der Mesner der Diözese St. Pölten lädt Richard Wöginger zur Wallfahrt nach Parzham vom 26. bis 29. August. Anlass ist der 200. Geburtstag des heiligen Konrad von Parzham. Infos:  oder 02742/324-3332.

Wolfgang Zarl