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Klimawandel: „Wir müssen jetzt handeln“

Es braucht jetzt Maßnahmen, damit wir den Klimawandel zumindest verlangsamen können“, mit diesem Appell startete Prof. Heinz Kopetz seinen Vortrag. Unter dem Titel „Ökosoziale Steuerreform – unabdingbare Voraussetzung zur Erreichung der Klimaziele“ hatte der Katholische Akademikerverband KAV ins NÖ Landhaus St. Pölten geladen. Kopetz, langjähriger Präsident der steirischen Landwirtschaftskammer und bis 2016 Präsident des Weltbiomasseverbandes, verwies in seinem Referat auf die verschiedensten Auswirkungen des Klimawandels: Überschwemmungen, Murenabgänge, Stürme, Invasionen von Borkenkäfern, das Verschwinden der Gletscher und zuletzt der Zyklon in Mosambik zeigten auf, dass „der Klimawandel ein Faktum“ ist, so Kopetz. 

Ökosoziale Steuerreform

„Wir müssen jetzt handeln“, rief Kopetz auf. Dramatische Entwicklungen im Erdklima ließen sich dadurch verhindern, dass sich Industrieländer wie Österreich endlich an die Umsetzung der Vorgaben des Klimaabkommens von Paris, das eine Erderwärmung von maximal zwei Grad zum Ziel hat, halten und auf erneuerbare Energien umsteigen. Als zentral erachte er auch den Umbau des Steuersystems. „Wir brauchen politische Rahmenbedingungen, die nicht nur die Gutwilligen erreichen, sondern die alle erreichen“, forderte Kopetz eine ökosoziale Steuerreform, die Menschen Anreiz gibt, im persönlichen Leben umweltschonend Maß­nahmen zu setzen und vor allem auf fossile Energie zu verzichten.

Viel Applaus erntete Bischof Alois Schwarz mit seinem Verweis auf die Entscheidung der Österreichischen Bischofskonferenz, kirchliches Vermögen aus umweltschädlichen Firmen abzuziehen (siehe Bericht Seite 2). „Die Sorge um die Schöpfung ist eine Hauptaufgabe der Kirche“, so Schwarz, der in der Bischofskonferenz für Umweltfragen zuständig ist. Kirchlicher Umweltschutz müsse noch radikaler, noch entschiedener geschehen, und müsse immer sozial sein. Auch als Bischof von Kärnten habe er darauf geachtet, alternative Energie einzusetzen. So habe das Bistum Gurk Wasserkraftwerke bauen lassen, ein Windkraftprojekt sei in Umsetzung und das Bildungshaus St. Georgen sei ein klimaneutraler Betrieb. Solche Investitionen kosten viel Geld, würden sich aber über die Jahre rechnen. Auch in der Diözese St. Pölten werde man schauen, was hier möglich sei, so der Bischof. Hier habe er sich schon gegen den Bodenverbrauch eingesetzt. 

Soziale Auswirkungen

Leopold Wimmer, Präsident der Katholischen Aktion Österreich, wies in seinem Referat auf die sozialen Auswirkungen des Klimawandels hin: „Die Verursacher sind die reichen Länder und die reichen Menschen, die Leidtragenden sind die armen Länder und die arme Bevölkerung, wie sich jetzt beim Zyklon in Mosambik zeigt“. Auch er plädierte für eine ökosoziale Steuerreform. Das Modell der KAÖ kann auf der Webseite www.kaoe.at nachgelesen werden. Sop