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Kanzler Auer: Die Kunst erweitert unseren Blick

Gottfried Auer

Wie entspannt man sich als Ordinariatskanzler der Diözese St. Pölten, als Rektor des Bildungshauses St. Hippolyt, als Blindenseelsorger und als Pfarrprovisor von Kapelln? „Mit Kunst“, sagt Gottfried Auer, der alle diese Funktionen inne hat. Freilich sei alles eine Zeitfrage, so Auer (am Foto vor einem Werk von Künstler Rudolf Kolbitsch in der Hippolythaus-Kapelle). In „seinem“ Hiphaus werde er auch schnell fündig, weil es dort häufig Ausstellungen sowie kunstaffine Mitarbeiter als interessante Gesprächspartner gibt.

Darüber hinaus ist Msgr. Auer immer wieder im St. Pöltner Festspielhaus anzutreffen. Auch Wien und Linz ziehen ihn an, da die dortigen Kunstangebote mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell erreichbar seien. Doch auch im Diözesangebiet freue er sich über viel gute Kunst: von Musica Sacra bis hin zu den Aufführungen des Domchors. Weiters sei das diözesane Konservatorium für Kirchenmusik ein Garant für gute Ausbildung. „Kunst erweitert den Blick und ermöglicht neue Blickwinkel“, sagt der Ordinariatskanzler. Es diene ihm persönlich auch zur Erholung. Spannend finde er weiters, dass Kunst eine große und gute geistliche Hilfe sei. Man entdecke mit ihr Aspekte, die sonst vielleicht verborgen bleiben würden. Nicht nur Musik interessieren ihn, sondern auch Bilder. Diese könnten etwas zum Ausdruck bringen, das man mit Worten kaum beschreiben könne. Es sei erstaunlich, welch Schaffenskraft von Meistern wie Tschaikowski, Bernini oder Caravaggio ausgegangen sei. Auch mit Atheisten könne man darüber angeregt diskutieren.

In seiner Schulzeit bei den Piaristen in Krems und während seines Theologiestudiums sei ihm vielfach Kunst vermittelt worden. Diese Liebe sei geblieben. Es müsste nicht immer die vielgespielte 6. oder 9. Simphonie von Beethoven sein – so sehr der gebürtige Grainbrunner diese auch schätze. Gerne lasse er sich nämlich von neuen und unbekanteren Werken inspirieren.

Über die Definition von Kunst lässt sich bekanntlich trefflich streiten. Udo Jürgens empfand er z. B. auf jeden Fall eher als Unterhalter, denn als Künstler. Wenngleich der 66-jährige Auer herzhaft lachen muss, wenn man ihn den berühmten Ohrwurm von Jürgens erinnert: „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an ...“

„Mein Hobby“ ist eine Reihe von Kirche bunt, in der außergewöhnliche Talente und interessante Hobbys von kirchlichen Persönlichkeiten vorgestellt werden.