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Junge Gföhlerin beeindruckte: Sie betreute Frauen in Palästina

Bei der traditionsreichen Jugendvesper im Stift Seitenstetten gab die junge Gföhlerin Verena Maria Haselmann den Impuls. Eineinhalb Jahre arbeitete, betete und lebte sie im Pflegeheim „Beit Emmaus“ in Palästina als Volontärin mit. In Emmaus – dort, wo sich der Heiligen Schrift zufolge der auferstandene Christus den Jüngern zeigte. Es ist ein Pflegeheim für palästinensische Frauen christlichen und muslimischen Glaubens, die aufgrund ihres Alters oder einer Behinderung auf Hilfe angewiesen sind. Das Haus befindet sich in Qubeibeh, einem kleinen arabischen Dorf, das zwölf Kilometer von Jerusalem entfernt liegt und wie die übrige Westbank zunehmend unter den Folgen des israelischen Mauerbaus leidet. 

„Beit Emmaus“ (Beit bedeutet Haus) wird von den Salvatorianerinnen, einer internationalen Ordensgemeinschaft, geleitet. „In dem muslimischen Dorf waren wir die einzigen Christen. Wir lebten sehr gut und in tiefer Verbundenheit mit den Menschen vor Ort zusammen“, erzählt die Waldviertlerin. Sie war als „Missionarin auf Zeit“ tätig. 

Was ist heilig am Heiligen Land?

Oft habe sich Verena Haselmann die Frage gestellt, was „heilig“ an diesem Land sei, in dem so viele Gegensätze herrschen. „Viele Menschen pilgern ins Heilige Land zum Beten. Die ,durchbeteten Orte‘ und viele vorbildhafte Gläubige aus allen Konfessionen machen es für mich trotz aller Konflikte so ,heilig‘“, berichtete die engagierte Christin.

Sie führte weiter aus: „Respekt! Das ist das oberste Gebot für uns alle.“ Schon der Ordensgründer der Salvatorianerinnen, P. Johann Baptist Jordan, gab folgende Botschaft mit: „Tauche ein in den Ozean der Liebe deines Gottes.“

Salvatorianerinnen seien „betroffen von der tiefsten Not der Menschen und ihrer Sehnsucht, Leben zu finden und den einen wahren Gott zu kennen“. Diese Betroffenheit vom Leiden der Menschen und die Hoffnungserfahrungen „durfte ich an dem biblischen Ort Emmaus täglich im Alltagsgeschehen in der Pflege machen“, berichtete Verena Haselmann.

Hoffnung für Ausgesetzte

Den „Ausgesetzten unserer Zeit“ wollen die Ordensfrauen ein Hoffnungszeichen geben, so die Gföhlerin. In der arabischen Kultur gelte eine Behinderung vielfach als eine Schande für die Familie. „Natürlich hatte ich täglich meine großen Herausforderungen, doch diesen Menschen die Liebe zu schenken, die sie in Emmaus kennenlernen durften, sah ich als meinen Auftrag“, sagte die Gföhlerin in Seitenstetten. Oftmals sei es nur ein Lächeln, ein „shoukran“ (Danke), eine Berührung oder eine nette Geste gewesen. „Es war ein Geben und ein Nehmen und ein Beschenktsein. Diese Momente machten das Land für mich so heilig!“

So hoffnungslos die Lage im Heiligen Land oft aussehe: „Die Schwestern sind wie auch ihr Ordensgründer Pater Jordan davon überzeugt, dass der Dialog im Miteinander trotz schmerzhafter Kompromisse der einzige Lichtblick ist.“

Jugendvesper in Seitenstetten

Jeden ersten Freitag im Monat laden die jungen Benediktiner von Seitenstetten zwischen 20 und 22 Uhr zur Jugendvesper mit anschließendem Imbiss. Man rechnet schon nach: Bald findet das 500. Gebet statt, berichten die Mönche. - W. Zarl