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Inklusion: Impulse für eine einladende Pfarre

Foto: Karl Lahmer

Die Pfarrcaritas und die Pastoralen Dienste der Diözese St. Pölten unterstützen die Pfarren bei der Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen.

Vor zehn Jahren ist in Österreich die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft getreten. Mit ihr wurde ein Paradigmenwechsel vollzogen: vom traditionellen Fürsorgegedanken hin zur vollen und wirksamen Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben – und genau das bedeutet „Inklusion“. „Die Pfarrgemeinden haben diesbezüglich eine Vorbildwirkung“, sagt Peter Haslwanter, Leiter des Bereiches Pfarre und Spiritualität in den Pastoralen Diens­ten. Vorbild und Auftrag sei Jesus Christus selbst, so Haslwanter. „Orientieren wir uns an Jesus, der Menschen wie den blinden Bartimäus gefragt hat: ,Was brauchst Du?‘ (Mk 10,46 ff).“

In die Situation hineindenken

Eine Hilfestellung leistet dabei die Broschüre „Inklusion. Impulse für eine einladende Pfarrgemeinde“, die allen Pfarren zugeschickt wurde (siehe Infobox). Darin wird der pfarrliche Besuchsdienst ebenso beschrieben wie die Fahrtendienstangebote für ältere Menschen. „Mit dieser kleinen – 16 Seiten starken – Broschüre wollen wir zum großen Thema der Inklusion in der Pfarrgemeinde zum Nachdenken und zur Umsetzung ermuntern“, betont Peter Haslwanter. Die Broschüre regt die Mitarbeiter in den Pfarren an, sich in die Situation von Menschen mit Beein­trächtigungen hineinzudenken und zu  fragen: Wie leben Menschen mit Behinderungen? Wie schaut ihre Lebenswelt aus? Wie erleben diese Menschen unsere Pfarre und ihre seel­sorglichen Angebote? Fühlen sie sich willkommen? Wie können wir gute Bedingungen dafür schaffen, dass Menschen mit verschiedensten Einschränkungen voll am pfarrlichen Leben teilhaben und dieses bereichern können?

Nicht nur für, sondern mit den Menschen

In der Pfarre Loosdorf wurde heuer bereits ein „inklusiver“ Segensgottesdienst gefeiert. Pfarrer Zenon Pajak ist dabei besonders wichtig, dass er nicht für die Menschen, sondern mit den Menschen mit Behinderung vorbereitet und gefeiert wird. „Die Menschen mit Beeinträchtigungen sind glücklich und zufrieden, wenn sie einen Beitrag dazu leisten können“, sagt auch Mi­chael Schoisengeyer, Leiter des Caritas-Wohnhauses in Loosdorf. „Und sei es nur ein Wort, ein Dank, ein kurzer Text, eine Fürbitte“, so Schoisengeyer.
Auf dem Weg zu einer barrierefreien Pfarrgemeinde bieten Pfarrcaritas und Pastorale Dienste neben der Broschüre auch Unterlagen mit zwei verschiedenen Modellen an, die dabei unterstützen, Menschen mit Beeinträchtigungen auf vielfältige Weise eine Teilhabe am pfarrlichen Leben zu ermöglichen (siehe Infobox auf dieser Seite). Sonja Planitzer

 

Inklusive Seelsorge und barrierefreie Kirche


Tatsache ist, dass Menschen mit Behinderungen in unseren Pfarrgemeinden leben. Einige nehmen gern am Pfarrleben teil, für andere sind die Hürden oft zu groß. Die Pastoralen Dienste und die Caritas der Diözese St. Pölten laden ein, in der Pfarrgemeinde achtsame Signale und Schritte zu einer inklusiven Seelsorge und zu einer barrierefreien Kirche zu setzen.

Inklusion. Impulse für eine einladende Pfarrgemeinde.
In der Broschüre werden ganz praktische Tipps für inklusive Signale für alle Altersklassen gegeben. Beispiele: Besuchsdienst pflegt Kontakte zu Menschen, die nicht mehr in die Pfarre oder Kirche kommen können; bei Veranstaltungen wird ein Fahrdienst angeboten; eine Induktionsschleife unterstützt Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung.
Zudem gibt es Tipps für eine inklusive ehrenamtliche Mitarbeit. Beispiele: Die blinde Lektorin hat einen festen Platz im Lektorenplan; die Frau im Rollstuhl telefoniert täglich mit der alleinstehenden Frau in der Nachbarschaft; die Jugendliche mit Down-Syndrom singt im Chor mit und wird von Kirchenmusikern und Chormitgliedern unterstützt.

Zwei Modelle: In der Unterlage der Pastoralen Dienste und Caritas werden zwei Modelle vorgestellt: Modell 1 für inklusive PGR-Sitzungen, Sozialkreise oder PGR-Klausuren. Modell 2 betrifft die Frage, wie ein „Dialog zur Inklusion“ in der Pfarre initiiert werden kann.

Downloads: Sowohl die Inklusionsbroschüre als auch die Unterlagen und Modelle finden Sie unter: https://pfarre.dsp.at/inklusive_pfarrgemeinde.