Kirche bunt ABO

Banner Kirche Bunt

 
 

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr

In Niederösterreich gibt es 99.000 Feuerwehrleute, die ihre Freizeit für den Dienst am Nächsten einsetzen - und wenn es notwendig ist auch ihre Gesundheit. Am 4. Mai wird ihr Schutzpatron, der heilige Florian, gefeiert, auf den sie vertrauen. In unserer Diözese engagieren sich auch Priester bei den Feuerwehren. Sie sind als Seelsorge wichtige Ansprechpartner.

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“, diesem Motto vertrauen sich in den nächsten Tagen und Wochen tausende Feuerwehrleute auf dem Gebiet der Diözese an. Sie gedenken dabei des heiligen Florian, der am 4. Mai gefeiert wird. Wesentliche Bestandteile der Gottesdienste sind das Gebet für verstorbene Kameraden sowie der Dank für gut gegangene Einsätze. 

Wie sehr die Feuerwehren ihren Schutzpatron schätzen, sieht man neben den Florianimessen schon daran, dass die meisten Feuerwehren den Heiligen groß als Malerei am Feuerwehrhaus angebracht haben. Und in wohl jeder Wehr gibt es eine Statue des Heiligen.

Bei den Feierlichkeiten betonen die Priester immer zu Recht, dass es nicht selbstverständlich ist, wenn Menschen bereit sind, ihr Leben für den Nächsten einzusetzen. Der Amstettner Feuerwehrkurat Peter Bösendorfer erinnert bei den Floriani-Messen gerne an den Spruch: „Wo andere rauslaufen, laufen Feuerwehrer rein.“ Es sei auch zu würdigen, dass Familienangehörige „Ja“ sagen zum oft gefährlichen Dienst und zeitraubenden Engagement.

Niederösterreichweit wirken über 200 Personen, die als Seelsorger da sind, um mit Feuerwehrleuten zu reden, wenn es schwierige Einsätze – etwa mit Todesopfern – gab oder bei familiären Schwierigkeiten. Ein Gutteil der Personen sind Priester und Diakone, die Kuraten genannt werden. NÖ-Feuerwehrsprecher Franz Resperger: „Sie sind nicht mehr aus dem Feuerwehrwesen wegzudenken!“ Die Feuerwehrkuraten würden das tun, was sie auch in ihrem beruflichen Umfeld tun: nämlich Menschen trösten und ihnen beistehen. „Sie sind einfach da, wenn man sie braucht. Das geht tief in den privaten Bereich hinein, daraus haben sich viele wertvolle Freundschaften entwickelt“, erzählt Resperger.

Vom Feuerwehrlandesverband wurde im Jahr 2000 eine Peer-Ausbildung ins Leben gerufen. Auslöser war die Gasexplosion in einem Wohnhaus in Wilhelmsburg, bei der zehn Menschen starben. Der Einsatz war auch für die Feuerwehrleute traumatisch und sie mussten mit ihrer Erschütterung großteils alleine fertig werden. Dem wollte die Feuerwehrleitung mit den Peers künftig vorbeugen. Motor des Ganzen war Landesfeuerwehrkurat P. Stephan Holpfer OSB, der dem Stift Melk angehört.

Manche Priester sind wahre „Blaulichtpriester“, die sogar die Ausbildung als „schwere Atemschutzträger“ haben, etwa der Pfarrer von Langenhart, Herbert Reisinger, oder der Pfarrer von Aschbach, Dechant P. Georg Haumer.

Einige sind auch bei Bezirks- und Landesfeuerwehrbewerben dabei, bei denen sie oft hervorragende Ergebnisse erzielen. Der Pfarrer von St. Martin/Ybbsfelde, Dechant Daniel Kostrzycki, schlug zum Beispiel bei den Wasserdienstleistungsbewerben im Vorjahr in Ardagger hohe Wellen, als er ein Top-Resultat einfuhr. Zu den besten Feuerwehr-Zillenfahrern überhaupt zählt in seiner Kategorie Franz Wimmer, der Behamberger wurde erst im Vorjahr zum Ständigen Diakon geweiht und war zuvor jahrelang Feuerwehrkommandant. Was hat ihn über die Jahre hinweg fasziniert? „Für andere in Not da zu sein!“ Weiters sei die Kameradschaft bei der Feuerwehr sehr wichtig und man fokusiere sich auf ein Ziel hin: etwa auf Bewerbe oder auf die Brandbekämpfung. Die Feuerwehren würden viele Traditionen aufrechterhalten und vielerorts seien Kirchgänge wie zu Fronleichnam oder Allerheiligen üblich, so Diakon Wimmer. Die Feuerwehrleute wüssten: „Auf den heiligen Florian können wir vertrauen!“ - W. Zarl

 

 

Verhalten im Brandfall


Generell gilt: Wer schnell hilft und richtig handelt, kann schwere Schäden verhindern. Verlieren Sie im Notfall daher keine Zeit, handeln Sie rasch!

Menschenrettung geht vor Brandbekämpfung! Daher gilt die Regel: Alarmieren – Retten (Helfen, Flüchten) – Löschen. Die häufigste Todesursache bei Bränden ist der qualvolle Er­stickungs­tod durch eine Rauchgasvergiftung. Viele glauben noch immer, dass die Opfer in den Flammen umkommen. Eine Fehleinschätzung.

Jedes Jahr sterben in Niederösterreich 10 bis 15 Menschen nach Bränden in der eigenen Wohnung an einer Rauchgasvergiftung, mehr als 100 überleben verletzt. Dabei wären diese Tragödien oft einfach zu verhindern – und zwar durch die Installation von Rauchmeldern, die bloß 25 bis 30 Euro kosten.

• Machen Sie sich bereits im Vorfeld mit der Handhabung Ihres Feuerlöschers vertraut, damit Sie im Notfall keine Zeit verlieren.
• Vermeiden Sie Panik.
• Verlassen Sie die Wohnung nur, wenn der Fluchtweg nicht verqualmt ist.
• Schließen Sie die Tür zum Brandraum.
• Melden Sie folgende Angaben unter der Notrufnummer 122: Wer? Was? Wo? Wie? Warnen Sie Mitbewohnerinnen und Mitbewohner beziehungsweise Nachbarn und überprüfen Sie auf Vollzähligkeit nach der Evakuierung.
• Helfen Sie anderen, das Umfeld des Gefahrenbereiches zu verlassen.
• Nur wenn Sie sich sicher sind, den Entstehungsbrand mit den vorhandenen Löschhilfsmitteln erfolgreich bekämpfen zu können, unternehmen Sie Löschversuche. Machen Sie das niemals alleine. Achten Sie auf Ihren freien    Fluchtweg!
• Fenster von Fluchtwegen öffnen (Rauchabzug)
• Aufzug nicht benützen

Wenn Sie vom Brand eingeschlossen sind

• Vom Brandherd so weit wie möglich entfernen
• Türen zwischen sich und Brandherd schließen
• Türritzen abdichten (mit nassen Tüchern)
• Feuerwehr alarmieren
• Bei geöffnetem Fenster auf die Feuerwehr warten
• Durch Rufen und Winken auf sich aufmerksam machen