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Brief von Bischof Alois Schwarz zu Allerheiligen und Allerseelen

Der Tod beendet das Sterben, aber nicht das Leben. Es ist gut, dass wir uns erinnern, dass es ein Gott ist, der sich an die Welt verschenkt, der sich uns in der Schöpfung geschenkt hat. Keiner und keine von uns, auch kein Heiliger, hat sich selbst ins Leben gerufen. Wir wurden ins Leben hineingeschenkt von einem Schöpfer, der unseren Eltern zugetraut hat, dass ihre Liebe ein Gesicht bekommt. Gott hat Menschen zugetraut, dass sie sein Abbild sein können. Dieser Gott wartet für immer auf uns.

Suchen wir jene Gemeinschaft und jene Beziehungen, die uns halten und tragen und trösten und nicht loslassen. Das stärkt uns, das Leben gut zu bestehen, in den Trauersituationen nicht zu verzweifeln und einander im Guten durch das Gebet aufzurichten, dass niemand in der Trauer verzweifeln muss, weil es Gott sei Dank so viele andere gibt, die beten. Beten wir füreinander und seien wir sicher, dass unser Leben nicht nur die irdische Lebenszeit ist, sondern den Hinübergang in ein letztes Glück, in eine letzte Herrlichkeit mit Gott hat. Tragen wir einander im Schmerz, der Trauer und des Abschiednehmens und tragen wir einander mit Gebet, wissend, dass wir dem Herrn gehören und nicht uns selber. Wir gehören dem Herrgott im Leben und im Sterben.

Die Heiligen sagen uns: „Schau, dein Leben mit den irdischen Lebensjahren, das kann doch nicht alles sein. Du bist von deinem Gott als sein Abbild, sein Ebenbild geschaffen. Du bist seine Liebe in dieser Welt. Du bist so kostbar.“ Die Heiligen haben uns dieses Programm unseres Gottes, das ein Liebes- und Lebensprogramm ist, vorgelebt. Deshalb schauen wir auf sie und danken ihnen, dass ihr Leben geglückt ist.
Sucht Euch eine innere Fürsprecherin, einen inneren Fürsprecher und schaut, in der Gemeinschaft der Heiligen, die wir verehren, jenen Ort zu suchen, dem die Verstorbenen angehörig sind. Sie sind im Kreis derer, die im Himmel sind. So wird der heutige Tag ein tiefer Tag des Trostes, dass wir Menschen, die uns lieb gewesen sind, denen wir das Leben verdanken, die wir in die Welt hineingeliebt haben, in der Schar der Heiligen wissen. Es ist ein Tag, wo beides ineinander geht – das Irdische mit der Vergänglichkeit, mit dem Friedhofgang und das Darüber-Hinausschauen über die Schwelle des Todes in die Welt des Lichtes, des Osterlichtes und des Glanzes bei unserem Gott.