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Anna trifft einen Ordensmann

Anna (9) war zu Besuch im Stift Herzogenburg. Dort hat sie den jungen Augustiner Chorherren Stephanus Rützler getroffen und viel über sein Leben im Stift erfahren.

Anna: Was machst du den ganzen Tag?

Stephanus: Ich bin ja noch ein „Lehrling“, weil ich mich in Ausbildung befinde und noch kein Priester bin. Daher ist mein Tagesablauf ein wenig anders als der der anderen.   Ich schreibe an einer Arbeit für mein Doktorat in Theologie. Den Sonntag habe ich frei, weil ich noch keine Messe halte. Mein Tag ist gegliedert durch Essen und Beten drei Mal am Tag. Seit heuer unterrichte ich zwei Mal pro Woche Religion in der 4. Klasse der Volksschule Herzogenburg. Am Freitag halte ich außerdem Minis­trantenstunden ab.

Anna: Gibt es Verbote für Mönche, etwas, was sie nicht tun dürfen?

Stephanus: Ja, schon. Ich darf nicht heiraten. Und wenn ich eine Reise machen möchte, muss ich vorher fragen, ob das geht – wie in einer Familie ist das. Wenn ich weg bin, muss ja ein anderer meine Arbeit machen.

Anna: Auch wenn du krank bist?

Stephanus: Wenn ich krank bin, sage ich das dem Dechant, dem Stellvertreter des Propstes. Der Propst ist der „Chef“ unserer Gemeinschaft. Bei den Benediktinern heißt er Abt.

Anna: Was bekommst du immer zum Mittagessen?

Stephanus: Ich habe großes Glück hier im Stift, denn der Küchenmeis­ter sorgt dafür, dass es bei uns immer etwas Gutes zu essen gibt. Unsere Köchin heißt Eva, und sie kocht sehr gut. Heute gab es zum Beispiel Kaiserschmarrn.

Anna: Wie viele Mönche leben im Stift?

Stephanus: Zur Zeit wohnen hier 13 Chorherren. Es gibt noch drei weitere, die nicht hier leben. Übrigens nennt man uns eigentlich nicht Mönche, sondern Chorherren. Wir haben nämlich eine andere Tradition als zum Beispiel die Benediktiner, hinter unserer Ordensregel steht eine andere Grundidee. Sie geht auf den heiligen Augustinus zurück.

Anna: Singt ihr im Chor?

Stephanus: Das Wort „Chor“ hat etwas mit Singen zu tun und meint das gemeinsame Gebet.