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Anna trifft einen Mesner

Anna (9) trifft Mitarbeiter der Kirche und fragt sie, welche Aufgaben ihr Beruf mit sich bringt. Dieses Mal besucht sie Richard Wöginger, Mesner in der Basilika Maria Taferl.

Anna: Was macht ein Mesner eigentlich den ganzen Tag?

Mesner: Die meisten Mesner sind ehrenamtlich tätig, ich bin einer der wenigen, die von Beruf Mesner sind. Zu meinen Aufgaben gehört es, für die vielen Wallfahrer da zu sein. Wochentags sperre ich um 7 Uhr früh die Kirche auf und mache einen Rundgang, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist. Ich sammle vergessene Gegenstände ein, räume abgebrannte Kerzen weg und mache den Kirchenraum sauber. Um 7.30 Uhr wird jeden Tag eine heilige Messe gefeiert. Dafür bereite ich alles vor: Bücher, Kelche, Kerzen, die Technik usw. Außerdem bin ich für Reparaturen zuständig. Es sind viele einzelne Handgriffe zu tun. Zu meinen Aufgaben gehört es zum Beispiel auch, die Opferstöcke auszuheben.

Anna: Was sind Opferstöcke?

Mesner: Das sind Behälter aus Stein, in die die Leute Geldspenden geben können. Übrigens ist am Samstag und am Sonntag meine Hauptarbeitszeit, weil dann die meisten Gottesdienste und Feiern stattfinden. 

Anna: Was ist, wenn du krank bist?

Mesner: Dann vertritt mich Bruder Manfred, einer der beiden Ordensbrüder, die hier leben.

Anna: Ist schon einmal etwas gestohlen worden?

Mesner: Zum Glück erst einmal in den 28 Jahren, seit ich hier Mesner bin. Ich bin in der Kirche gesessen, als mir plötzlich auffiel, dass am Altar das kleine Osterlamm fehlt. Viel öfter wird in der Kirche etwas vergessen: Schlüssel, Regenschirme, Jacken…

Anna: Hast du auch lustige Erlebnisse?

Mesner: Ja, immer wieder. Zum Beispiel wenn ich während der Messe mit dem Klingelbeutel herumgehe, und ein Kind läuft hinter mir her und ruft laut: „Du hast mich vergessen!“

Anna: Gibt es hier wirklich eine Schatzkammer?

Mesner: Ja! Darin ist alles aufbewahrt, was Leute zum Dank für erhörte Gebete gespendet haben. Darunter ist auch ein Teddybär, den ein Kind hergebracht hat, weil seine Mutter wieder gesund geworden war. Hier findet man Gegenstände aus über 350 Jahren.