Interview mit Bischof Schwarz

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Wort zum 2. Adventsonntag - von Bischof Alois Schwarz

Wort zum Sonntag von Bischof Alois Schwarz: Meine Pilgerreise nach Israel liegt erst wenige Tage zurück und die Eindrücke sind noch sehr lebendig. Beim Anflug nach Tel Aviv erahnt man dieses Heilige Land in seiner geographischen Einzigartigkeit – das Meer wird zu Land, und man sieht von Weitem Hügel und Erhebungen, Wüsten und fruchtbare Ebenen, Wasser und Seen. Beim Anblick dieser Landschaft kommt einem das heutige Lukasevangelium in den Sinn, wo der Evangelist uns sagt: „Jede Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel sich senken, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden.“ Da bekommt man schon eine Ahnung, was in uns selbst notwendig ist, um dem Herrn den Weg zu bereiten. In Johannes dem Täufer erfüllt sich das Wort des Propheten Jesaja über den Wegbereiter Jesu. Johannes der Täufer ist der „Rufer in der Wüste“, und damit ein großer Wegbegleiter durch den Advent. Er verweist auf Jesus und ruft den Menschen zu, dass sie Jesus den Weg bereiten sollen. Das Programm des Täufers war der Ruf zur Umkehr. Dabei waren es sein Ziel und seine Hoffnung, dass alle Menschen „das Heil sehen, das von Gott kommt“. Als „ein Engel des Herrn“ seine Geburt ankündigte, sagte dieser Engel: „Viele Israeliten wird er zum Herrn, ihrem Gott bekehren. Er wird mit dem Geist und mit der Kraft des Elija dem Herrn vorangehen, um das Herz der Väter wieder den Kindern zuzuwenden und die Ungehorsamen zur Gerechtigkeit zu führen und so das Volk für den Herrn bereit zu machen.“ (Lk 1,16f.).

Ich denke, in der Person des Johannes dürfen sich vor allem all jene wiederfinden, die im Stillen dafür sorgen und dazu beitragen, dass die festliche Erfüllung einer großen Verheißung vorbereitet wird. Wir alle wissen, wie viele Handgriffe und organisatorische Überlegungen zur Vorbereitung eines Festes notwendig sind. Zunächst wird der Ort erkundet, an dem das Fest sein soll, es wird mit den Leuten vor Ort besprochen, wer in welcher Weise sich in der Mitarbeit einbringen kann. Es wird für das geistliche und leibliche Wohl gesorgt und das kann, je nachdem wie viele Leute kommen, ein großer Aufwand sein. Es braucht also viele fleißige Hände und engagierte Talente, die an den Vorbereitungen beteiligt sind. Jeder, der mitarbeitet, ist aus unterschiedlichen Gründen motiviert. Meist wird ein Fest für jemanden oder für eine bestimmte „Sache“, die als solche alle angeht, vor­bereitet.

Wegbereiter des Herrn

Auch Johannes hat das Fest, nämlich, dass Gott in der Gestalt des Jesus von Nazaret als Lamm und Sohn Gottes zu uns kommen wird, vorbereitet. Er hat den Menschen von Jesus erzählt und auf ihn ausdrücklich hingewiesen. Er war sich seiner Rolle als Vorbereiter, als Wegbereiter bewusst. Er hat als Diener des Herrn in Demut gelebt. Er hat die „Logik des Herzens“ (Blaise Pascal) erkannt und anerkannt, und er verstand es, nicht sich selbst, sondern Jesus als den Sohn Gottes zu verkünden und zu erhöhen. Er hat die Menschen zu Gott bekehrt und hat so den Boden für die leibhaftige Erscheinung der Liebe Gottes unter den Menschen bereitet.

Getrost und mit der Gewissheit des Heilsversprechens dürfen wir fragen:

  • Finde ich Halt in meiner Taufe, in meinem „Eingeschrieben-Sein“ in Gottes Hand und Buch?
  • Wie bereiten wir uns vor, wie bereite ich mich vor auf die Ankunft des Herrn – in mir?
  • Welche inneren und äußeren Vorbereitungen sind nötig? 
  • Wo gehe ich weiter, wo muss ich umkehren?

Im Wegbereiten mit Euch verbunden 

Euer,

+ Alois Schwarz