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Was uns Schulnoten sagen (sollen)

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Bald gibt es wieder Zeugnisse – und die Schulnoten schwarz auf weiß. Was sie aussagen und was nicht, erklärt Andrea Richter, Leiterin der Schulpsychologie am Landesschulrat für Niederösterreich.

Schulnoten sind des einen Leid, des anderen Freud. Wer gute Noten einheimst, der freut sich darüber; wer mit schlechten Noten zu kämpfen hat, der sieht seinem Zeugnis wohl mit gemischten Gefühlen entgegen.
Was Schulnoten eigentlich aussagen, erklärt Hofrätin Mag. DDr. Andrea Richter, Leiterin der Schulpsychologie am Landesschulrat NÖ, im Gespräch mit „Kirche bunt“. Schulnoten haben den Vorteil, dass sie auf einen Blick erkennen lassen, wo ein Kind in einem bestimmten Fach bei einem bestimmten Lehrer steht. Dass dabei auch subjektive Faktoren, wie das Klassen-Niveau oder die „Chemie“ zwischen Lehrer und Schüler, mitunter einfließen können, diese Möglichkeit räumt Andrea Richter ein.

Schulnoten haben laut Richter vorwiegend zwei Funktionen: Sie berechtigen zum Aufsteigen in die nächste Schulstufe oder zum Wechsel in eine weiterführende Schule. Und sie geben eine „oberflächliche Rückmeldung“, so Richter, ob der Lernstoff verstanden wurde.

Schulnoten beurteilen die Leistungen des Schülers in Bezug auf den Lernstoff sowie seine Mitarbeit. Unter Mitarbeit fallen die Erledigung der Hausübungen, Diskussionsbeiträge, Referate sowie die Beteiligung im Unterricht. Auch die Eigenständigkeit der schulischen Leistungen sowie das selbstständige Anwenden auf neue Aufgaben fließen in die Beurteilung mit ein. Nicht in den Noten bewertet sind die Ordnungsliebe des Kindes (Schönschrift, Zustand der Hefte etc.) oder sein soziales Verhalten in der Klasse.

Seit dem Schuljahr 2016/17 sind an den Volksschulen anstelle der Schul­noten so genannte schriftliche „Leis­tungsinformationen“ möglich – für die ersten drei Klassen –, die größere Differenzierungen bei der Beurteilung von schulischen Leistungen erlauben. In der vierten Klasse gibt es auf jeden Fall Noten, weil diese ja für die weitere Schullaufbahn ausschlaggebend sind.

 

Die gesetzliche Definition der Schulnoten (§ 14 SchUG) sieht folgende Beurteilungskriterien vor (die Leistungen beinhalten das Erfassen und Anwenden des Lehrstoffes sowie die Durchführung der gestellten Aufgaben):

Mit „Sehr gut“ sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die (…) gestellten Anforderungen (…) in weit über das Wesentliche hinausgehendem Ausmaß erfüllt und, wo dies möglich ist, deutliche Eigenständigkeit beziehungsweise die Fähigkeit zur selbständigen Anwendung seines Wissens und Könnens auf für ihn neuartige Aufgaben zeigt.

Mit „Gut“ sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die (…) gestellten Anforderungen (…) in über das Wesentliche hinausgehendem Ausmaß erfüllt und, wo dies möglich ist, merkliche Ansätze zur Eigenständigkeit beziehungsweise bei entsprechender Anleitung die Fähigkeit zur Anwendung seines Wissens und Könnens auf für ihn neuartige Aufgaben zeigt.

Mit „Befriedigend“ sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die (…) gestellten Anforderungen
(…) in den wesentlichen Bereichen zur Gänze erfüllt; dabei werden Mängel in der Durchführung durch merkliche Ansätze zur Eigenständigkeit ausgeglichen.

Mit „Genügend“ sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die (…) gestellten Anforderungen (…) in den wesentlichen Bereichen überwiegend erfüllt.

Mit „Nicht genügend“ sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler nicht einmal alle Erfordernisse für die Beurteilung mit „Genügend“ erfüllt.