Interview mit Bischof Schwarz

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Was mich trägt - Franz Maierhofer †

Foto: Hans Pflügl

Alles mit Liebe tun. Kurz vor seinem Tod im Alter von 78 Jahren hat Hans Pflügl Franz Maierhofer für „Kirche bunt“ interviewt. Franz Maierhofer war verheiratet, Vater zweier erwachsener Kinder und Groß­vater von sechs Enkelkindern.


In der Pfarre war er viele Jahre unverzichtbar: als Vorbe­ter, als Lektor, als Mesner und als Obmann der Män­ner­bewegung: Franz Maierhofer aus der Pfarre Obritzberg.
Kaum drei Wochen nach unserem Gespräch hat Franz einen Schlaganfall erlitten, von dem er sich nicht mehr erholt hat. Am Passionssonntag ist er verstorben. Sein Engagement und seine Liebe zu dem, was er tat sind unvergessen und werden vielen in Erinnerung bleiben. „Alles was ich tue, tu ich aus innerem Antrieb heraus“, hat er stets gesagt. Von Kindheit an war er der Kirche verbunden. „Und der sonntägliche Kirchgang war selbstverständlich“, unterstrich er.

Ab seinem 19. Lebensjahr war er als „Heiratsmann“ tätig und hat über 300 Hochzeiten begleitet. In den 80er-Jahren begann er Wortgottesdienste zu leiten und Mesnerdienste zu übernehmen. „Ich bin langsam hineingewachsen“, erzählte er. Bis zuletzt hat er diesem Team angehört. Früher, als er noch den Hof führte, hieß es daher oft zeitig aufstehen und vorher die Stallarbeit erledigen. 1983 wurde Franz Maierhofer auch Vorbeter und hat hunderte Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet. Nicht nur in Obritzberg, auch in umliegenden Pfarren.

„Es war am Anfang nicht leicht“, erzählte er. „Manch­mal musste der Mähdrescher stehen bleiben, denn der Mensch geht vor“. Wichtig war ihm, bei den Betstunden immer auch persönliche Erinnerungen an den Verstorbenen mit einzustreuen. Franz kannte fast jeden – und wenn es dazu noch ein Freund war, war er selbst zutiefst betroffen, wie er sagte. Zu all dem gehört „eine besondere Liebe und das Verständnis der Familie“, auf die er stets bauen konnte. Sie habe ihm immer wieder Mut gemacht.

Neben seiner Funktion als geschäftsführender Gemeinderat in der politischen Gemeinde war Franz zehn Jahre im Pfarrgemeinderat und fünf Jahre im Pfarrkirchenrat aktiv. Vor über zehn Jahren hat er in der Pfarre noch die Katholische Männerbewegung gegründet. Mit ihr organisierte er Jahr für Jahr Initiativen wie die Nikolausaktion, die Verteilung des Friedenslichtes, die Pfarrwallfahrten und den jährlichen Einkehrtag. „Es ist fast wie ein Hobby“, hat er gesagt. „Vor allem, wenn man die Freude spürt, dass wieder alles gelungen ist.“ Nun können wir auf ein „gelungenes Leben“ von Franz zurückblicken und sind gewiss, dass er nun die noch größere Freude beim Herrn erleben kann.