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Interview mit Bischof Schwarz

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An Vielfalt kaum zu übertreffen

Brief an die Jugend von Christina Dietl, Pastoralassistentin in Ausbildung im Pfarrverband St. Pölten-Süd: „Was arbeitest du eigentlich?“– Das ist eine der Fragen, die man stellt, wenn man jemanden kennenlernen möchte. Man erwartet aber nicht, dass man sich bei dieser Frage lange aufhalten wird. Der Gesprächspartner wird bestimmt eine Berufsbezeichnung nennen, die man kennt oder die sich schnell erklären lässt.

Bei mir ist das etwas anders. Die Antwort auf diese Frage kann bei mir abendfüllend sein. Denn mit „Pastoralassis­tentin in Ausbildung“ können die wenigsten Gesprächs­part­ner etwas anfangen. Der Beruf „Pastoralassis­tentIn“ ist in unseren Breiten in den 70er-Jahren entstanden und gibt Laien (also nicht geweihten Männern und Frauen) die Möglichkeit, sich hauptamtlich in der Kirche in verschiedenen seelsorglichen Bereichen zu engagieren. Pastoralassis­tentInnen wirken in Pfarren, in Krankenhäusern und Pflegeheimen, und manche setzen Angebote für Arbeiter in Betrieben. Pfarr-PastoralassistentInnen sind besonders in größeren Pfarren und Pfarrverbänden zu finden.

Ich befinde mich gerade in der letzten Etappe der Ausbildung zur Pastoralassistentin, im einjährigen Pastoralpraktikum. Zuvor habe ich in Wien Theologie studiert: Der Weg zum Beruf des akademischen Pastoralassistent kann mit einem Fachtheologie-, einem Religionspädagogik- oder einem kombinierten Unterrichtsfach-Studium begonnen werden. Während des Studiums wurde ich im Kreis der St. Pöltner Theologiestudierenden bei abwechslungsreichen monatlichen Treffen auf die Berufspraxis vorbereitet. Dabei sind wertvolle Freundschaften entstanden. Mein Orientierungspraktikum habe ich in der Krankenhausseelsorge abgelegt und dabei spannende Erfahrungen gesammelt.

Im Rahmen meines Pastoralpraktikums bin ich im Pfarrverband St. Pölten-Süd angestellt und werde von den dort tätigen Pastoralassistenten begleitet. Ich habe in diesem Jahr die Möglichkeit, in viele Arbeitsbereiche und Herausforderungen des Berufs hineinzuschnuppern: Erstkommunion- und Firm-Vorbereitung, Ministranten-Pastoral, Kleinkind-Gruppen, Kindergarten- und Schulbesuche, Pfarrgemeinderat, Seniorenrunden, Gottesdienst-Vorbereitungen, Pfarrcafés und vieles mehr. Der PastoralassistentInnen-Beruf ist an Vielfältigkeit kaum zu übertreffen: Er eignet sich für Menschen, die sich sozial engagieren wollen; für Menschen, die gerne mit Kindern arbeiten; auch für musikalische Menschen. Aber in erster Linie ist der Pastoralassistent/die Pastoralassistentin ein Motivator: Er oder sie steht hinter allen, die sich in der Pfarre engagieren, und bemüht sich um ein gutes Miteinander. Denn jeder soll die Möglichkeit bekommen, sich mit seinen Talenten einzubringen. Nur so können wir miteinander Kirche sein.

Die Autorin: Christina Dietl, 25, kommt aus der Pfarre Gföhl und ist Pastoralassistentin in Ausbildung im Pfarrverband St. Pölten-Süd.