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Unseren Missionaren helfen, damit sie helfen können

Am 21. Oktober feiert die Kirche weltweit den Weltmissions-Sonntag. Die Kollekte in den Gottesdiensten an diesem Sonntag kommt der Arbeit der Päpstlichen Missionswerke für die Menschen in den ärms­ten Ländern der Welt zugute. Aus der Diözese St. Pölten sind zwölf Missionsschwestern und Missionare weltweit in armen Ländern tätig. „Kirche bunt“ stellt mit Missio drei von ihnen in den Fokus.

Der Bericht in „Kirche bunt“ 43/2017 über die Missionsschwes­tern und Missionare aus der Diözese St. Pölten war für den in Dorfstetten geborenen Pater Felix Poschenreithner Anlass, sich mit einem Leserbrief bei uns zu melden und auf sein missionarisches Wirken in Brasilien aufmerksam zu machen. So kam es zum Kontakt zwischen der Missio-Diözesandirektion und Pater Felix, der zu einem Zusammentreffen im heurigen Sommer führ­te: Da besuchte der Missionar Diözesandirektor Christian Poschenrieder in der Pfarre Maria Laach.

P. Felix berichtete, wie es zu seinem Missionseinsatz gekommen war: Eine Caritas-Socialis-Schwester hatte ihn 1998 zu einem Besuch in einem Lepra Krankenhaus in der Nähe von Curitiba eingeladen. Dabei wurden auch andere Einsatzorte von Missionaren und Missionsschwestern aus Österreich besucht. Beeindruckt von diesen Begegnungen kam die Idee, selbst in die Mission zu gehen. Von der Idee zur Tat dauerte es  noch fünf Jahre: Am 1. November 2003 begannen Pater Felix und ein Mitbruder für ihre Kongregation der Kalasantiner den Einsatz in einer riesigen Pfarrei der Diözese Nova Iguacu im Großraum von Rio de Janeiro.

Heute ist P. Felix allein von seiner Gemeinschaft in Brasilien. Er ist Pfarrer in der Pfarre „Unbefleckte Empfängnis“ und nimmt sich besonders der Jugendlichen an. In einem Gebiet mit hoher Kriminalität ist es ihm wichtig, sie von der Straße wegzubringen. Das Projekt „Neue Hoffnung“ will die Jugendlichen fördern, unterstützen und begleiten. Seit dem Vorjahr tut sich, berichtete P. Felix, eine „neue Hoffnung“ auf: Mittlerweile leben neun junge Männer bei ihm, die als Ordenspriester oder -bruder bei den Kalasantiner wirken möchten. Für die Finanzierung der Ausbildung bat P. Felix um Hilfe. Spenden für P. Felix Poschenreithner: IBAN: AT81 3239 5000 0120 8180; BIC: RLNWATWWKOR; Kontoinhaber: Verein Projekt Neue Hoffnung – Projeto Nova Esperanca.

Hilfe für Familien in Kasachstan 

Finanziell unterstützt hat Missio auch das Projekt von Pater Leopold Kropfreiter.  Der Priester der Gemeinschaft der Diener Jesu und Mariens stammt aus der Pfarre Arbesbach und ist seit 2008 in der Mission in Kasachstan, einem zent­ralasiatischen Land und einen ehemaliger Sowjetrepublik, tätig. In einem abgelegenen Gebiet leitet er eine Schule und betreut die Pfarren Korneevka und Tonkoschorovka. Mit dem Projekt „Familienförderung in Kasachstan“ unterstützt er bedürftige Familien. Bei einem Besuch in seiner Heimat hielt P. Leopold in mehreren Pfarren in der Diözese St. Pölten Vorträge über sein missionarisches Wirken und berichtete von Familien, die er mit Hilfe der Spenden unterstützen konnte: So war es möglich, Familie A. zu unterstützen, damit diese u. a. Ausgaben für notwendige Hausreparaturen bezahlen konnte; für Olga, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, konnte mit der Unterstützung eine fixe Bleibe organisiert werden und der alleinerziehenden zweifachen Mutter Svetlana wurden Holz und Kohle für den bitterkalten Winter in Kasachstan, wo die Temperaturen auf bis zu minus 40 Grad sinken können, gekauft.
Spenden für Pater Leopold Kropfreiter an Missio Päpstliche Missionswerke, IBAN AT96 6000 0000 0701 5500, BIC BAWAATWW; Verwendungszweck: Aktionscode: KAS-DP.

Ein sehr bekannter Missionar aus der Diözese ist Bischof Alfred Schäffler. Viele Jahrzehnte war er in Brasilien im Einsatz. Inzwischen ist der aus Waidhofen an der Ybbs stammende Bischof emeritiert und als Kaplan in einer brasilianischen Pfarre mit 45 Außenstellen tätig. Heuer feierte er sein 50-jähriges Priesterjubiläum, zu dem ihm auch Diözesandirektor Poschenrieder gratulierte. In einem Dankbrief blickte Dom Alfredo auf „50 intensive Jahre“ zurück. An manchen Tagen habe er nichts zu essen gehabt und über zwei Jahre sei er nur mit Holzschuhen unterwegs gewesen, da es für seine Größe keine Schuhe gab. Aber er sei dankbar, dass er mehr als 60.000 Kinder taufen, mehr als 7.000 Hochzeits­paare segnen und um die 40.000 Firmungen spenden konnte. Dom Alfredo schreibt im Brief: „Wenn ich nach 50 Jahren retour blicke, kann ich sagen, alles war Gnade Gottes. Ein erfülltes Leben getragen von innerer Freude und Erfüllung. Mit voller Begeisterung sage ich: Wenn ich hundert Leben hätte, hundertmal würde ich wieder Priester werden hier im armen und von der Tropensonne ausgebrannten Nordosten Brasiliens in unserem Bundesstaat Piaui.“
Spendenkonto für Bischof Alfred Schäffler: IBAN: AT16 2025 6034 0000 8037; BIC: SPSPAT21XXX.


   
Faire Schokopralinen für den guten Zweck

Der Weltmissions-Sonntag 2018 will die Dynamik der Weltkirche nach Österreich bringen. Gleichzeitig soll die Solidarität mit den jungen, aber armen Kirchen im Fokus stehen. „Die Kirchen in Afrika, Asien und Lateinamerika sind lebendig, sie wachsen, sprühen vor Dynamik und Motivation – aber sie sind arm. Sie brauchen unser Gebet, aber auch unsere finanzielle Unterstützung“, sagt Missio-Nationalpräsident Pater Karl Wallner. Für ihn bringt der Weltmissions-Sonntag ein großes Anliegen von Papst Franziskus zum Ausdruck: „Der Papst ermutigt uns, aus unserer Selbstbezogenheit auszubrechen und etwas von der Dynamik der Weltkirche in unser Handeln mitzunehmen.“ Wallner warnt vor einer „Klaustrophilie“ der Kirche: „Die Kirche soll sich nicht in ihren eigenen Strukturen verbarrikadieren, sondern mit den Menschen die größte Freude teilen, die es für uns Christen gibt.“ Papst Franziskus wolle, dass die Kirche in Europa wirklich missionarisch wird, dass sie hinausgeht und für den Glauben Werbung macht. „Die Kirche soll angstfrei die Freude des Evangeliums bis an die Ränder der Gesellschaft tragen.“

Wie jedes Jahr stellt Missio Österreich auch heuer wieder ein Land zum Weltmissions-Sonntag in den Fokus, um zur Solidarität für die Weltkirche aufzurufen. Ausgewählt wurde dafür heuer eines der ärmsten Länder der Welt: Äthiopien, das eine lange christliche Tradition hat.

Die Katholische Jugend ist bereits im ganzen Oktober, dem Monat der Weltmission, tätig. Unter dem Motto „Eine süße Tat“ verkaufen Jugendliche in der Diözese St. Pölten fair hergestellte Schokoladepralinen und saure Bio-Fruchtgummis in den Pfarren und Schulen. „Der Reinerlös kommt Jugendprojekten in Afrika, Asien und Lateinamerika zugute“, berichtet der Pfarrer von Maria Laach, Christian Poschenrieder, der auch Missio-Diözesandirektor ist.

Bei der Jugendaktion von Missio und der Katholischen Jugend   (KJ) werden Pralinen verkauft, die nicht nur das „Fairtrade“-Siegel besitzen, sondern zudem palmölfrei sind. Man setze damit ein „starkes Zeichen für unsere soziale Verantwortung“, so Poschenrieder. Auch für die KJ ist die Förderung eines fairen Handels ein großes Anliegen. „Viele Menschen hängen von unseren alltäglichen Konsumentscheidungen ab. Darauf wollen wir aufmerksam machen und zeigen, dass jede und jeder auch durch bewusstes Einkaufen die Welt ein klein wenig verändern kann“, heißt es seitens der KJ.