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Symbole der Hingabe und des Lebens

Foto: Harald Oppitz/KNA

Die „drei österlichen Tage“ vom Gründonnerstag bis zur Osternacht sind im Grunde ein großes, zusammenhängendes Ereignis. Die Liturgie dieser Tage ist von starken Symbolen geprägt: Brot und Wein, Kreuz, Wasser, Feuer und Licht.

Höhepunkt der Karwoche sind „die drei österlichen Tage vom Leiden und Sterben, von der Grabesruhe und der Auferstehung des Herrn“ – so die Überschrift im liturgischen Direktorium zur Feier des Pascha-Mysteriums. In der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils steht dieses „Paschale mysterium“ für die Herzmitte des Kirchenjahres, für Leiden, Tod und Auferstehung Jesu.

Brot und Wein – Hingabe des Lebens

Zwei Symbole sind am Gründonnerstag von besonderer Bedeutung: Brot und Wein. Das Letzte Abendmahl Jesu ist ein Paschamahl, das an die Befreiung der Israeliten aus Ägypten erinnert. Gemäß der Überlieferung blieb den Israeliten beim Aufbruch keine Zeit, den Teig für die Brote säuern zu lassen. Pascha ist das Fest der Ungesäuerten Brote. Zur Symbolik des Mahles gehört auch das Pascha-Lamm, ein fehlerloses, männliches, einjähriges Tier. In der Nacht des Auszugs wurden Lämmer geschlachtet und die Tür­pfos­ten mit dem Blut bestrichen. Der Todesengel, der in dieser Nacht die Erstgeburt schlug, ging an den Häusern mit diesem Zeichen vorüber. Das vergossene Blut des Lammes ist so ein Zeichen der nahen Erlösung. Zum Paschamahl gehört auch der Wein, über den der Segen gesprochen wird. Jesus deutet Brot und Wein neu: „Nehmt und esst, das ist mein Leib“ – „Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden“ (Mt 26,26.28). Das Brot lässt an das Gleichnis vom Weizenkorn denken: Es muss sterben, um reiche Frucht zu bringen. Frucht bringen ist wiederum Thema der Rede vom Weinstock und den Rebzweigen: „Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen“ (Joh 15,5).

Auch die Fußwaschung an diesem Abend ist ein Zeichen seiner dienenden Liebe. „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ (Lk 22,19) ist bleibende Aufforderung an die Gemeinde Chris­ti, so zu handeln wie er und dies auch in der Liturgie zeichenhaft zum Ausdruck zu bringen. „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben“ (Joh 13,34).

Karfreitag – Passion Jesu

Das Kreuz ist das Zeichen des Karfreitags. An diesem Tag feiert die Kirche nach ältester Überlieferung keine Eucharistie, sondern eine Gedächtnisfeier mit Wortgottesdienst, die Kreuzverehrung und die Kommunionfeier. Bei der Kreuzverehrung wird das mit einem violetten Tuch verhüllte Kreuz enthüllt. Der Priester sagt dazu die Worte: „Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen.“
Zum Trauercharakter des Karfreitags und des Karsamstags gehört, dass es keine Eu­cha­ris­tiefeier gibt. Am Karfreitag wird die Eucharistie von den Gläubigen im Rahmen einer Kommunionfeier empfangen.

Feuer – Licht – Wasser

Die Feier der Osternacht beginnt – idealerweise nach Einbruch der Dunkelheit – mit der Entzündung und Segnung des Osterfeuers. Die Osterkerze wird in einem eigenen Ritus bereitet, sie symbolisiert ja Christus, den Auferstandenen. Sie ist geschmückt mit dem Kreuz, Alpha und Omega (Zeichen für Anfang und Ende) und fünf goldenen Weihrauchkugeln für die Wundmale Jesu. Wenn sich ausgehend vom Licht der Osterkerze die Kirche erhellt, wird das „Osterlob“ (Exsultet) gesungen – ein Lied auf die aus dem „köstlichen Wachs der Bienen“ bereitete Osterkerze und die Erlösung durch die Auferstehung Jesu Christi.
In der Osternacht kommt aber auch das Wasser zu Ehren. Das Gebet zur Weihe des Taufwassers hebt die heilbringenden Bezüge des Wassers hervor. So ist der Auszug aus Ägypten ein Bild der Gläubigen, „die durch das Wasser der Taufe aus der Knechtschaft des Bösen befreit sind“. Die Erneuerung des Taufversprechens ist sozusagen ein Gang zu den eigenen Quellen des Glaubens. Wenn dann in dieser Feier noch jemand die Taufe empfängt, ist das ein besonderes Zeichen, dass der Glaube und die Hoffnung eines jeden Chris­ten aus der Auferstehung Jesu kommen, die in dieser Nacht gefeiert wird. ls

 

 

Ungesäuertes Brot   

                              

Zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten werden beim jüdischen „Sederabend“ ungesäuerte Brote, sogenannte Matzen, gegessen. Den Israeliten blieb beim Aufbruch nämlich keine Zeit, den Teig für die Brote säuern zu lassen. 18 Minuten – nicht länger darf der Backprozess vom Mischen des Mehls bis zur fertig gebackenen Matze dauern. Von der Ernte an muss jeder Kontakt des Getreides mit Wasser oder einem Säuerungsmittel vermieden werden. Die Herstellung der Matzen für das jüdische „Pessach“ unterliegt deshalb – wie auch die Herstellung vieler anderer Lebensmittel – strenger rabbinischer Aufsicht.