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St. Pöltner „Magnificat“ europaweit zu hören

Am Hochfest Mariä Empfängnis wird im Dom zu St. Pölten J. S. Bachs „Magnificat“ aufgeführt. Die Aufführung ist Österreichs Beitrag zum „Christmas Day“ der europäischen Rundfunkstationen, der europaweit am Heiligen Abend übertragen wird.

Johann Sebastian Bachs „Magnificat“ (BWV 243 und 243a) gilt als eine der schönsten und tiefsten Vertonungen des Lobgesangs der Gottesmutter Maria (Lk 1,46-55). Die Domkantorei St. Pölten unter der Leitung von Domkapellmeister Otto Kargl und die Neue Hofkapelle Graz lassen das Werk zusammen mit einigen weiteren musikalischen Kostbarkeiten am 8. Dezember um 19.30 Uhr im St. Pöltner Dom erklingen. Das Konzert ist gleichzeitig der österreichische Beitrag zum „Christmas Day“ der Europäischen Rundfunkanstalten am 24. Dezember. Die Domkantorei St. Pölten zeigt dabei einmal mehr ihr ausgesprochenes Gespür für die barocke Klangsprache, wenn sie den berührenden wie auch leidenschaftlichen Lobgesang Mariens in größter musikalischer Feinheit wiedergibt. Bis in die heutige Zeit sind dabei die von Bach eingeschobenen weihnachtlichen Chöre, wie „Vom Himmel hoch“ oder „Freut euch und jubiliert“, fester Bestandteil des adventlichen Liedrepertoires.

Das „Magnificat“ wurde oft vertont. Ein Grund dafür liegt darin, dass es ein fester Bestandteil der Vesper, also des kirchlichen Abendgebetes, ist. Johann Sebastian Bach hat in die Erstfassung (BWV 243a) vier Liedstrophen eingefügt, die den weihnachtlichen Charakter des Magnificat noch stärker betonen. Dabei bedient sich Bach einer ausgefeilten Klangsprache, um die Zuhörer in den Text hineinzuführen. So werden die Worte über die Barmherzigkeit Gottes von gedämpften Streichinstrumenten und zwei Querflöten in einem sanften, wiegenden Rhythmus begleitet. „Wie Faustschläge mit ausgerecktem Arm ertönen dagegen die Worte ‚fecit potentiam in brachio suo‘, Schläge, die die ‚superbos‘, die Stolzen, zerstreuen, vereinzeln, auf sich selbst zurückwerfen: Jede der vier Chorstimmen muss das ‚dispersit‘ ohne die anderen, also ‚vereinzelt‘ singen“, beschreibt Paul-Gerhard Nohl die dramatische Ausdrucksweise zur Stelle Lk 1,46: „Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.“

Vorverkaufskarten zu dem von Ö1-Musikredakteur Gustav Danzinger initiierten musikalischen Adventereignis sind in der Buchhandlung Schubert in St. Pölten erhältlich. Dargeboten werden am 8. Dezember auch J. S. Bachs Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“ sowie „O Magnum Mysterium“ von Francis Poulenc.

 

Konzert an Mariä Empfängnis im St. Pöltner Dom

J.S. Bach, Magnifikat in Es-Dur, BWV 243a
J.S. Bach, Herz und Mund und Tat und Leben, BWV 147
F. Poulenc, O Magnum mysterium

Domkantorei St. Pölten
Martina Daxböck und Barbara Zidar-Willinger, Sopran
Anna Kargl, Alt
Johannes Bamberger, Tenor
Stefan Zenkl, Bass

Neue Hofkapelle Graz
Otto Kargl, Leitung

Samstag, 8. Dezember 2018 | 19.30 Uhr | Dom St. Pölten
Vorverkauf Buchhandlung Schubert € 30/€ 15 | Abendkasse € 34/€ 17

 

Übertragung im Radio

Auf Initiative von Ö1-Musikredakteur Gustav Danzinger gestaltet die Domkantorei St. Pölten an Mariä Empfängnis den österreichischen Beitrag zum „Christmas Day“ der Europäischen Rundfunkanstalten, der am Heiligabend übertragen wird. Nähere Informationen dazu unter: https://oe1.orf.at/programm/20181224/539467

 

Weitere Infos gibt es unter www.dommusik.com