Interview mit Bischof Schwarz

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Pyhra – Wallfahrtsort mit langer Tradition

So alt wie das Stift Göttweig ist auch die Pfarre Pyhra. Um 1080 ließ Bischof Altmann hier eine Kirche bauen und die Pfarre errichten. Jünger ist Pyhra als Wallfahrtsort, aber auch die Wallfahrt hat eine lange Tradition. Sie geht auf das Jahr 1753 zurück.

Wilhelm Zedinek, der 1971 verstorbene Abt des Stiftes Göttweig, ist dem Ursprung der Wallfahrt nachgegangen und hat sie in einer kleinen Broschüre aufgezeichnet. Wie er anhand der Notizen des damaligen Pfarrers P. Honorius Mötz herausfand, zog die Jugend von Pyhra am 1. Mai 1753 nach dem Gottesdienst auf eine bewaldete Anhöhe bei Heuberg. Auf dem Kirchenplatz hatte sich nämlich herumgesprochen, dass der Taglöhner Georg Lamböck beim Schwam-merlsuchen ein an einer Fichte befes-tigtes Marienbild gefunden habe. Davor lag ein Holzscheit als Betschemel. Man sah aber keinerlei Spuren menschlicher Schritte. So glaub-te man schnell an eine wunderbare Fügung.

Das Bild war ein kleiner Kupferstich der Schmerzhaften Muttergottes von Maria Taferl. Der damalige Besitzer der Herrschaft Wald sprach die Vermutung aus, dass das Andachtsbild vom Müllermeister Ferdinand Posch, einem großen Marienverehrer, hierher gebracht worden war, als er wegen seines Alters die Fußwallfahrt nach Maria Taferl nicht mehr wagen konnte.

Die Kunde von dieser Waldandacht verbreitete sich rasch und bald kamen auch Beter aus der weiteren Umgebung. Der Zustrom muss so beachtlich gewesen sein, dass auch der Passauer Generalvikar in Wien davon erfuhr. Er forderte den Göttweiger Abt Odilo Piazoll auf, diese „Winkelandacht“ einzustellen. Der Abt veranlasste eine Untersuchung, die jedoch nichts Beanstandenswertes erbrachte. So führte der Brief des Generalvikars nicht zu einem Verbot der Andacht, wohl aber zu einer Übertragung des Bildes in die Pfarrkirche, wo es einen Platz auf dem Annaaltar, dem heutigen Theresienaltar, bekam. Bei der Errichtung des neuen Hochaltars im Jahr 1900 wurde es dann über dem Tabernakel angebracht, wo es bis heute seinen Platz hat. Viel zur Ausbreitung der Wallfahrt haben die Englischen Fräulein in St. Pölten beigetragen. 1754 pilgerte die Oberin mit einer größeren Anzahl von Damen zu dem Gnadenbild und schmückte es mit einer reichen Goldstickerei, die bis heute das Bild umrahmt.

500. Monatswallfahrt am 13. November

Die beiden Weltkriege setzten der Wallfahrt nach Pyhra ein Ende. Pfarrer P. Adalbert Lohrmann führte dann 1976 Wallfahrten an jedem 13. des Monats ein. Seither kommen an diesem Tag wieder Monat für Monat Beter aus der Pfarre und dem St. Pöltner Raum hierher.

Da diese Tradition bis heute durchgehalten wurde, kann am 13. November die 500. Monatswallfahrt gefeiert werden, deren Leitung Altbischof DDr. Klaus Küng übernommen hat. Mit ihm feiert u. a. der Göttweiger Abt Mag. Columban Luser. Beginn ist traditionell um 19 Uhr mit dem Rosenkranz. Die Wallfahrtsmesse wird um 19.30 Uhr gefeiert. Abschließend sind alle zu einer Agape eingeladen. J. Wessely