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Ostern - eine Freude, die immer größer wird

Foto: Leopold Schlager

Wort zum Ostersonntag von Weihbischof Anton Leichtfried: Wer freut sich nicht über ein paar freie Tage. Das tut uns allen gut. Die Kinder sind froh, dass sie jetzt schulfrei haben.Wer freut sich nicht, wenn er bei einer
Feier eingeladen ist. Und es ist schön, wenn wir jetzt ausgiebig Zeit haben, um beieinander sein zu können, mit der Familie, mit der Verwandtschaft, mit Freunden.

Was feiern wir? Der deutsche Name „Os­tern“ hilft uns da nicht viel weiter. Der Ursprung des Wortes „Ostern“ ist unter den Gelehrten umstritten: Der Name könnte von einer germanisch-keltischen Frühlingsgöttin her kom­men, oder von „Osten“ oder von „Mor­gen­röte“. In unseren Breitengraden ist es ein Frühlingsfest, in anderen Weltgegenden ist das nicht so. Mit dem Frühling werden die Tage länger, es wird wärmer, die Natur erwacht. Da gibt es jedes Jahr viel zu staunen. „Das Leben siegt über den Tod.“ So sagen wir. Es gibt aber Pflanzen und Tiere, die den Winter nicht überlebt haben. Und was ist mit den Menschen, die diesen Frühling nicht mehr erleben?

Karfreitag – Abgrund der Sendung Jesu

Für uns Christen stehen Tod und Auferstehung Jesu im Mittelpunkt von Ostern. Traditionell unterstellen manche dabei den Katholiken, dass der Übergang vom Karfreitag zur Osternacht all zu schnell erfolge. Nach dem Motto: „Kurz ein bisschen Karfreitag und dann schnell wieder Osterhalleluja und festliche Barock­mu­sik“.

Je mehr wir von Jesus wissen und verstehen, umso mehr Fragen stellen sich und umso mehr gibt es zu staunen. Welch schreckliches Ende hat sein Leben genommen. Seine Botschaft verhallt, seine Tätigkeit bleibt erfolglos, am     Schluss bleibt er alleine übrig. Öffentlich verurteilt von den religiösen Autoritäten, von der Volksmasse niedergeschrien, gerichtlich zum Tod verurteilt: Hinrichtung durch Kreu­zigung. Schandtod, enorme Schmerzen. Ende. Der Karfreitag ist nicht ein kleines Intermezzo im Leben Jesu, sondern Abgrund seiner Sendung, seiner Botschaft und seines Lebens.

Ostern meint nicht: Irgendwo ist irgendwann einmal irgendwer vom Tode wieder auferstanden. Sondern konkret: Dieser Jesus, nach diesem Leben, mit dieser Botschaft und mit dieser Liebe, bleibt nicht im Tod!
Das ist für seine Jünger alles andere als verständlich. Sie können es überhaupt nicht glauben. 40 Tage haben sie gebraucht, bis sie es einigermaßen realisieren konnten. Ja, das Leben siegt über den Tod: im Leben und Sterben und in der Auferweckung Jesu.

Die Freude wird noch größer, weil es zu Ostern auch um mein Leben geht. Was ist meine Zukunftsperspektive? Ab einem gewissen Alter ist das Ziel die Pension. Und dann: möglichst kein Pflegefall sein. Und dann: möglichst schnell sterben. Das ist alles sehr verständlich. Und dann?

Unser Leben ist auf Ewigkeit ausgelegt. Mein Leben hat einen Anfang, aber kein Ende. Durch die Auferstehung Jesu gibt es Hoffnung auch für mich und für jene Menschen, mit denen ich Kontakt habe und die mir wichtig sind. Leben und Auferstehung gibt es nur durch Gott. Was bleibt einmal? Christus ist der Erste der Auferstandenen. Alles, was bei ihm Bestand hat, bleibt auf ewig. Eine Freude, die nie mehr vergeht.
Frohe Ostern! Halleluja: Jesus lebt!

 

Zum Autor

Dr. Anton Leichtfried, geb. 1967, Heimatpfarre Purgstall, empfing 1991 in Rom die Priesterweihe und ist seit 21. November 2006 Weihbischof in der Diözese St. Pölten.