Das Kirche bunt Team bei der Verabschiedung von Mag. Josef Wessely, dem langjährigen Chef vom Dienst, mit Bischof DDr. Klaus Küng, mit Generalvikar Prälat Mag. Eduard Gruber, dem neuen Herausgeber von Kirche bunt und mit Weihbischof Dr. Anton Leichtfriednton Leichtfried

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Moderne Kirchen – Bilder einer Erneuerung

Foto: Franz Karl

Zwei Jahre lang war der Kremser Fotograf Franz Karl in seiner Freizeit quer durch die Diözese St. Pölten unterwegs zu modernen Kirchenbauten des 20. Jahrhunderts. 15 davon hielt er mit seiner Kamera fest, aus oft ganz außergewöhnlichen Blickwinkeln. Jetzt sind seine Werke in einer Ausstellung auf rund 50 eindrucksvollen Bildern im St. Pöltner Hippolythaus zu sehen.

Den Anstoß zu dieser sakralen Foto-Tour gab ein Buch über Kathedralen mit Kirchenbauten aus 1700 Jahren und die Tatsache, dass Franz Karl im Zuge seiner Recherchen wenig Information über moderne Kirchen in der Diözese St. Pölten fand. So machte er sich auf den Weg von Got-teshaus zu Got-teshaus und fasste schließlich 15 Bauten in die engere Wahl, „Kirchen, die mich persönlich aus unterschiedlichsten Gründen angesprochen haben“. Die „älteste“ Kirche, die er mit seiner Kamera festhielt, ist jene aus St. Pölten-Spratzern (1932), die jüngste die Millenniumskirche in St. Pölten-Stattersdorf aus dem Jahr 2000.

Er habe zwar viel Enthusiasmus und Freude für dieses Projekt mitgebracht, sagt Franz Karl, aber wenig Wissen über Kirchen. „Das gepaart mit den fotografischen Kenntnissen, so dachte ich mir, ist eine ganz spannende Kombination.“ „Auch was die liturgische Seite betrifft, war ich völliger Amateur“, schildert der Foto-Profi aus dem „Fotozent-rum Peter Fleischanderl“ in Krems. „So habe ich versucht, meine subjektive Wahrnehmung umzusetzen und andere Blickwinkel zu finden als üblich.“ Obwohl sämtliche Aufnahmen bewusst ohne Kirchenbesucher entstanden sind, wollte es Franz Karl genau wissen, wie das „liturgische Geschehen“ in eben diesen Kirchen abläuft. So besuchte er im Vorfeld seiner Tour kirchliche Hochfeste in einigen der ausgewählten Sakralbauten, wie die Christmette in Böhlerwerk – übrigens eine seiner Lieblingskirchen.

Kirchenbauten nach dem Zweiten Vatikanum

Besonders beeindruckt hätten ihn, so Karl im „Kirche bunt“-Gespräch, die Kirchen, die nach den Aspekten des Zweiten Vatikanischen Konzils errichtet worden sind. Darauf ging auch der Baudirektor der Diözese St. Pölten, Philipp Orange, bei der Eröffnung der Ausstellung im Bildungshaus St. Hippolyt am 27. Februar ein. „Der Fokus drehte sich nach dem Konzil hin zur Gemeinde, zur Gemeinschaft, eine der wichtigsten Neuerungen des Zweiten Vatikanums, die sich auch in der Architektur manifestiert, die plötzlich neue Typologien und Experimente mit Raumkonstellationen zulässt.“

Vom Baudirektor gab es großes Lob für den Foto-Künstler: „Dem Fotografen Franz Karl gelingt es, durch die Bilder dieser Ausstellung die Kirchenbauten nicht nur zu dokumentieren, sondern deren Dreidimensionalität, Sak-ralität und Atmosphäre mit seinem persönlichen Blick und durch die fotografischen Mittel zum Ausdruck zu bringen.“
Die Ausstellung solle auch als Einladung verstanden werden, so Orange, diese Orte zu besuchen und natürlich auch eine Liturgie mitzufeiern, denn dazu seien sie geschaffen.    
F. Bertl

 

Die Ausstellung

Bilder folgender Kirchen sind zu sehen: St. Pölten-Spratzern, St. Pölten-Wag-ram, St. Pölten-Stattersdorf, St. Pölten-St. Johannes Kapistran, St. Pölten-Maria Lourdes, St. Pölten-Viehofen, Krems-St. Paul, Krems-Lerchenfeld, Paudorf-Göttweig, Prinzersdorf, Persenbeug, Amstetten-St. Marien, Böhlerwerk, Krummnußbaum, Kapelle im Bildungshaus St. Hippolyt St. Pölten.

Die Ausstellung „Bilder einer Erneuerung – Kirchenbau in der Diözese St. Pölten 1932-2000“ ist bis 27. Juli, Mo. bis Sa., 8 bis 17 Uhr, sonntags 8 bis 12 Uhr zur sehen (im Juni und Juli nicht ganz regelmäßig, bitte telefonisch nachfragen).