Interview mit Bischof Schwarz

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Mit Kindern über den Glauben reden

Foto: alonaphoto – stock.adobe.com

Bei Glaubensfragen halten manche Eltern sich für nicht ausreichend kompetente Gesprächspartner. Doch ein gemein­sames Fragen und Suchen kann sehr bereichernd sein – auch und vor allem für den Erwachsenen.

Sieht Gott wie ein Mensch aus? Ist Gott immer bei uns? Wie wird es nach dem Leben weitergehen? Solche und ähnliche Fragen stellen Kinder im Religionsunterricht. Das erzählt die Theologin Petra Freudenberger-Lötz in einem Beitrag für die „Zeitschrift für Religionspädagogik“, und sie fragt die Leserin und den Leser: Könnten Sie spontan Antworten geben?

Der Religionsunterricht greift seit einigen Jahren vielerorts die Ideen der so genannten Kindertheologie auf. Wo früher die Lehrerfrage das pädagogische Mittel der Wahl war – der Lehrer stellt eine Frage, deren Antwort er bereits weiß und die er von den Schülern hören will –, sollen nun offene Fragen von Lehrer und Schülern gemeinsam diskutiert werden. Im Vordergrund steht der Prozess des gemeinsamen Fragens und Suchens, anknüpfend an Fragen, die von den Kindern selbst kommen.

Kinder interessieren sich für Religion

Kinder haben Fragen, die Gott und den Glauben betreffen. Am Erwachsenen liegt es, diese und andere Fragen ernst zu nehmen und auf sie einzugehen. Manche Eltern fühlen sich selbst nicht gläubig genug, um dafür ein kompetenter Ansprechpartner zu sein. Doch bei „philosophischen“ Fragen muss man nicht unbedingt mit einer (richtigen) Antwort reagieren, sondern es genügt vielleicht zunächst, dem Kind durch Rückfragen Zeit zum Weiterdenken zu geben: „Wieso fragst du mich das?“ oder „Hast du dir schon selbst etwas dazu überlegt?“ Wenn Kinder nach Fakten fragen („Hat Jesus wirklich gelebt?“), dann ge­nügt vielleicht eine kurze Antwort oder man macht sich gemeinsam auf die Suche nach einer Antwort. Kinder fragen manchmal auch aus dem Bedürfnis nach Trost heraus („Ist der Opa jetzt im Himmel?“).

Gespräche über den Glauben ergeben sich meist zufällig und aus einer bestimmten Situation heraus. Als Eltern kann man aber auch selbst Anreize setzen, etwa indem man ein gutes Buch über Glaubens-Themen gemeinsam mit dem Kind liest (siehe Buchtipps). Wichtig dabei: Kinder brauchen die Bekräftigung, dass es gut und sinnvoll ist, über Gott zu reden und selbst nachzudenken.
Wenn Kinder in ihrer unbefangenen Art nach Gott und Jesus fragen, dann ist das ein Glücksfall. Auch wenn die Frage vielleicht auf den ersten Blick naiv erscheint, oft steckt Weisheit dahinter: Sieht Gott aus wie ein Mensch? In vielen Kirchen wird Gott so dargestellt und Jesus nennt ihn seinen Vater, und doch … ph

Buchtipps

Zum Nachdenken über den Glauben möchte auch der kürzlich erschienene „Youcat for kids“ anregen, der katholische Katechismus für Kinder und Eltern. 159 Fragen werden mit Illustrationen aufbereitet und in kindgerechter Sprache beantwortet, ergänzt durch interessante Zitate und Bibelstellen. Herausgegeben von der Österreichischen Bischofskonferenz, Preis 15,50 Euro.

Zum Staunen über Gott  und die Welt lädt das Kinderbuch von Rainer Oberthür ein. Ausgehend von Zeichnungen zu Themen wie Weltall, Mensch-Sein , Glauben oder Lebensweg stellt der Dozent für Religionspä­dagogik Fragen, bietet Anworten an und fügt diesen frei übersetzte Bibelverse bei.
Rainer Oberthür und Marieke ten Berge, So viel mehr als Sternenstaub, Gabriel Verlag 2018, Preis 13,40 Euro, empf. ab 8 Jahren.