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„Mehr Zeit mit der Familie“

Foto: samuel – stock.adobe.com

Die Kinderfreunde Oberösterreich haben Kinder gefragt, was sie sich wünschen und wie sie gerne ihre Zeit verbringen. Ein Hauptwunsch der Kinder: mehr Zeit mit der Familie. Und: Eltern, die ihnen zuhören und Aufmerksamkeit schenken.

Die Mehrzahl der Kinder wünscht sich mehr Zeit mit der Familie. Von Februar bis Mai dieses Jahres befragte Angelika Palzer-Reindl von den Kinderfreunden Oberösterreich 93 Volksschulkinder im Alter von 6 bis 10 Jahren über ihre Wünsche und Bedürfnisse. Ein wichtiges Ergebnis der Studie: Kinder brauchen das Zusammensein mit der Familie und Zeit mit ihren Eltern.
Auch Aktivitäten, die die Familie gemeinsam unternimmt, sind gefragt. An vorderster Stelle in der Beliebtheitsskala: gemeinsam zu essen, Sport zu betrieben, fernzusehen oder einen Ausflug zu machen. Auch andere Aktivitäten sind erwünscht: ein Brettspiel spielen, Sport machen und gemeinsam kochen. Befragt nach ihrer Lieblingsbeschäftigung, meint Viktoria Zoister, die heuer die Volksschule in Seewalchen abgeschlossen hat: „Gemeinsam einen Film anschauen, ein Brettspiel spielen oder mit der Mama ganz alleine shoppen – das sind meine Lieblingsaktivitäten.“

„Auch einfache gemeinsame Tätigkeiten sind wunderbar“

„Es genügt, einfach für die Kinder da zu sein“, meint Susanne Pollinger, Geschäftsführerin der Kinderfreunde OÖ, im Hinblick auf die Studie. „Man muss dem Kind nicht das tollste Programm bieten. Auch einfache Tätigkeiten mit den Kindern sind wunderbar, z. B. eine Eierspeis miteinander zubereiten und essen.“ Familienzeit bedeute auch nicht, rund um die Uhr für die Kinder da zu sein, so Pollinger. „Manchmal genügt es, einfach das Handy zur Seite zu legen.“
Die Kinder wurden für die Studie auch nach ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen gefragt. Am beliebtesten ist das Treffen mit Freunden und Freundinnen, dicht gefolgt von Fernsehen, Sport, Computerspielen und draußen spielen. 65 Prozent Zustimmung erhielt wiederum „Zeit mit der Familie verbringen“. Weiter unten rangieren Tätigkeiten wie Musik machen, Lesen und Erledigungen für die Schule.

Mehr freie Zeit

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Manche Kinder sind mit Schule und Freizeitaktivitäten ziemlich eingedeckt und wünschen sich mehr freie Zeit. „Aufgrund der Hausübungen und vielen Freizeittermine, die von den Kindern auch oft als Verpflichtung wahrgenommen werden, bleibt die Zeit für Familie und Freunde auf der Strecke“, ist Studienautorin Angelika Palzer-Reindl überzeugt.
Die Kinder wurden zudem gefragt, was sie in ihrer Familie nicht so gut finden. Mit  29 Prozent war Streit die häufigs­te Antwort, gefolgt von fehlender Zeit bzw. Aufmerksamkeit der Eltern. Das bestätigt auch Viktoria Zoister: „Ich finde es richtig nervig, wenn sich die Eltern Zeit nehmen möchten und dann doch wieder ein plötzlicher Termin dazwischen kommt.“ Störend finden manche Kinder auch, wenn ihre Eltern mehr mit dem Smartphone beschäftigt sind, als dass sie ihnen zuhören. „Ich mag es nicht, wenn andere mir nicht zu­hören“, erzählten einige Kinder.
Die Kinderfreunde Oberösterreich haben eine Kampagne mit dem Namen „Mehr Familienzeit“ gestartet – mit Plakaten, Info-Folder und Anregungen im Internet. Es soll damit Bewusstsein geschaffen werden, wie kostbar die gemeinsame Zeit mit Kindern ist. „Wichtig ist, als Erwachsener selber einmal über die eigene Familie nachzudenken und auch die Kinder nach ihrer Meinung zu fragen“, meint Susanne Pollinger. ph