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Krankenseelsorge beschäftigte sich mit Zukunftsfragen

Foto: Sonja Planitzer

Die Krankenseelsorge der Diözese St. Pölten hat einen neuen Geistlichen Assistenten: Mag. Anton Hofmarcher, Pfarrer von Krems-St. Paul, Lerchenfeld und Rehberg, tritt in dieser Funktion die Nachfolge von Prälat Franz Schrittwieser an, der am 3. Jänner des Vorjahres gestorben ist. Pfarrer Hofmarcher stellte sich den Krankenseel­sorgerinnen und -seelsorgern im Rahmen einer zweitägigen Klausurtagung im Lilienhof in St. Pölten-Stattersdorf vor (siehe auch Kommentar unten).

Bei der Klausur ging es um Fragen wie „Welche Aufgaben stellen sich in den nächsten Jahren für die Krankenseel­sorge?“ „Die Gesellschaft wird multikultureller und säkularer – das erleben wir auch bei unseren Begegnungen mit den Menschen in den Krankenhäusern und in den Pflege- und Betreuungszentren“, so Christine Winklmayr, Leiterin der Krankenpastoral. Sie betonte: „Wir sind in Krankheit und Leid für alle Patienten, ihre Angehörigen und das Personal da und ansprechbar – egal, welche Religion oder Nationalität sie haben.“


Bei der Studientagung ging es aber auch um die Pries­terrufbereitschaft. Angesichts des wachsenden Priestermangels habe man sich gefragt, wie man in Zukunft diese und die sakramentale Versorgung organisieren könne, so Christine Winkl­mayr. „Wir haben uns Gedanken gemacht, was wir übernehmen können, wie z. B. Kranken- oder Sterbesegen, um die Priester zu entlas­ten und die Menschen trotzdem nicht allein zu lassen.“ Am zweiten Tag referierte Dr. Mi­chael Peintinger, Leiter des Referats für Medizinethik der Österreichischen Ärztekammer, über klinische Ethik. Dabei ging es u. a. um die Frage: Wo müssen, dürfen und sollen sich Krankenseelsorger einbringen.

 

 

 

Pfarrer Anton Hofmarcher

Krankenseelsorge: Einfach da sein!

Mit 1. März 2018 bin ich zum Geistlichen Assistenten der Krankenseelsorge der Diözese St. Pölten bestellt worden. Ich möchte mich kurz vorstellen. Mein Name ist Anton Hof­marcher. Seit 2008 bin ich als Pfarrer in Krems (St. Paul, Lerchenfeld und Rehberg) tätig. Zu meinem Aufgabenbereich gehört auch die Krankenseelsorge im Universitäts-Klinikum Krems.

Meine Wurzeln liegen im Mostviertel. 1973 in Purgstall an der Erlauf geboren, bin ich in einer großen Familie aufgewachsen. Prägend waren das Elternhaus, das bischöfliche Seminar in Melk und das Theologiestudium in Innsbruck und St. Pölten. Zu meinen ersten Kindheitserfahrungen gehört ein längerer Krankenhausaufenthalt, der meinen Berufswunsch beeinflusst hat. Ich wollte zunächst Arzt werden. 1999 bin ich zum Priester geweiht worden und nun seit 19 Jahren auch im Krankenhaus tätig. Immer deutlicher wird mir, wie seelisches Gleichgewicht und körperliche Gesundheit des Menschen zusammenwirken. 

Wie sehe ich meine Aufgabe als Krankenseelsorger? Ein Krankenhaus bietet Hilfe an. Der Patient/die Patientin wird dort aufgefangen und medizinisch und pflegerisch versorgt. Auf der anderen Seite gibt es seel­ische Empfindungen und es tauchen mitunter geistliche Fragen auf. Wie z. B.: Wozu das alles? Hat Gott mich vergessen? Als Gesprächs­partner da zu sein oder gemeinsam zu beten wird von vielen als sehr hilfreich erfahren. Darüber hinaus arbeiten im Krankenhausbetrieb viele Menschen, die auch seelsorglich begleitet werden wollen. Meine Motivation sehe ich im Handeln Jesu, der auf die Menschen zugegangen ist, sie aufgerichtet und auch geheilt hat. Mehr noch: Jesus hat die menschliche Erfahrung des Todes nicht übersprungen, sondern durchlebt. Die Auferstehung Jesu ist die Herzmitte des Glaubens.

Heute geschieht Krankenseelsorge längst nicht mehr allein durch Priester oder geistliche Schwestern. Es gibt hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger, die entsprechend ausgebildet sind. Sie begleiten Patienten und Angehörige. Sie beten, lesen aus der Bibel und segnen die Kranken und Sterbenden. Rituale, die früher noch in jedem christlichen Haus eine selbstverständliche Praxis hatten, sind heute oft abhanden gekommen. Auch möchte ich sagen, dass bei den Angehörigen um das Thema Sterben oft große Unsicherheit da ist. Hier werden speziell Kurse für Besuchsdienste und Trauerbegleitung angeboten.

Prälat Franz Schrittwieser hat für die Krankenpastoral auf Diözesanebene ein Referat aufgebaut, zu dem auch die Seel­sorge in den Pflege- und Betreuungszentren gehört. Heute leitet Frau DPAss. Christine Winklmayr das Referat der Krankenseelsorge.