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Im Einsatz für die Zukunft der Pfarren

Foto: Karl Lahmer

Im März 2017 wurden die neuen Pfarrgemeinderäte gewählt. Für sie gab es nun beim „Tag der Pfarrgemeinderäte“ Ermutigung, Dank und Zuspruch für ihr vielfältiges Wirken in der Pfarre. Kirche bunt hörte sich unter den Teilnehmenden über ihre Motivationen, Aufgaben und Ziele um.

Ludwig Göbl, Pensionist, Pyhra: Seit ich vor einigen Jahren wieder nach Pyhra zu­rück­gezogen bin, habe ich mich wieder vermehrt in der Pfarre engagiert und mache jetzt auch eine theologische Ausbildung. Es geht da auch um die Frage, wer in unserer Pfarre später Wortgottesfeiern leiten darf. Durch mein Engagement bei der Pfarre habe ich ganz bestimmt wieder stärker zum Glauben gefunden. Ich war 43 Jahre beim Militär und ich bin überzeugt, dass man durch Vorbild auch andere dazu motivieren kann, etwas für ihre Pfarre zu tun.

Manuela Kerndler, Sachbearbeiterin, Oberwölbling: Ich arbeite in der Pfarre total gern mit. Ich habe schon in jungen Jahren die katholische Frauenbewegung übernommen und seit rund 25 Jahren bin ich im Pfarrgemeinderat. Ich bin u. a. Kommunionspenderin, habe die Ausbildung zur Wortgottesfeierleiterin absolviert und leite seit drei Perioden die Pfarrcaritas. Mir liegen einfach die Mitmenschen am Herzen. Ich finde die Aufgabe als Pfarrgemeinderätin schön. Ich würde, wenn es passt, jedem empfehlen,  im Pfarrgemeinderat tätig zu werden.

Barbara Wurz, Landwirtin, Scheibbs: Ich bin heuer das siebente Jahr im Pfarrgemeinderat und bin in der Minis­tran­ten­arbeit engagiert. Für mich ist die Aufgabe auch ein bisserl ein Ausgleich zur Landwirtschaft. Es ist mir ein großes Anliegen, den Glauben unter die Menschen zu bringen, vor allem auch die jungen Leute anzusprechen. Das hat mir heute beim PGR-Tag zu denken gegeben, als ein Pfarrgemeinderat kritisiert hat, dass junge Menschen mit 18 von der Kirche einen Erlagschein erhalten und das wars dann. Da nehme ich mir vor, etwas zu unternehmen – ob es sich dann umsetzen lässt, wird man sehen.

Hermine Bürgmayr-Posseth, Pensionistin, Kilb: Ich wurde Pfarrgemeinde­rä­tin, weil ich etwas in der Pfarre bewirken wollte. Uns im PGR ist ein gutes Miteinander in der Pfarre und in der Gemeinde wichtig. Wir sind ja alle in einem Ort, wo man sich wohl fühlen möchte. Ich habe z. B. den Pfarrcaritas-Ausschuss übernommen und ich engagiere mich auch für ältere Menschen im „betreuten Wohnen“. Im PGR sind wir ein gutes Team – jeder bringt seine Interessen und Stärken ein. Unser vorrangiges Ziel ist derzeit das Pfarrheim, dass es bald fertig wird und dass wir es mit Leben erfüllen können.

Marion Schmid-Riedl, pflegende Angehörige, Judenau: Für mich als pflegende Angehörige ist das Engagement im PGR eine Möglichkeit, außerhalb des Hauses etwas zu tun. Seit heuer haben wir Arbeitskreise und ich bin für das Organisatorische zuständig. Die Erfüllung erfahre ich darin, meine Fähigkeiten einbringen zu können. Das Schönste ist, wenn man – ob man nun an der Messe mitgewirkt hat oder an einer Pfarrveranstaltung – Dank und Anerkennung bekommt. Mein Glaube ist mir im Laufe der Jahre im PGR wichtiger geworden – man beschäftigt sich sehr damit. Das bestärkt und hilft weiter. Ich finde die Leute arm, die an gar nichts glauben.


Martina Wieland, Plankenstein, Bilanzbuchhalterin: Ich bin schon als Jugendliche zum ersten Mal Pfarrgemeinderätin geworden. Seit damals habe ich verschiedene Funktionen übernommen, u. a. in der Pfarrcaritas. Sei 2009 leite ich einmal im Monat die Wortgottesfeier. Ich engagiere mich gerne in der Pfarre, weil ich nicht will, dass unsere kleine Pfarrgemeinschaft zerfällt. Wir haben im Ort keine Schule mehr, keinen Dorfwirt und kein Geschäft – wir haben nur mehr die Kirche als Gemeinschaftszentrum. Und da setze ich mich ein, dass diese erhalten bleibt.

Heidemarie Rittmannsberger, Ernsthofen, Landwirtin: Ich bin schon seit  23 Jahren im PGR und habe verschiedene Auf­gaben wahrgenommen, z. B. im Arbeitskreis Familie oder in der Öffentlichkeitsarbeit. Mir war es immer wichtig, mich für die Pfarre zu engagieren. Die Motivation für mein Engagement hat sich aber über die Jahre gewandelt: Zuerst stand für mich eher die Gemeinschaft im Vordergrund, heute geht es mir fast mehr darum, etwas weiterzugeben. Ich denke mir: Wenn wir, die eine Nähe zur Kirche haben, sich nicht engagieren, wer bitte soll es dann tun? Wir haben uns auch einmal vor Augen geführt, was wäre, wenn es die Pfarre nicht gäbe. Das wäre immens, was alles nicht wäre!

Matthias Kohlbauer, Student, Waidhofen an der Ybbs: Ich bin schon in der letzten Periode als Ersatz in den Pfarrgemeinderat gekommen. Ich bin für Jugendfragen zuständig – betreue die Ministrantengruppe und bin Jugendleiter. Ich gebe aber auch im PGR den Blick der Jugend wider: Was denkt die Jugend? Was braucht die Jugend? Wir haben letztens z. B. eine Klausur zum Thema „modern talking“ gemacht – da geht es um Verkündigung in einer allgemein verständlichen Sprache. Ich würde jedem Jugendlichen raten, sich als PGR zu engagieren – man lernt da etwas fürs Leben.

Katharina Grünwald, Studentin, Eichgraben: Ich wur­de schon in der letzten Periode nach­träglich in den PGR berufen. Ich engagiere  mich für die Minis­tranten. Ich setze mich dafür ein, dass die Pfarre noch kinderfreundlicher wird und man noch stärker auf Kinder und Jugendliche zugeht. Ich freue mich einfach, wenn ich vieles erreichen kann.

Lisa Schwarenthorer, Radiotechnologin in Karenz, Böhlerwerk. Ich habe schon mit 15 Jahren im PGR angefangen und bin jetzt die dritte Periode drinnen. Für mich ist die Pfarre einfach Heimat, da habe ich viele Freunde gefunden. Ich bin z. B. auch Wortgottesdienstleiterin. Man kann etwas geben und bekommt auch wieder viel zurück. Und man lernt extrem viel fürs Leben, was das Organisatorische betrifft, habe ich nur durch die Pfarre gelernt. Sonja Planitzer