Humor – ein Geschenk Gottes | Kirche bunt
 

 
Interview mit Bischof Schwarz

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Humor – ein Geschenk Gottes

Foto: Hunor Kristo - stock.adobe.com

Dass Christen zum Lachen in den Keller gehen, ist ein Vorurteil, das sich hartnäckig hält. Dabei haben sie allen Grund zur Freude, nicht nur in der „fünften Jahreszeit“.

Das Leben ist nicht immer leicht, aber oft kommt es auf einen selber an. Denn man darf nicht immer alles so schwer nehmen und man darf nicht den Humor verlieren“, das sagt Frieda S. im Rückblick auf ihr Leben. Frieda ist im Vorjahr 90 Jahre alt geworden. Viele Höhen und Tiefen habe sie mit ihrem Mann erlebt und viele herausfordernde Zeiten haben sie, so Frieda, letztlich mit Humor gemeistert.

Mit Humor lebt es sich leichter – so heißt es im Volksmund. Nicht nur jetzt im Fasching, sondern im ganzen Jahr. Auch wenn es schwere Zeiten im Leben gibt, in denen man bestimmt keinen Sinn für Humor hat oder wo Humor letztlich auch fehl am Platz wäre, so lassen sich doch so manche Herausforderungen, wie Frieda sagt, mit Humor besser bewältigen. Auch Papst Franziskus ist für seinen Humor bekannt. Im Interview mit der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“, das Franziskus im Vorjahr im April gegeben hat, sagte der Papst: „Ich habe nie meinen Frieden verloren, und ich bitte um den Sinn für Humor, der ist ein Got­tesgeschenk – denn das Leben ist schön!“ Im Rahmen seiner Reise nach Südamerika vom 15. bis zum 22. Jänner (den Bericht darüber lesen Sie auf den Seiten 12 und 13 dieser Ausgabe) rief er bei einer Begegnung mit rund 1000 Priestern und Ordensleuten in der nordperuanischen Stadt Trujillo die Geistlichen u. a. dazu auf, Humor zu zeigen.  Mit Humor könne man gegen die Versuchung kämpfen, sich für zu wichtig und zu beschäftigt zu halten. Eine „schöne spirituelle Prüfung“ sei es, sich zu fragen, ob man über sich selbst lachen könne. Dazu könne man sich ruhig einmal vor den Spiegel setzen, sich mit Distanz und Witz betrachten und dann lachen, empfahl Franziskus unter dem Beifall und Gelächter seiner Zuhörer.

Damit spricht Papst Franziskus etwas an, wovon Fachleute überzeugt sind: Humor ist eine Grundhaltung, die man zum Teil lernen kann. So geben Psychologen den Tipp, aufmerksam durchs Leben zu gehen und zu beobachten, was es im Alltag Komisches gibt. Da kann man dann schon einmal lachen, wenn man in einem Schaukasten einer Pfarre folgende  Ankündigung für einen Vortrag liest: „Prof. T. spricht zum Thema ,Gehet hin, ihr Verdammten, in das ewige Feuer!‘ Eintritt frei.“

Der Humorberater und katholische Theologe Thomas Holtbernd hat in einem Interview mit Radio Vatikan geraten, dass man Humor zunächst einmal dadurch üben kann, dass man sich bewusst macht, was eigentlich zum Beispiel bei einem Witz passiert. Hier gehe es um Lockerung und innere Freiheit, weniger um das schnelle komisch sein, wie es z. B. bei den Comedy-Shows im Fernsehen der Fall ist. Ein Beispiel gefällig? Im Religionsunterricht lässt sich der Lehrer von den Schülern die vielen wunderbaren Heilungen Jesu aufzählen: „Die Aussätzigen machte er rein.“ – „Die Blinden sehend!“ – „Die Gelähmten konnten wieder laufen.“ Eines vermisst der Lehrer noch: „Und was tat er mit den Tauben?“ Der kleine Gerhard ruft: „Die ließ er fliegen!“

Echter Humor ist eine Lebenseinstellung der Heiterkeit und wahrer Humor hat wohl etwas mit der Distanz zum Leben zu tun. Der der deutsche Theologe Stephan Holthaus ist überzeugt: „Ein humorvoller Mensch steht über den Dingen, auch über sich selbst.“ Er nehme die Welt „nicht so ernst“. Neue Aufgaben und Herausforderungen lassen sich zum Beispiel besser bewältigen, wenn man lernt, humorvoll damit umzugehen.
Gott hat den Menschen mit Humor ausgestattet und gerade Christen haben jeden Grund, mehr zu lachen. Holthaus: „Wer Jesus gefunden hat, darf befreit auflachen“ – die Sorgen dieser Welt seien nicht mehr so bedrü­ckend, weil er um Gott wisse. Daher stehe es den Christen gut an, freier, fröhlicher und erlöster auszusehen. Humorvoll eben.  Sop