Interview mit Bischof Schwarz

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Himmlische Berufe – Anna trifft einen Pfarrer

Anna (8) trifft Mitarbeiter der Kirche und fragt sie, welche Aufgaben und Tätigkeiten ihr Beruf mit sich bringt. Dieses Mal besucht sie den Pfarrer von Purgstall, Franz Kronister.

Anna: Was macht ein Pfarrer eigentlich den ganzen Tag?

Pfarrer: Nach dem Aufstehen bete ich gemeinsam mit der Pfarrhof-Gemeinschaft, die zur Zeit aus vier Menschen besteht, ein Morgengebet. Danach frühstücken wir zusammen. Am Vormittag unterrichte ich entweder Religion in der Schule oder ich bin in der Pfarrkanzlei. Am Vormittag kommen viele Leute vorbei: Manche wollen heiraten oder ein Kind taufen lassen. Andere bestellen eine Messe, oder es ist jemand gestorben.
Am Nachmittag mache ich oft – zirka 12 bis 15 Mal im Monat – Besuche, z. B. bei Ehejubiläen oder besonderen Geburtstagen. Kürzlich habe ich ein Ehepaar besucht, dessen einziger Sohn tödlich verunglückt ist.
Ich bereite Unterrichtsstunden, Predigten und Feste vor. Dreimal pro Woche halte ich einen Abendgottesdienst. Am Abend sind oft Gruppentreffen im Pfarrheim. Da bin ich dann häufig der Hausmeister, der absperrt usw.


Anna: Was gefällt dir besonders gut an deinem Beruf?

Pfarrer: Besonders schön sind die Begegnungen mit vielen Menschen, in Freude und Trauer, in unterschiedlichs­ten Situationen. Ich bin auch dankbar, dass ich so viel Zeit haben kann für Gott, für das Gebet und zum Lesen von Büchern über Theologie und Spiritualität. In der Schule sind es die Kinder, über die ich mich sehr freue.
Mein Beruf ist sehr vielfältig und bunt. Ich feiere nicht nur die Sakramente, sondern mache Büroarbeit, beschäftige mich mit Mitarbeiter-Führung, bin Verwalter, leite Renovierungen, und die Suche nach Gott ist ein großer Teil meines Lebens.


Anna: Hast du manchmal auch lustige Erlebnisse?

Pfarrer: Lustig ist es oft mit den Minis­tranten. Wenn die neuen im Herbst ihren Dienst beginnen, kann es manchmal zu lustigen Vorfällen kommen. Einmal war ein neuer Ministrant so nervös, dass ihm während der Messe der grüne Kittel herunter gerutscht ist. Er ist dann schnell in die Sakristei gelaufen und hat sich neu angezogen.

Die Lieblingsfarbe unseres vorherigen indischen Kaplans war Rosa. Weil er bei uns das Radfahren gelernt hat, haben wir ihm zum Abschied ein Fahrrad geschenkt – natürlich in Rosa, deshalb auch in Kindergröße.