Das Kirche bunt Team bei der Verabschiedung von Mag. Josef Wessely, dem langjährigen Chef vom Dienst, mit Bischof DDr. Klaus Küng, mit Generalvikar Prälat Mag. Eduard Gruber, dem neuen Herausgeber von Kirche bunt und mit Weihbischof Dr. Anton Leichtfriednton Leichtfried

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Große Freude in der Diözese: Wir haben einen neuen Bischof!

In einer festlichen Messe voll mit bewegenden, fröhlichen und herzlichen Momenten und viel Applaus wurde die Amtseinführung von Bischof Alois Schwarz als neuer Diözesanbischof von St. Pölten gefeiert.

Im Beisein hoher kirchlicher Würdenträger sowie Spitzenvertreter von Land, Bund, Wirtschaft und Gesellschaft erfolgte am 1. Juli im Dom in St. Pölten die feierliche Amtsübergabe von Bischof Klaus Küng an seinen Nachfolger Bischof Alois Schwarz.

Begrüßt wurde der neue Bischof am Anfang der Festmesse von Weihbischof Anton Leichtfried in seiner Funktion als Dompropst. Nachdem Bischof Klaus Küng den Gottesdienst eröffnet hatte, verlas Ordinariatskanzler Gottfried Auer die Ernennungsurkunde. Darin würdigt Papst Franziskus das bisherige Wirken von Bischof Schwarz in seiner bisherigen Diözese Gurk. Wörtlich heißt es
u. a.: „Du, hochwürdiger Bruder, bist bisher der Diözese Gurk vorgestanden, hast die bischöfliche Aufgabe dort eifrig erfüllt und bist hochgeschätzt wegen deiner menschlichen und priesterlichen Tugenden. Du erscheinst uns daher geeignet, dir diese große Aufgabe zu übertragen.“

Treueversprechen

Im Anschluss daran überreichte Bischof Küng seinem Amtsnachfolger den Bischofsstab als Symbol für das Hirtenamt in der Diözese. Danach geleitete er Bischof Schwarz zur Kathedra. Mit dem Platznehmen auf dem Bischofsstuhl übernahm Bischof Alois Schwarz die Diözese St. Pölten.

In sehr herzlichen Begegnungen gelobten dann  Vertreterinnen und Vertreter aller Stände der Diözese St. Pölten Bischof Schwarz ihre Treue und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit.
„Ich versichere Ihnen: Ich werde mich mit all meinen Kräften einsetzen für die Kirche in diesem Land und die Menschen in all ihren Bedrängnissen und Nöten“ – mit diesen Worten wandte sich Bischof Alois Schwarz in seiner Predigt, die immer wieder von Applaus der Gottesdienst-Teilnehmer unterbrochen wurde, an die Menschen in der Diözese. Als Bischof wolle er vor allem jenen zuhören, deren Stimme gewöhnlich übertönt wird und ihnen seine Stimme schenken. Er wolle „auf die Menschen zugehen, mit ihnen Gott suchen und dann auf die Welt schauen“.

Dank an Bischof Küng

Bischof Schwarz dankte Bischof Klaus Küng für seinen Weg der Heilung. Er wolle den Weg, den Bischof Küng „in so großer Ruhe und Bedächtigkeit gegangen ist“, weitergehen. Einen besonderen Gruß richtete Schwarz in seiner Predigt an die Ordensleute, Diakone und Priester der Diözese, sowie an die Pastoralassistenten, Religionslehrer und Professoren an der Hochschule und die vielen weiteren kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Er sprach viele Themen an, wie z. B. den Umweltschutz, nachhaltiges Wirtschaften, die Themen Asyl und internationale Solidarität oder auch seine Sorge um den arbeitsfreien Sonntag. In seiner Predigt kündigte der Bischof zudem ers­te Personalentscheidungen an: So wird Weihbischof Anton Leichtfried auch in Zukunft als Bischofsvikar für die Priesterfortbildung und kirchliche Erwachsenenbildung Sorge tragen. Generalvikar Eduard Gruber wird in seiner bisherigen Funktion auch Bischof Schwarz zur Seite stehen. (Einen Brief des Bischofs an alle Gläubigen in der Diözese lesen Sie auf Seite 4).

Am Ende des Gottesdienstes gab es mehrere Grußworte an den neuen Bischof. Der Apostolische Nuntius, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, danke zunächst – wie alle seine Nachredner auch – Bischof Küng für sein vielfältiges Wirken. Im Anschluss wandte er sich Bischof Alois Schwarz zu und begrüßte ihn in seiner neuen Diözese.  Bischof zu sein sei „nicht einfach ein Job“, sondern eine Aufgabe, die aus der Nachfolge Jesu selbst erwachse.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner begrüßte Bischof Alois Schwarz als „Hoffnungsträger“. Den in seine Heimat zurückgekehrten Bischof Schwarz würdigte sie als „unglaublich starke Persönlichkeit“, die auch in schwierigen Zeiten den Dialog führen kann. Ihn zeichne „Zuversicht, Offenheit, Geradlinigkeit, Klarheit und Mitmenschlichkeit“ aus. Der Willkommensgruß aus ganz Niederösterreich an den neuen Bischof sei auch ein „Signal für das Miteinander von Staat und Kirche, ein Signal für Respekt und partnerschaftlichen Umgang“.

Der evangelische Superintendent von Niederösterreich, Lars Müller-Marienburg, sprach sich in seinen Grußworten für eine „Ökumene der wahren Verwandtschaft“ aus. „Ja es gibt Unterschiede, wir gehen uns auch schon einmal auf die Nerven und verletzen uns. Aber wenn es ernst wird, dann brauchen wir einander“, so der Superintendent. In diesem Zusammenhang nannte er u. a. den gemeinsamen Einsatz für den arbeitsfreien Sonntag oder Angriffe auf Caritas und Diakonie von so mancher politischen Seite, die eine gemeinsame Reaktion der Kirchen erforderten. „Willkommen in St. Pölten lieber Bruder Bischof Alois“, so Müller-Marienburg abschließend.


Anna Rosenberger, die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung der Diözese St. Pölten, räumte in ihrem Grußwort ein, dass es in der Diözese aufgrund der jüngsten Medienberichte über Bischof Schwarz auch Verunsicherung gebe. Zugleich herrsche große Freude über den heutigen Tag vor. St. Pölten bekomme einen Bischof, der sich um die Nöte der Menschen annimmt und für Zusammenarbeit und menschliche Begegnung stehe. Bischof Schwarz werde in seiner neuen Diözese einen tiefen, bodenständigen aber auch kritischen Glauben vorfinden, so Rosenberger. Die Menschen würden sich vom neuen Bischof „mutige Schritte der Seelsorge“ erhoffen in der Treue zum Evangelium, „und das am Bes­ten schon heute und nicht erst morgen“.