Gott um alles bitten | Kirche bunt
 

 
Interview mit Bischof Schwarz

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Gott um alles bitten

Es macht einen Unterschied,
ob ich mir nehme, was mir zusteht,
oder ob ich um etwas bitte
und ein Geschenk empfange.
Bitten macht das Leben kostbar.
Christen sind Bittende – und Beschenkte:
„Euer Vater weiß, was ihr braucht,
noch ehe ihr ihn bittet.“*

LS (*Matthäus 7,8)

Die Bitt-Tage, die zu Beginn dieser Woche in den Pfarren begangen werden, haben eine lange Tradition – und sind dennoch hochaktuell. Die Bittprozessionen an den Tagen vor Christi Himmelfahrt gehen auf Bischof Mamertus von Vienne (Gallien) zurück, der sie 496 in einer schweren Notzeit einführte. Er griff Flurprozessionen auf, mit denen im Römischen Reich Unheil abgewendet und Fruchtbarkeit bewirkt werden sollte. Gott um alles bitten – das ist die christliche Perspektive dieser Tage. Wir brauchen Gott nicht gnädig stimmen. „Bittet und es wird euch gegeben“ – so hat Jesus die Jünger gelehrt (Mt 7,7).  Früher standen die Bitt-Tage in engem Bezug zur landwirtschaftlichen Arbeit. In einer industrialisierten und technisierten Welt gibt es dennoch mehr als genug Gründe, Gott zu bitten: um gerechte Arbeit, um die Erhaltung von Lebensraum für Natur und Mensch, um Frieden zwischen Völkern, um gerechte Verteilung der Ressourcen, um eine für Kinder lebenswerte Zukunft. Und wer Gott aufrichtig bittet, darf auch einmal selbstkritisch fragen, ob zur Erfüllung der einen oder anderen Bitte nicht auch eine Änderung des eigenen Lebensstils hilfreich sein könnte.