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Faszination Modellflug seit Kindestagen

Seit Jahrzehnten schon zieht sich das Hobby „Modellflug“ wie ein roter Faden durch das Leben des heute pensionierten Pfarrers von Ferschnitz, Johann Punz, der seinen „Un-Ruhestand“ seit 2015 in Kleinpöchlarn verbringt.

Es ist 25 Jahre her, dass ich Johann Punz, damals noch Pfarrer in Pöchlarn, in „Kirche bunt“ mit seiner Leidenschaft für das Modellfliegen vorstellen durfte. Als ich ihn jetzt wieder besuchte, hat sich manches verändert, vieles ist gleich geblieben.

Das Wesentliche in der Technik: es wird kaum mehr mit Verbrennungsmotoren geflogen, seit Jahren schon haben Akkus und Elektromotoren die Modell-fliegerei erobert. Und beim Piloten? Er hat seine Haarfarbe gewechselt, von dunkel auf etwas heller. Aber was geblieben ist, das ist das Leuchten in seinen Augen und die spürbare Begeisterung, wenn er sich im Hobbyraum inmitten seiner „fliegenden Kisten“ bewegt und erzählt und erzählt – stundenlang könnte man ihm zuhören.

Johann Punz, Jahrgang 1944, ist Gründungsmitglied des „UMSC Bussard“, dessen Modellflugplatz für die mehr als 70 Mitglieder sich in der Nähe von Matzleinsdorf befindet. Leider ist er jetzt nicht mehr so oft am Flugfeld anzutreffen wie in früheren Jahren. Der Schwerpunkt liege zurzeit eher beim Modell-Bauen als beim Fliegen, so der aus Purgstall stammende Priester und Bastler von Kindesbeinen an.

Auch wenn er es sich immer wieder vornimmt, öfter „abzuheben“ mit seinem 3,70-Meter-Segler, den Motormaschinen – den Hoch-, Tief- und Doppeldeckern – dem schnittigen Jet oder der ME 109. Es sei die Gesundheit, die Malaria-Erkrankung, die ihm immer wieder einen Strich durch die Rechnung mache. Und natürlich der „Un-Ruhestand“, der von wöchentlichen priesterlichen und seelsorglichen Aushilfen durchzogen ist.

Ab und zu aber müssen sie einfach raus und in die Luft: seine rund 25 flugtauglichen Modelle. Auch wenn manche Maschine nach ihrer Fertigstellung – Punz hat großteils alle seine Modelle mit viel Liebe und Herzblut selber gebaut – oft weit über ein Jahr auf ihren Jungfernflug warten musste. Gut Ding braucht eben Weile – auch in der Fliegerei.

Erfahrungen auch für die Herausforderungen der Seelsorge

Warten und Geduld haben, das habe er bei seinem Hobby ebenso gelernt wie Kreativität. Und all das, so der Priester, der sein „Steckenpferd“ als echten Ausgleich sieht, sei ihm immer wieder auch in der Seelsorge zugute gekommen. Apropos Seelsorge – die ist für einen guten Priester allgegenwärtig. In manchen Situationen auch am Flugplatz, wo es in früheren Jahren sogar schon ein „kleines Taufgespräch“ gegeben habe, wie er sich erinnert. Auch ältere Vereinsmitglieder hätten sich gelegentlich mit ihren Sorgen und Problemen an ihn gewandt. „Da war ich dann halt einige Stunden am Flugfeld, hab mit den Leuten diskutiert und bin nur wenige Minuten oder auch gar nicht geflogen.“ Das sei zwar nicht die Regel gewesen, aber doch manchmal vorgekommen. 

Aber nochmals kurz zurück zur Fliegerei. Vor 25 Jahren sprach Johann Punz von einem Traum: dem Steuern eines eigenen Modell-Hubschraubers, eine besonders schwierige Art des Modellflugs. Wie schaut es damit heute aus? Sofort präsentiert er mit Stolz seinen Helikopter – einen knappen Meter lang, ein beachtliches Gerät. „Ich bin aber noch nicht selber damit geflogen, da fehlt mir die Erfahrung.“ Er will wohl, und das gibt er auch zu, vermeiden, dass es ihm so geht wie mit seinem ersten ferngesteuerten Modellflugzeug, für das ihm damals der Bäckermeister aus Oberndorf die Fernsteuerung geborgt hat und das schon nach dem ersten Flug nur mehr ein Trümmerhäufchen war.

F. Bertl