Interview mit Bischof Schwarz

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Diözesaner Umweltpreis für Schöpfungsverantwortung

Die Pfarren Langegg und Mödring sowie das St. Georgshaus in Bad Traunstein gehören heuer zu den Gewinnern des Diözesanen Umweltpreises. „Kirche bunt“ warf einen Blick auf die Projekte der Pfarren und sprach mit dem Umweltreferenten der Diözese St. Pölten, Dipl. Geol. Axel Isenbart, über die Anfänge des Umweltpreises und das Engagement der Diözese St. Pölten und der Kirche insgesamt im Umweltbereich.

Bei uns wird noch zu einem hohen Prozentsatz umweltschonend zu Fuß zur Kirche gegangen“, erzählt Maria Hafellner, Schriftführerin des kirchlichen Arbeitskreises „Schöpfungsverantwortung“. „Gerne greifen wir auch unsere Aktion ,Wir RADLn zur Kirche‘ auf, da es etliche begeisterte Radfahrer unter den Kirchgängern gibt. Auch kleine Fahrgemeinschaften bilden sich immer wieder spontan, um die Umwelt zu schonen.“

Die Pfarre Langegg-Amaliendorf, die vor kurzem wie bereits 2010 mit dem Diözesanen Umweltpreis ausgezeichnet wurde, veranstaltet auch „Schöpfungstage“ und ökologisch orientierte Bildungsprogramme für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. „Das Beleben alter Spielideen macht schon unsere Jüngsten mit einem schöpfungsfreundlichen Umgang mit unserer Welt vertraut“, ist Maria Hafellner erfreut. So kamen bei Spielen wie Sackhüpfen und Dosenschießen im Rahmen des diesjährigen Pfarrfestes umweltfreundliche Materialien – etwa selbstgemachte Fingerfarben aus umweltfreundlichen Rohstoffen – zum Einsatz.

Als ein weiteres ökologisches und sozial nachhaltiges Vorzeige-Projekt überzeugte auch das Bildungshaus St. Georg in Bad Traunstein mit seinem Aus- und Umbau in den letzten beiden Jahren. Die Gebäudehülle weist Passivhaus-Standard auf und im Innenausbau kamen bevorzugt ökologisch optimierte Produkte und emissionsarme Bau- und Werkstoffe zur Sicherstellung einer gesunden Innenraumluft zum Einsatz. Dafür wurde das Bildungshaus, das bereits den „klimaaktiv“-Standard in Gold des Umweltministeriums erhalten hatte, ebenfalls mit dem Diözesanen Umweltpreis ausgezeichnet.

„Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst nachhaltig zu bauen und auch den laufenden Betrieb möglichst energieeffizient durchzuführen“, erklärt Geschäftsführerin Regina Sprinzl. Wärme und Warmwasser liefert das örtliche Fernheizwerk, wofür Hackschnitzel und Biomasse aus Wäldern in der Region ein wichtiger Rohstoff sind. Der Seminarraumbereich wird sowohl vom Bildungshaus als auch von der Pfarre ganzjährig für diverse Aktivitäten genutzt. „Somit ist das neue Bildungshaus sowohl innen als auch außen ein Symbol des zukunftsbedachten, nachhaltigen Bauens und ein Zeichen des funktionierenden Miteinanders in der Pfarre, auf das alle stolz sind“, ist Sprinzl begeistert.

Zu den aktuellen Preisträgern zählt auch die Pfarre Mödring, deren Pfarrgemeinderat in der ersten gemeinsamen Sitzung Nachhaltigkeit als Priorität im pfarrlichen Handeln hervorhob. „Ein nachhaltiges, umweltfreundliches und ökologisches Arbeiten für die Mödringer Bevölkerung steht hier ganz oben auf unserer Agenda“, unterstreicht der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Ing. Reinhard Stark.

Praktisch umgesetzt hat die Pfarre Mödring diese Priorität etwa bei der Sanierung des Pfarrstadels in den letzten drei Jahren. Dabei wurde das Holz aus dem zu Pfarre gehörenden Wald geschnitten und im nahegelegenen Sägewerk zu Bauholz verarbeitet. Darüber hinaus wurde der Bodenaufbau mit KRC-Material erneuert, wobei es sich hierbei um ökologisch verträglichen, geprüften Recyclingasphalt handelt. „Hier wurden auch viele freiwillige Stunden von dem einen oder anderen Mödringer geleistet“, lobt Reinhard Stark.

Auch zwei Pfarren der Erzdiözese Wien und eine evangelische Pfarre wurden mit dem Diözesanen Umweltpreis ausgezeichnet, der am 16. November im Bildungshaus Schloss Großrußbach im Weinviertel verliehen wurde. Der Preis ist eine Kooperation der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten, der Evangelischen Kirche Niederösterreich, der Erzdiözese Wien sowie des Landes Niederösterreich. Mehr dazu im Interview auf der nächsten Seite. Michael Link