Das Kirche bunt Team bei der Verabschiedung von Mag. Josef Wessely, dem langjährigen Chef vom Dienst, mit Bischof DDr. Klaus Küng, mit Generalvikar Prälat Mag. Eduard Gruber, dem neuen Herausgeber von Kirche bunt und mit Weihbischof Dr. Anton Leichtfriednton Leichtfried

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Die Pfarre vitalisieren

Foto: Pastoralinnovation.com

Nach dem erfolgreichen REBUILT-Tag in Salzburg im Vorjahr lädt Georg Plank von der Pastoralinnovation Österreich auch heuer zum „Erlebnistag“ mit den beiden Autoren des REBUILT-Bestsellers ein. Die Pastoralen Dienste der Diözese unterstützt­en die Teilnahme von bis zu fünf Personen pro Pfarre.

Beim Erlebnistag am 10. Mai in Wien sind auch heuer wieder die beiden REBUILT-Autoren, Father Michael White und Tom Corcoran, mit dabei. Georg Plank: „Die beiden Autoren kommen gerne nach Österreich, weil sie sehen, was ihre Erfahrungsberichte hier auslösen. Ihre einfachen, sympathischen und realistischen Impulse wecken begründete Hoffnung, dass Kirche vor Ort Zukunft hat, in welcher Sozialgestalt auch immer. Mit den nunmehr LIVT (Leben – Inspirieren – Vitalisieren – Transformieren) genannten Programmen können Pfarren und ihre Mitarbeiter diese neue Motivation und Begeisterung für nachhaltige Entwicklungen und gute Früchte für alle Menschen nutzen.“

Die Pastoralen Dienste der Diözese St. Pölten unterstützen die Teilnahme von 30 Personen aus den Pfarren der Diözese St. Pölten finanziell. Hans Wimmer, Direktor der Pastoralen Dienste, sieht sich in der Pastorallandschaft der Diözese St. Pölten mit einer Dynamik des Wenigerwerdens konfrontiert. „Priester, Pastoralassistentinnen und -assistenten, Kirchenzugehörige, Kirchgänger... werden zusehends weniger. Das frust­riert einerseits und fordert andererseits heraus. Es gibt Wachstumsdynamiken im Reich Gottes und die sind schon in der Bibel grundgelegt. Diesem Wachstum wieder auf die Spur zu kommen und das auch konkret zu erleben, das möchte ich engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Pfarrseelsorge mit dem Erlebnistag LIVT ermöglichen.“ Denn: Ehrenamtliche in den Pfarren hätten für so eine Fruchtbarkeits- und Wachstumsdynamik ein „intuitives Gespür und eine hohe Feldkompetenz“. Wimmer: „Das möchten wir von den Pastoralen Diensten fördern und weiterentwickeln.“

Mut zum Wagnis in Pfarrseelsorge

Vom REBUILT-Erlebnistag im Vorjahr in Salzburg konnten die Teilnehmer/innen so einiges mitnehmen. So haben Pfarrer Franz Trondl, Pas­toralassistent Gregor Puchegger und Pfarrsek­retärin Sylvia Leichtfried im Pfarrverband Ötscherland im November 2017 einen REBUILT-Klausurtag veranstaltet. Pfarrer Trondl: „Vom REBUILT-Erlebnistag blieb uns der Mut zum Wagnis in der Pfarrseelsorge. Er hilft uns, zu vielen Menschen Brücken zu bauen. Interesse zu haben, was einen wirklich im Leben hält, wenn sonst alles wegfällt. Wir wollen eine gastfreundliche Kirche sein, die allen offen steht.“

Leopold Ettenauer, Pfarrgemeinderat in der Pfar­re Obermeisling, berichtet, dass er im Vorjahr „motiviert und mit vielen Anregungen“ vom REBUILT-Erlebnistag zurückgekommen sei. „Ich gab im Rahmen einer Pfarrgemeinderatssitzung das Gehörte weiter. Leider merkte ich bald, dass meine Kolleginnen und Kollegen mit den Visionen noch nicht viel anfangen konnten bzw. ich sie damit überforderte. Dennoch hat dieser Tag mir selbst etwas gebracht. Mir wurde klar, selbst Jünger zu sein und dass ich mich mit meinem Glauben näher beschäftigen muss. Ich meldete mich im vergangenen Jahr zum zweijährigen Theologischen Kurs der Erzdiözese Wien an. Nur wenn man gefestigt ist, kann man in der Pfarre als Multiplikator für Kirche funigeren – als Pfarrgemeinderat, Lektor und Wortgottesfeierleiter.“

 

 

Interview


Drei Fragen an den Pfarrer, Father Michael White, und seinen strategischen Assis­tenten Tom Corcoran:

Was war der Auslöser für die Veränderungen in der Pfarre?

Das Fehlen eines tieferen Sinns und der daraus resultierende Mangel an Wirkungen. Wir arbeiteten zwar so hart wie wir nur konnten, aber ohne irgendeine Nachhaltigkeit. Es machte überhaupt keinen Unterschied. Niemand war nach einer Veranstaltung auch nur ein biss­chen anders als vorher. Wir versuchten, Kirche als etwas zu vermarkten, was es nicht ist – ein Produkt im Wettstreit um die Freizeit der Menschen. Medien und Werbung haben den Konsumismus auf ein Niveau gehoben, wo die Kirche nicht mehr mit kann.


Was waren die größten Fehler auf dem Weg zu einer lebendigen Pfarre?

Probleme lösen statt Systeme verändern, alles kontrollieren und allen gefallen wollen, Projekte wichtiger nehmen als Menschen und vor allem: im Herzen pharisäisch geworden zu sein.


Was war der wichtigste Erfolgsfaktor?

Entscheidend war unser Wille, vorwärts zu kommen. Strategisch war es daher am wichtigsten, intensiv von bereits wachsenden Kirchen zu lernen. Wenn man wachsen will, warum soll man sich dann nicht an erfolgreichen Beispielen orientieren?

 

 

LIVT-Erlebnistag

Bei den LIVT-Erlebnistagen wird der Blick auf positive Entwicklungen gerichtet. So erfährt man u. a. woran es liegt, heute eine lebendige Gemeinde aufzubauen.

Termin und Ort: 10. Mai von 10 bis 17 Uhr in der Pfarre Wien-Breitenfeld, Flori­anigasse 70, 1080 Wien.
Unterstützung: Die Pastoralen Dienste unterstützen die Teilnahme von bis zu fünf Plätzen pro teilnehmender Pfarre. Statt 160 Euro bleiben pro Person 20 Euro zu bezahlen. Die Anmeldung muss über die Pastoralen Dienste bei Irmgard Bayrhofer erfolgen.
Anmeldeschluss: 8. April.
E-Mail an:
Tel. 02742/324 3331 
E-Mail: