Das Kirche bunt Team bei der Verabschiedung von Mag. Josef Wessely, dem langjährigen Chef vom Dienst, mit Bischof DDr. Klaus Küng, mit Generalvikar Prälat Mag. Eduard Gruber, dem neuen Herausgeber von Kirche bunt und mit Weihbischof Dr. Anton Leichtfriednton Leichtfried

Kirche bunt ABO

Banner Kirche Bunt

 
 

Die hoffnungsvolle Geschichte der „Mahlzeiten Mariens“

Über eine Million Kinder in den 15 ärmsten Ländern der Welt werden von der Bewegung Mary’s Meals (zu Deutsch: Mahlzeiten Mariens) mit einer warmen Schulmahlzeit am Tag versorgt.
Die erfolgreiche Ernährungsinitiative hat ihren Ausgangspunkt in Marienwallfahrtsort Medjugorje.

Jährlich sterben mehr Menschen an Hunger als an AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen. Kinder sind von den Folgen der Mangel- bzw. Unter­ernährung noch mehr betroffen als Erwachsene. Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind an Hunger. Weltweit bleiben mehr als 60 Millionen Kinder, hauptsächlich wegen Hunger, der Schule fern, denn sie müssen ihre Zeit mit der Suche nach Nahrungsmitteln verbringen, sie betteln oder arbeiten, um sich ernähren zu können. Eine Bewegung, die auf effektive und unkonventionelle Weise gegen diese Missstände kämpft, ist Mary’s
Meals (zu Deutsch: Mahlzeiten Mariens). Die Ernährungsinitiative sorgt jeden Tag dafür, dass 1.230.171 hungernde Kinder in den 15 ärmsten Ländern der Welt eine Mahlzeit bekommen. Ihren Anfang nahm Mary’s Meals 1982 in einem damals noch unbekannten und unscheinbaren Ort: in Medjugorje.

Aufruf, Gott in die Mitte zu stellen

Wie der katholische Schotte Magnus MacFarlane-Barrow erzählt, hatte damals seine ältere Schwester in einer Zeitung darüber gelesen, dass in einem Ort in Jugoslawien die Gottesmutter erschienen war. Mit der Erlaubnis seiner Eltern und in einer Gruppe von insgesamt zehn Jugendlichen brach der 14-jährige Magnus damals nach Jugoslawien auf. „Die Woche, die wir dort verbrachten, veränderte uns in vielfacher Hinsicht. Wir kamen nach Schottland zurück und wussten, dass die Gottesmutter wirklich in Medjugorje erschienen war und dass sie uns persönlich dazu aufrief, Gott in die Mitte unseres Lebens zu stellen, ihn zu wählen. Als wir zu Hause waren, versuchten wir das zu leben.“

Hilfslieferungen ins Kriegsgebiet

Zehn Jahre später, Magnus war inzwischen Fischer geworden und hatte, wie er selbst sagt, den Glauben zwar nicht abgelegt, aber „Gott in eine Schachtel gestellt“, als er und sein Bruder im Fernsehen einen Bericht über das vom Krieg zerrissene Bosnien-Herzegowina sahen. Die beiden jungen Männer beschlossen, eine Woche Urlaub zu nehmen und Hilfsgüter nach Medjugorje zu liefern. Es sollte nicht dabei bleiben: Die Brüder organisierten viele Hilfs­transporte in das Kriegsgebiet, Magnus kündigte seinen Job und verkaufte sein Haus, um den Menschen vor Ort noch besser helfen zu können.
Um die Hilfslieferungen besser koordinieren zu können, gründete der junge Mann den gemeinnützigen Verein „Scottish International Relief“, kurz SIR. Während der folgenden zehn Jahre wuchs SIR beständig. Neben den  Hilfslieferungen für die Kriegsopfer wurden auch Häuser für Waisen in Rumänien und mobile Kranken­stationen für Kriegsflüchtlinge in Liberia errichtet. Zudem wurden viele weitere Hilfsprojekte unterstützt.

Der große Wunsch eines 14-Jährigen

Wieder zehn Jahre später – im Jahr 2002 – hörte Magnus von der katastrophalen Hungers­not in Malawi. Er fuhr hin und besuchte in dem südostafrikanischen Land eine Familie, die von der Katastrophe besonders betroffen war: Emma, eine an AIDS erkrankte Frau, lag auf dem Lehmboden ihrer Hütte, umgeben von ihren sechs Kindern. Als Mag­nus den 14-jährigen Edward, den ältesten Sohn der Sterbenden fragte, was er sich vom Leben wünsche, antwortete dieser: „Etwas zu essen zu haben und in die Schule gehen zu können.“ Spontan wurden damals für 200 Kinder Schulmahlzeiten organisiert.

Die Begegnung mit Edward führte dazu, dass sich die SIR in die heutige Form von Mary’s Meals wandelte. Was als kleines Projekt für 200 Kinder entstand, weitete sich innerhalb von wenigen Jahren zu einer weltweiten Ernährungsinitiative aus. Dabei wird immer gleich vorgegangen: Mit Spendengeldern kauft die Organisation vor Ort Grundnahrungsmittel wie Getreide, Mais sowie Vitamine, und diese – wenn möglich – von einheimischen Bauern. Die Mütter der Kinder bereiten in den dafür aufgebauten Schulküchen einen nahrhaften Brei zu. Die täglichen Mahlzeiten ermöglichen es den Kindern, regelmäßig die Schule zu besuchen. Nahrung und Bildung sind für sie ein Schlüssel, um der Spirale von Armut und Elend zu entkommen.

Denn: An jenen Orten, wo die Bewegung mit dem Ernährungsprogramm beginnt, steigt die Anzahl der Schulkinder sprunghaft an, die Fehlstunden reduzieren sich drastisch, und der Prozentsatz der Kinder, die nach Absolvierung der Grundschule den Schritt in eine weiterführende Schule schaffen, ist weit höher als zuvor in diesen Re­gionen. Mary’s Meals, so Magnus MacFarla­ne-Barrow, trägt den Namen Marias, der Mutter Jesu, die selbst ihr Kind in Armut großgezogen hat und mit der Not der Leidenden vertraut ist. „Die Mahlzeiten Mariens sind ein Angebot an alle hungernden Kinder der Welt, unabhängig von ihrer Nationalität und Religion.“

In seiner Autobiografie – „Eine Schale Getreide verändert die Welt“ – erzählt Magnus MacFarlane-Barrow, wie überwältigende Beispiele von Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe und eine Reihe von Zufällen und Fügungen in seiner Umgebung zur Gründung von Mary’s Meals geführt haben. Auszüge aus diesem Buch lesen Sie ab dieser Ausgabe in 20 Folgen auf Seite 16.

Spenden: Mit einer Spende von nur 15,60 Euro wird einem Kind Nahrung und Schulbildung für ein ganzes Jahr ermöglicht. Bankverbindung: Raiffeisenbank Klosterneuburg; IBAN: AT023236700000047779; BIC: RLNWATWW367.